„George Berger, Häusler und Gedingemann in Höckendorff, ist 1665 gebohren, starb am 28. May 1743 wurde hierauf am 30. dito mit einer Leichenpredigt und Abdankung begraben. Seines Alters 78 Jahre.“
Dieser Sterbeeintrag zu George Berger ist der bislang älteste Nachweis im Kirchenbuch für die Vorfahren der von mir erforschten Ahnenlinie Berger in der Gegend um Höckendorf im sächsischen Osterzgebirge.

Der schlechte Zustand des ältesten Kirchenbuchs zu Höckendorf verhindert leider die Ermittlung weiterführender Informationen zu George Berger, seiner Familie und anderer Vorfahren. Auf den größtenteils durch Tintenfraß zerstörten Seiten konnte lediglich herausgelesen werden, dass George Berger mit Maria Berger (geborene Büttner) verheiratet war. Sie starb 1737 in Höckendorf, fünf Jahre vor ihrem Ehemann George Berger, und hinterließ ihn als Wittwer. Ein Geburtseintrag des gemeinsamen Sohnes, George Christoph Berger (gest. 1761) oder weiterer Kinder war leider nicht mehr ermittelbar.
Trotz allem konnte mit Hilfe eines Heiratseintrages zum Sohn im Traubuch der Kirchgemeinde Höckendorf aus dem Jahr 1718 die Linie der Familie Berger bis George Berger verfolgt werden. Als Beleg hierfür dienen die Kirchenbucheinträge.
Leider liefern die Kirchenbucheinträge des 17. Jahrhunderts in Sachsen erfahrungsgemäß nur wenig weiterführende Informationen über die betreffenden Personen und ihre Familien, sodass die Namen der Mutter oder die Herkunft der Eltern nicht selten im Dunkeln bleiben.
Die Einträge der Kirchenbuchschreiber sind in den von mir eingesehenen Kirchenbüchern häufig sehr kurz gehalten. So enthalten die Sterbeeinträge häufig nur den Namen und den Beruf des/der Verstorbenen. Angaben zur Herkunft und Geburt sind eher selten.
Auch die Traueinträge oder historische Aufzeichnungen zu Aufgeboten enthalten keine vollständigen Angaben zu den Eltern und der Herkunft der Braut oder des Bräutigams.
Mit den Kirchenbüchern als alleinige Informationsquelle ist eine genealogische Recherche hier kaum weiter möglich. Wenn die schriftlichen Überlieferungen, dann nach 300 Jahren durch Tintenfraß, Verschmutzungen oder andere Beschädigungen kaum mehr lesbar sind, können Namen und Daten nur noch geraten werden.
Die einzige Lösung können hier ergänzende historische Quellen sein, wie beispielsweise Gerichtsbücher. In einzelnen Kirchgemeinden gibt es auch genealogische Zusammenstellung zu den Familien des Ortes. Bei Tagelöhnern und Kleinbauern sind schriftlichen Aufzeichnungen jedoch häufig sehr gering vorhanden, da es aufgrund fehlenden Besitzes, der beruflichen Tätigkeit und der sozialen Stellung kaum die Notwendigkeit für schriftliche Zeugnisse gab. Tätigkeiten im Bergbau oder zunftpflichtigem Handwerk können hingegen durchaus in den betreffenden Archivunterlagen überliefert sein.
Seit der Erstveröffentlichung dieses Beitrags wurden zahlreiche Gerichtsbücher aus Sachsen digitalisiert und online zugänglich gemacht. Dadurch ist es heute möglich, ergänzende Informationen online zu prüfen und zu ermitteln, etwa über Namensnennungen in gerichtlichen Zusammenhängen. Auch wenn solche Einträge nicht zwangsläufig biografische Details liefern, können sie Hinweise auf familiäre Verbindungen oder räumliche Zusammenhänge geben.
