Mehr aus Vorträgen und Tagungen herausholen: So beschleunigst du deine Familienforschung

Wir gehen motiviert auf Vorträge, Tagungen oder Online-Events, hören spannende Themen und kommen am Ende doch oft mit vielen Notizen, aber ohne klaren nächsten Schritt nach Hause.

Dabei können genealogische Tagungen deine Forschung enorm beschleunigen, wenn du sie gezielt nutzt.

In dieser Folge von Archivbegleiter On Air geht es genau darum: Wie du Vorträge nicht nur konsumierst, sondern sie wirklich für deine eigene Forschung einsetzt, egal ob du gerade anfängst oder schon lange forschst.

Hier kannst du in die Podcastfolge zum Thema reinhören

Warum Vorträge oft motivieren, aber selten weiterbringen

Viele Forschende machen denselben Fehler: Sie wollen alles mitnehmen. 

Noch ein Vortrag hier, noch ein Workshop dort, zwischendurch Mitschriften, Screenshots, Downloads, Flyer. Am Ende bleibt häufig eine Informationsflut – aber kein echter Fortschritt.

Das Problem ist nicht der Inhalt. Das Problem ist fehlender Fokus.

Ohne klares Ziel hören wir zwar zu, denken aber nicht gezielt mit. Und so fühlt sich ein Tagungsbesuch schnell „interessant“, aber nicht wirklich hilfreich an.

Was Vorträge wirklich leisten sollen

Vorträge sind selten dafür da, ein konkretes Forschungsproblem komplett zu lösen. Ihr eigentlicher Wert liegt darin, dass sie:

  • neue Quellen aufzeigen
  • andere Perspektiven eröffnen
  • Denkfehler sichtbar machen
  • frische Ansätze liefern

Oder kurz gesagt: Ein guter Vortrag löst nicht alles, aber bringt dich auf die richtige Spur.

Wenn du danach klarer siehst und einen neuen nächsten Schritt kennst, war der Vortrag bereits erfolgreich.

Kosten vs. Nutzen: Die falsche Rechnung bei Tagungen

Gerade bei Online-Events wie der Genealogica oder der RootsTech vergleichen viele:

Wie viele Vorträge bekomme ich für mein Geld? Aber das ist die falsche Frage.

Die richtige Frage lautet: Welcher Vortrag hilft mir konkret bei meinem aktuellen Forschungsproblem?

Ein einziger guter Impuls kann dir Wochen oder Monate an Umwegen ersparen.

Vorträge als Abkürzung bei genealogischen Sackgassen

Fast jede Forschung kennt diese toten Punkte:

  • das Kirchenbuch endet
  • der Name taucht plötzlich nicht mehr auf
  • der Herkunftsort bleibt unklar

Hier helfen Vorträge besonders gut. Nicht weil sie die Lösung liefern, sondern weil sie:

  • neue Quellentypen zeigen
  • methodische Fehler aufdecken
  • alternative Suchwege eröffnen

Oft reicht eine neue Perspektive, um weiterzukommen.

Noch mehr rausholen: aktiv statt passiv teilnehmen

Der größte Lerneffekt entsteht nicht nur durchs Zuhören, sondern durch:

  • Fragen stellen
  • mitdiskutieren
  • Workshops besuchen
  • praktische Formate nutzen

Besonders hilfreich sind Mitmach-Projekte, bei denen eigene Forschungsprobleme gemeinsam besprochen werden.

Schon das laute Formulieren der eigenen Sackgasse führt oft zu neuen Ideen.

Das gilt nicht nur für große Online-Events, sondern auch für:

  • genealogische Stammtische
  • Vereinsabende
  • Workshops vor Ort
  • Vortragsreihen in Archiven und Museen

Der wichtigste Vorbereitungstipp für jede Tagung

Statt alles sehen zu wollen, geh mit ein oder zwei konkreten Fragen in die Veranstaltung:

Zum Beispiel:

  • Wo hänge ich aktuell fest?
  • Welche Quelle fehlt mir noch?
  • Welche Region oder Zeit verstehe ich nicht gut?

Mit diesem Fokus erkennst du sofort:

  1. welche Vorträge dir wirklich helfen
  2. was du direkt umsetzen kannst
  3. ob sich die Teilnahme gelohnt hat

Erfolg misst sich nicht an der Anzahl der Vorträge, sondern an deinem nächsten konkreten Forschungsschritt danach.

Fazit: Keine Pflicht, aber ein echter Turbo für deine Forschung

Tagungen und Vorträge sind keine Wundermittel. Aber sie sind extrem wertvoll, wenn du feststeckst oder Klarheit suchst.

Richtig genutzt bringen sie:

  • neue Ideen
  • bessere Methoden
  • schnellere Fortschritte

Und genau darum lohnt sich die gezielte Vorbereitung.

Weiterführende Hinweise

Hier findest du noch einen Link zur aktuellen Genealogica sowie zu meinem eigenen Vortrag und Workshop rund um verlorene Dörfer und historische Kartenarbeit. Du kannst übrigens alle Vorträge als Aufzeichnungen bis zum 22.02.2026 auf dem Portal der Genealogica ansehen und musst somit nicht alle Vorträge live verfolgen.

Eintrittskarten für die Genealogica 2026

Programm der Genealogica 2026

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