Genealogischer Wochentalk #9: Warum wir Ahnenforschung betreiben

... über Sinn, Endlichkeit, Neugier und Orientierung und warum die genealogisch Forschenden spürbar jünger werden

In dieser Folge des genealogischen Wochentalks sprechen Barbara und Lars über eine Frage, die viele Forschende früher oder später umtreibt: 

Warum beschäftigt man sich überhaupt mit der Familiengeschichte und warum scheint das Thema oft mit dem Älterwerden verknüpft zu sein? 

Der Einstieg kommt über eine Idee aus der Lektüre von Viktor Frankl:  "... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" (*) Wenn uns Endlichkeit bewusst wird, rückt der Sinn des eigenen Lebens stärker in den Fokus und damit oft auch die Frage nach Herkunft, Prägung und dem, was bleibt.

Barbara und Lars diskutieren, warum Familienforschung lange als „Hobby älterer Menschen“ galt und warum diese Sicht heute zunehmend zu kurz greift. Barbara schildert aus der Genealogica-Perspektive, dass das Publikum jünger wird und sich auch die Themen verändern: technischer, aktueller, aber auch mit neuen Nebenfeldern (z. B. transgenerationale Fragestellungen). Gleichzeitig bleiben zwei handfeste Hürden: Zeitaufwand und Kosten (Archive, Reisen, Planung), wobei digitale Bestände heute vieles erleichtern.

Im Kern werden zwei Motivlagen herausgearbeitet:

1. Ältere Forschende:

Oft beginnt es als Rückschau: „Was habe ich erlebt? Wo komme ich her?“. Kippt aber häufig in den Wunsch, etwas zu hinterlassen – Wissen, Geschichte, Dokumentation für Kinder und Enkel.

2. Jüngere Forschende:

Hier schwanken die Erklärungen zwischen Neugier und Familiengeschichten (klassischer Einstieg) und dem Gedanken, dass Herkunft auch Orientierung geben kann etwa bei Fragen wie Beruf, Interessen, Prägungen oder Identität. Beide einigen sich darauf: Das Motiv ist selten „nur eins“, sondern eine Mischung und am Ende wäre es am sinnvollsten, junge Forschende selbst zu fragen, statt über sie zu sprechen.

Daraus entsteht ein konkreter Aufruf: 

Wer in seinen 20ern ist (oder jemanden kennt) und sich in "jungen Jahren" mit Familienforschung beschäftigt und Lust hat darüber zu sprechen, darf sich gern melden!

Jetzt die Folge anhören:

Themen aus dem Gespräch

  • Warum Genealogie häufig mit Sinn- und Endlichkeitsfragen zusammenhängt
  • „Alte-Männer-Hobby“ Stimmt das noch?
  • Warum das Publikum jünger wird und warum auch die Themen „jünger/technischer“ werden
  • Motive älterer Forschender: Rückschau oder „etwas hinterlassen“
  • Motive jüngerer Forschender: Neugier, Familiengeschichten, Orientierung und Identität
  • Hürden: Zeit, Kosten, Reiseaufwand und wie Digitalisierung entlasten kann
  • Aufruf: Junge Forschende ans Mikrofon: Motivation aus erster Hand

Zitate aus dem Gespräch

„Es kippt irgendwann von der Rückschau in "etwas für die Nachfahren hinterlassen wollen", damit die eigene Geschichte nicht vergessen wird.“ – Barbara

Hinweise

Der Wochentalk will regelmäßig Einblicke in die aktuelle genealogische Szene geben mit Kolleginnen, Kollegen und engagierten Forschenden aus Deutschland und der Welt.

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Genealogica-Hinweis:

Noch bis 22. Februar 2026 läuft die "Genealogica". Dort bekommst du Zugang zu Vorträgen, Workshops, Software-Beratung und Möglichkeiten, Fachleute und Anbieter direkt zu kontaktieren. Komplett online. Hier findest du das Programm der Online-Tagung

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