Einen Überblick zu den Digitalisaten des Sächsischen Staatsarchivs findest du auf der Folgenden Seite: Digitalisiertes Archivgut
Bis ins hohe Alter von 72 Jahren sicherte George Berger scheinbar seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Körben. Anhand der Forschungen in den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass George Berger und der Großteil der nachfolgenden Generationen der Familie Berger sich überwiegend als Kleinstbauern, Kleinhandwerker und Tagelöhner verdienten.
Als Wohnstätte besaßen sie häufig nur ein kleines Haus mit wenig oder keinem dazugehörigen Land. Das wenige Land diente zur Selbstversorgung, war aber wohl nicht ausreichend für den Lebensunterhalt. Aufgrund des wenigen Besitzes waren diese in Sachsen als „Häusler“ oder „Gärtner“ bezeichneten Einwohner eines Dorfes auf einen Nebenerwerb angewiesen. Dazu gehörten unter anderem die Tätigkeiten als Korbmacher, Maurer, Steinhauer oder Kohlehauer.
Der Lohn für die Arbeit wurde bei letzterem gemäß der erarbeitenden Menge an Erz oder der geschaffenen Strecke ausgezahlt. Im Bergbau wurde dies als „Gedinge“ bezeichnet. Bezahlt wurde somit nach Leistung und nicht nach Zeit (Tageslohn). Teilweise wird der Begriff wohl heute noch im Bergbau und der Landwirtschaft verwendet.
Die Bezeichnung Gedingemann bezieht sich hier wohl aber eher auf Leibgedinge. Nach Übergabe oder Verkauf seines Hauses hatte sich George Berger scheinbar für das hohe Alter die Versorgung mit Lebensmitteln und ein Wohnrecht gesichert, indem er den Käufer seines Hauses (wahrscheinlich seinen Sohn) die Verpflichtung zu seiner Versorgung auferlegte. Eine bis in die heutige Zeit hineinreichende nicht ungewöhnliche Praxis. Die Eltern vereinbaren mit der Übergabe von Haus, Hof und Gut an die Kinder ein lebenslanges Wohnrecht im betreffenden Haus sowie ggf. Anteil an den Erträgen des Hofes.
Für mehr Hintergrundwissen lohnt sich immer wieder ein Blick in genealogische Zeitschriften, die du übrigens auch im Sächsischen Staatsarchiv und der Landesbibliothek (SLUB) findest. Historische Lexika und Enzyklopädien sind ebenfalls bei den Forschungen sehr nützlich und zudem online verfügbar.
Auch wenn die Überlieferung zu George Berger fragmentarisch bleibt, bietet die Kombination aus Kirchenbüchern, ergänzenden Archivquellen und digitalen Rechercheangeboten die Möglichkeit, familiäre Zusammenhänge weiter einzugrenzen. Ob sich daraus neue belastbare Erkenntnisse ergeben, bleibt in diesem Fall offen. Doch gerade diese Offenheit ist Teil historischer und genealogischer Forschung.

(Hinweis: Diese Podcastfolge enthält Werbung. Ich unterstütze die Genealogica ideell und erhalte für diese Unterstützung eine kleine Gegenleistung.)
In dieser Sonderfolge von Archivbegleiter On Air spreche ich mit Barbara über die Entstehung und die Mission der "Genealogica" – dem deutschsprachigen Online-Festival für Genealogie.
Barbara ("Die Welten verbinden") ist gemeinsam mit Anja ("Welt der Vorfahren") Veranstalterin der jährlichen Online-Genealogie-Messe.
Die "Genealogica" ist aus einer ganz konkreten Erfahrung heraus entstanden: Dem Wegfall von Austausch, Begegnung und Sichtbarkeit während der Corona-Pandemie und der Frage, wie genealogische Zusammenarbeit trotzdem möglich bleiben kann.
Barbara erzählt in dieser Folge, warum sie gemeinsam mit Anja den Schritt gegangen ist, ein solches Format online zu denken, umzusetzen und erläutert welche Überzeugung bis heute dahintersteht.
Ich persönlich unterstütze die Genealogica seit 2021 aus Überzeugung heraus, etwas mit gestalten zu können und die Weitergabe von Wissen zu ermöglichen.
Nicht, weil es „ein weiteres Online-Event“ ist, sondern weil ich von Anfang an miterlebt habe, wie aus einer Idee ein tragfähiger Raum für Austausch entstanden ist.
Gerade für kleinere Vereine, Projekte oder Einzelpersonen bietet das Format Möglichkeiten, sichtbar zu werden, ohne laut auftreten zu müssen.
Diese Folge soll deshalb keine bloße Werbung sein, sondern vielmehr Orientierung für interessierte Teilnehmer sein.
Wer nach dem Hören der Folge Fragen hat oder sich ein eigenes Bild machen möchte, ist herzlich eingeladen zum offenen Infoabend für Aussteller.
📅 Online-Infoabend
👉 Über den folgenden Link kommst du direkt zum Zoom-Meeting: Online-Infoabend
Am Infoabend wird die Plattform für die Tagungsteilnehmer und Aussteller gezeigt. Es gibt Raum für Fragen und die Möglichkeit, Erfahrungen bestehender Aussteller zu hören.
Es geht ausdrücklich darum, herauszufinden, ob eine Teilnahme und ein Ausstellungsstand zur eigenen Arbeit, den eigenen Vorstellungen passt.
• Informationen für Aussteller:
👉 https://genealogica.online/aussteller-werden/
• Genealogica-Newsletter (Termine, Programm, Updates):
]]>Ausgehend von persönlichen Beispielen zeigen sie, wie Alltagsgegenstände zu Erinnerungsträgern werden: Barbaras Weihnachtsbaum dient als Erinnerungslandkarte vergangener Reisen und Lebensphasen, während Gespräche über erzgebirgischen Weihnachtsschmuck und Nussknacker Einblicke in die Lebensrealität der DDR-Zeit eröffnen – vom Schlange stehen bis zum Tauschhandel. So bewahrt Dekoration Familiengeschichten.
Im weiteren Verlauf sprechen die beiden Geschichtensammler über praktische Zugänge zur Familiengeschichte. Fotos, Sammlungsstücke und vertraute Objekte erweisen sich als besonders geeignete Gesprächsanlässe. Gleichzeitig wird deutlich, dass gut gemeinte Hilfsmittel wie „Erzähl-mal-Bücher“ nicht immer funktionieren, wenn sie als Pflicht wahrgenommen werden. Offenheit, echtes Interesse und das Erzählenlassen stehen im Mittelpunkt.
Ein wichtiger Aspekt der Folge ist der sensible Umgang mit schwierigen oder schmerzhaften Erinnerungen. Es gibt kein Anrecht auf jede Geschichte. Nicht jede Erfahrung möchte oder kann sofort erzählt werden. Zuhören, Zurückhaltung und das Wahrnehmen von Grenzen sind entscheidend, besonders bei Themen wie Krieg, Nachkriegszeit oder DDR-Biografien. Aufzeichnungen per Sprachnotiz können dabei helfen, im Gespräch präsent zu bleiben und sich ganz auf das Gegenüber zu konzentrieren.
Jetzt anhören:
„„Wir haben kein Anrecht auf jede Erinnerung. Manchmal braucht es Zeit.““ – Barbara
In den kommenden Wochentalk-Folgen sprechen Lars und Barbara unter anderem über Geschenketipps mit genealogischem Bezug sowie über aktuelle Projekte, wie die "Genealogica". Außerdem stehen weitere Gespräche rund um Familiengeschichte, Erinnerungen und Quellen auf dem Plan.
Weiterhören lohnt sich!
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]]>Viele von uns verbinden das Standesamt heute hauptsächlich mit der Hochzeit (standesamtlichen Trauung) oder der Geburt eines Kindes. Dabei sind die Aufgaben deutscher Standesämter vielfältiger und beschränken sich nicht nur auf die Ausstellung von Urkunden. Dabei werden zahlreiche Informationen von den Ämtern gesammelt und verwahrt, die für die Ahnenforschung eine wahre Goldgrube sein können.
Höre die Podcastfolge zu diesem Beitrag hier oder überall, wo es Podcasts gibt:
Geburten, egal ob in Krankenhaus oder zu Hause müssen aktuell innerhalb einer Woche dem am Geburtsort zuständigen Standesamt mit Angabe des Kindesnamen, Geburtsdatum, Geburtsort und -zeit gemeldet werden. In den meisten Fällen übernimmt das Krankenhaus oder die Hebamme die Anzeige der Geburt beim zuständigen Standesamt. Dabei werden in der Regel die Mutter und der Vater des Kindes mit registriert. Ausnahmen zu den Pflichten bei der Geburtsanzeige sind übrigens genau im deutschen Personenstandsgesetz (PStG) geregelt.
Seit dem 1. Januar 1876 ist eine offiziell gültige Eheschließung und deren Beurkundung in Deutschland nur noch durch deutsche Standesämter möglich. Somit müssen geplante Eheschließungen beim Standesamt angemeldet werden. Die Anmeldung muss in der Regel beim zuständigen Standesamt des Wohnortes erfolgen. Der Ort der Eheschließung kann häufig auch außerhalb des Wohnortes erfolgen. Mit der Anmeldung prüft das Standesamt, ob es für die beabsichtigten Heirat Hindernisse gibt. Im Zweifelsfall fordert der/die Standesbeamte/in entsprechende Nachweise ein und führt Befragungen durch.
Die Prüfung, ob eine Ehe geschlossen werden darf oder nicht, erfolgte lange Zeit durch ein kirchliches oder später ein ziviles Aufgebot (Ankündigung zu einer bevorstehenden Heirat). Seit 1998 werden jedoch keine Ankündigungen zur beabsichtigten Eheschließung mehr von Standesämtern ausgehangen. In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde schon ab 1956 die öffentliche Ankündigung eines Standesamtes durch die formale Anmeldung zur Eheschließung beim Standesamt abgelöst.
Neben den Geburten und Trauungen registriert das örtliche Standesamt auch das Ableben von Personen im zuständigen Amtsbereich und stellt Sterbeurkunden aus.
Der Tod eines Menschen muss in Deutschland laut Gesetz spätestens am dritten Werktag schriftlich oder mündlich beim zuständigen Standesamt angezeigt werden.
Zur Anzeige verpflichtet sind dabei alle Personen, die zusammen mit dem/der Verstorbenen gewohnt haben, in deren Wohnung der Todesfall passiert ist sowie jede Person, die beim Tod zugegen war oder selbst vom Tod weiß. Bei Sterbefällen in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen erfolgt die Sterbefallanzeige in der Regel durch die betreffende Einrichtung. Bei unbekanntem Aufenthaltsort der verstorbenen Person oder Ermittlungen zum Tod übernimmt die zuständige Behörde die Anzeige.
Zusätzlich zu den Daten, die daraufhin beim Standesamt in das Sterberegister eingetragen werden, finden sich somit in den Standesamtsaufzeichnungen jede Menge zusätzlicher Informationen zum/zur Verstorbenen.
Im Großen und Ganzen hat sich an den zentralen Aufgaben der Standesämter über die Jahrzehnte wenig geändert. Immer mal wieder wurden Form und Umfang der Datenerfassung sowie der Auskünfte durch Gesetzesänderungen angepasst. Insbesondere in der Zeit von 1933 bis 1945 gab es durch die Rassen- und Familienpolitik etliche Veränderungen für die praktische Arbeit der Standesämter.
Einen ersten Überblick zu Geschichte des Personenstandsgesetzes auf dessen Grundlage jedes deutsches Standesamt arbeitet, findest du natürlich bei Wikipedia.
Mit der legitimierten Ausstellung von Urkunden zu Geburten, Heiraten und Sterbefällen erfüllt das Standesamt eine für jeden Bürger wichtige Aufgabe. Jeder benötigt im Lauf seines Lebens entsprechende beglaubigte Nachweise zu seiner Person und der eines direkten Verwandten für Anträge unterschiedlicher Art. Beispiele hierfür sind u.a. die (erstmalige) Beantragung von Reisepass/Personalausweis oder der notwendige Nachweis für die geplante Hochzeit.
Die Aufzeichnungen der Standesämter haben darüber hinaus besonderem Wert für die Erforschung der eigenen Familiengeschichte.
Als historische Quellen der Standesämter kannst du neben Urkunden und Registereinträgen auch Sammelakten oder Beiakten finden. Darin befinden sich im besten Fall Anzeigen von Geburten und Sterbefällen, Anmeldungen zur Hochzeit oder Aufzeichnungen zu Prüfungen (Aufgebotsverhandungen) im Zusammenhang mit einer Eheschließung. Darin finden sich nicht selten für die Forschung wertvolle Zusatzinformationen zum sozialen Umfeld und weiteren Verwandten.
Beim Forschen in den Standesamtsunterlagen solltest du Folgendes beachten:
Laut offizieller Regelung ist die zeitliche Zuständigkeit der Standesämter auf die Registrierung und Bearbeitung „aktueller“ Fälle begrenzt.
Das heisst, dass alle Registereinträge, die sich auf Zeiträume innerhalb gesetzlich vorgegebenen Schutzfristen beziehen, unterliegen der Arbeit des deutschen Standesamtes und können nur dort abgefragt werden. Die zeitlichen Fristen für die Aufbewahrung beim Standesamt für die jeweiligen Register sind.
Innerhalb der genannten Zeiträume kannst du als Familienforscher nur Einblick in die Register beim Standesamt erhalten (oder Kopien daraus bekommen), wenn dich die Einträge selbst betreffen oder du eine direkte Verwandtschaft mit der registrierten Person nachweisen kannst. In anderen Fällen (z. B. Erbenermittlung oder Auftragsforschungen) musst du ein sogenanntes rechtliches Interesse nachweisen.
Im Zweifelsfall erkundige dich am besten telefonisch beim zuständigen Standesamt, ob du Auskunft erhalten kannst.
Im Regelfall werden die Register nach Ablauf der Fristen an das zuständige Archiv abgegeben und können dann dort von jeder Person eingesehen werden. Hier gelten dann die Archivgesetze.
Die Personenstandsunterlagen der Standesämter können wertvolle Informationen liefern, aber nur, wenn die Anfragen an die Ämter und Archive präzise gestellt sind. Mit meinem individuellen Rechercheplan erhältst du eine klare Struktur, erprobte Formulierungen und alle notwendigen Hinweise für eine erfolgreiche Recherche sowie Archivanfragen. So sparst du Zeit, vermeidest unnötige Rückfragen und erhältst vollständige Auskünfte.
👉 Hier gehts zum Angebot meines Rechercheplans für deine Forschungen: Dein Individueller Recherchplan
Frage bei deinem nächsten Archivbesuch oder der nächsten schriftlichen Anfrage doch einfach mal nach Sammelakten zum gesuchten Registereintrag. Vielleicht findest du so wichtige und weiterführende Informationen für deine Forschungen.
Viel Erfolg beim Forschen in den historischen Aufzeichnungen der Standesämter!

Vom Plätzchenbacken mit alten Familienrezepten über das gemeinsame Singen und die Frage nach DEM Weihnachtslied der Kindheit bis hin zu selbstgebackenem Stollen und eigenen, neuen Familientraditionen.
Dabei wird deutlich: Weihnachten ist gelebte Familiengeschichte.
Alles, was wir an Ritualen, Gerüchen, Liedern und kleinen Gewohnheiten weitergeben, wird irgendwann Teil der eigenen Familienkultur. Genau darum geht es in dieser Folge: persönliche Erinnerungen, regionale Besonderheiten, ein bisschen Nostalgie und viel Adventsgefühl.
Jetzt anhören:
In dieser Folge sprechen wir u. a. über:
Das von Barbara erwähnte Weihnachtslied ist tatsächlich „Hymne an die Nacht - Heil'ge Nacht, o gieße du... (Ludwig van Beethoven). Barbara's Familie singt es wohl etwas schneller ;-)
Hier findest du eine Choraufnahme: https://youtu.be/LmEjab7B1hE?si=C96WZPQmA6MKcMtr
„Bevor wir dieses eine Lied nicht gesungen haben, ist Weihnachten bei uns nicht zu Ende.“ – Barbara
„Ich mag eigene Traditionen zu starten und auch mal etwas anders zu machen“ – Lars
In der kommenden Episode knüpfen wir an dieses Gespräch an. Dann gehen wir der Frage nach:
Wie kommt man eigentlich mit der eigenen Familie über frühere Zeiten, Erinnerungsstücke und Weihnachtsgeschichten ins Gespräch?
Lars erzählt die Geschichte eines alten Nussknackers aus DDR-Zeiten und Barbara zeigt ihre Methode, wie man Familienkultur und Erinnerungen „ans Tageslicht“ holt.
Bleib also dran und eine schöne Adventszeit!
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]]>In dieser Folge sprechen Barbara und Lars über ein Thema, das viele Forschende verdrängen bis es plötzlich akut wird: Wie bewahren wir unsere Forschung sinnvoll auf und wohin geben wir Unterlagen, damit sie nicht verlorengehen?
Der Anlass könnte praktischer kaum sein: Lars war in dieser Woche als Dokumentenkurier unterwegs und hat Aufzeichnungen zur Dresdner Frauenkirche ins Archiv gebracht. Daraus entwickelten sich Fragen, die jede genealogisch arbeitende Person früher oder später betreffen.
Jetzt anhören:
Viele Forschende arbeiten Jahrzehnte an ihrer Familiengeschichte. Sammeln Namen, Daten, Dokumente und so manche spannende Geschichte zu den Vorfahren. Aber was passiert eigentlich mit den Sammlungen, wenn wir mal nicht mehr auf dieser Erde wandeln. Genau hier setzt das Gespräch an: Ein Vorlass muss nicht kompliziert sein, aber er sollte bewusst geplant und gestaltet werden.
Lars beschreibt, wie er private Unterlagen zur Frauenkirche ins Archiv brachte und warum solche Sammlungen, gerade wenn sie aus persönlicher Mitarbeit entstanden sind, für Archive ein echter Gewinn sein können.
Barbara und Lars sprechen darüber, wie Archive entscheiden, welche Dokumente sie übernehmen: Passt das Material zum Sammlungsprofil? Ergänzt es eine bestehende Überlieferung? Ist es geordnet genug, um tatsächlich verarbeitet zu werden?
Gleichzeitig machen beide klar, dass Archive – vor allem kommunale – aus Kapazitätsgründen oft die Verlass- oder Nachlassangebote nicht annehmen können.
Ein wichtiger Punkt: Einige gesellschaftliche Themen und historische Aufzeichnungen sind in offiziellen Archiven kaum dokumentiert, wie etwa die der ökumenischen Friedensbewegung in der DDR. Gerade hier können private Notizen, Fotos und Erinnerungsdokumente historische Lücken schließen.
Das Gespräch ruft dazu auf, Lücken in bestimmten Archivbestände zu füllen und historische Überlieferungen durch Aufzeichnungen aus dem Privatarchiv zu ergänzen.
Ein weiteres Thema, dass angesprochen wird betrifft ebenfalls nahezu alle Forschenden: digitale Sicherung bzw. Sicherungskopien.
Lars stellt fest, dass ein Teil seiner Ordner plötzlich leer war. Eine Erinnerung daran, dass Backups, Papierdubletten und klare Ablagestrukturen nicht optional sind, sondern unbedingt regelmäßig angefertigt werden sollten.
Zum Abschluss des Gespräch wird der Blick geweitet: Nicht jeder möchte Kartons ins Archiv geben. Publikationen, ob als Blog, Buch, Artikel oder Audio können eine eigenständige Form der Bewahrung sein. Eine Familiengeschichte, strukturiert aufgeschrieben, hat deutlich bessere Chancen, bei den eigenen Nachkommen anzukommen als ein ungeordneter Aktenberg.
„Unsere Nachfahren wollen keine Ordner voller Zettel. Aber eine erzählte Familiengeschichte kann etwas sein, das wirklich weitergegeben wird und Zugang zur genealogischen Forschung bieten kann.“
„Viele wichtige Informationen liegen ausschließlich in privaten Händen und sind in Archiven nicht auffindbar. Wenn wir sie nicht sichern, bleiben diese Kapitel der Geschichte ungeschrieben.“
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]]>Jetzt anhören:
Freude über neue Digitalisate
Barbara berichtet von der Veröffentlichung neuer Sammlungen bei FamilySearch, unter anderem Lübecker Kirchenbücher, die ihr neue Zugänge zu bisher unerforschten Vorfahren eröffnen. Die Veröffentlichung weckt bei ihr die Forscherleidenschaft und sorgt für geplante lange Nächte voll Forschung.
Forschungsorganisation und Methodik
Sie erklärt, wie sie ihre historischen Recherchen strukturiert: mit Research Logs in Evernote, in denen sie für jede untersuchte Person notiert, was sie bereits gefunden und auch was sie nicht gefunden hat. Diese sogenannten Negativ-Ergebnisse verhindern ebenso doppelte Arbeit und erleichtern späteres Anknüpfen an alte Recherchen.
Arbeiten mit Digitalisaten
Auch wenn viele Kirchenbücher heute indexiert sind, empfiehlt Barbara immer den Blick ins Originalbild: Randnotizen, Korrekturen oder Nachträge werden in Indizes oft nicht erfasst. Für eine saubere Dokumentation gehören daher Screenshots, Quellenangaben und Belegdateien zur persönlichen Ordnung einer Forscherin dazu.
Technik, Digitalisierung und Dank an die Freiwilligen
Wir sprechen über die enorme Arbeit hinter den Digitalisierungsprojekten von FamilySearch, Archion und anderen Plattformen. Hinter jeder durchsuchbaren Seite stehen Menschen, die Kirchenbücher scannen, transkribieren und kontrollieren. Diese Arbeit macht moderne Ahnenforschung erst möglich und verdient Wertschätzung.
Zukunft der Forschung
Trotz KI- und Texterkennung bleibt menschliches Mitdenken unersetzlich. Genealogie braucht weiterhin neugierige Forschende, die Strukturen erkennen, Quellen kritisch prüfen und die Geschichten hinter den Namen sichtbar machen.
Fazit
Die neue Folge zeigt, wie sehr Digitalisierung die Familienforschung erleichtert und dass sorgfältige Dokumentation, Geduld und Begeisterung weiterhin entscheidend bleiben. Zwischen Tagungstrubel und Forscherleidenschaft entsteht so ein ehrlicher Einblick in den Alltag einer aktiven Familienforscherin.
„„Auch wenn alles digital und online verfügbar ist – Forschen heißt, selbst genau hinschauen.“
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]]>Im zweiten Teil unseres Gesprächs sprechen wir über die Zukunft genealogischer Vereine. Wir schauen darauf, wie sich Publikationen verändert haben, warum die aktive Mitarbeit oft auf wenigen Schultern ruht, und welche neuen Wege Vereine gehen können, um jüngere Forschende einzubinden. Außerdem geht es um internationale Zusammenarbeit und darum, wie sich Gemeinschaft auch jenseits klassischer Vereinsstrukturen gestalten lässt.
Diese Episode ist Teil 2 des Gesprächs, denn beim Thema Vereine gibt es so viel zu sagen.
Barbara ist vielen bekannt als Bloggerin von Die Welten verbinden, als Mit-Organisatorin der Genealogica und als Präsidentin der International German Genealogy Partnership (IGGP).
Jetzt anhören:
Publikationen und Engagement
Manche genealogische Vereine veröffentlichen regelmäßig neue Schriften und Mitteilungshefte, andere haben ihre Publikationstätigkeit fast eingestellt. Gedruckte Hefte werden zunehmend durch digitale Formate ersetzt, aus Kostengründen und vielleicht auch aus Nachhaltigkeitsbewusstsein. Entscheidend bleibt die Aktivität der Mitglieder: Wo viele mitarbeiten, entstehen neue Inhalte.
Freiwillige gewinnen
In den meisten Vereinen tragen rund zehn Prozent der Mitglieder die Arbeit. Um neue Engagierte zu gewinnen, braucht es niedrigere Einstiegshürden: geteilte Ämter, kürzere Amtszeiten, klare Aufgabenbeschreibungen und persönliche Ansprache. Wer weiß, was auf ihn zukommt, lässt sich eher auf Verantwortung ein. So unser Fazit im Gespräch.
Einarbeitung und Weiterbildung
Viele potenzielle Vorstandsmitglieder zögern, weil sie nicht wissen, was rechtlich und organisatorisch auf sie zukommt. Eine bessere Begleitung in die Vereinsarbeit, Schulungen zu Vereinsrecht und Erfahrungsaustausch können hier viel bewirken.
Kommunikation und Ansprache
Vereine, die ihre offenen Positionen konkret ausschreiben – inklusive Aufgaben, Zeitaufwand und Ansprechpartner – bekommen deutlich mehr Rückmeldungen. Auch direkte Gespräche oder Anrufe helfen, Hemmschwellen abzubauen und Interessierte zu gewinnen.
Vereinslandschaft im Wandel
Überalterung und fehlende Nachfolge führen dazu, dass sich in einigen Regionen genealogische Vereine bereits aufgelöst haben. Gleichzeitig entstehen neue Formen: lose Stammtische, Arbeitsgemeinschaften und Online-Initiativen, die flexibel und themenbezogen arbeiten.
Beispiel IGGP
Barbara gibt Einblicke in ihre Arbeit bei der International German Genealogy Partnership – einem weltweiten Netzwerk genealogischer Gesellschaften. Ziel ist es, Forschung über Ländergrenzen hinweg zu verbinden, Projekte zu koordinieren und den Austausch zwischen Vereinen zu fördern.
Beispiel Stammtisch Unna
Als positives Gegenbeispiel nennt Barbara den genealogischen Ahnenforscher Stammtisch Unna: keine Vereinsstruktur, aber hohe Aktivität, technische Offenheit und einem zentralen genealogischer Veranstaltungskalender für Deutschland.
Fazit
Genealogische Vereinsarbeit steht unter Druck, aber sie kann sich neu erfinden. Wer Aufgaben teilt, Wissen offenlegt und Menschen konkret anspricht, stärkt das gemeinsame Forschen. Und oft reicht schon ein kleiner Schritt, um aus passiver Mitgliedschaft aktives Mitmachen zu machen.
„Es ist manchmal einfacher als gedacht. Aktive Vereinsarbeit kann erlernt werden. Wichtig ist: Kontakt aufnehmen und einbringen oder anbieten – einfach anfangen.“
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]]>Wir reden über große und kleine Vereine, über den Verein für Computergenealogie, über regionale Gruppen und darüber, warum sie selbst vielleicht nicht die typischen „Vereinsmitglieder“ sind, uns aber trotzdem gern in die Vereinsarbeit einbringen.
Außerdem geht es um die Überschneidungen zwischen genealogischen Vereinen, Geschichtsvereinen und Ortschronisten und darum, wie diese Netzwerke für die Forschung hilfreich sind.
Diese Episode ist Teil 1 des Gesprächs, denn beim Thema Vereine gab es einfach zu viel Spannendes zu erzählen. Teil 2 folgt in einer der nächsten Folgen des Podcasts.
Barbara ist vielen bekannt als Bloggerin von Die Welten verbinden, als Mit-Organisatorin der Genealogica und als Präsidentin der International German Genealogy Partnership (IGGP).
Jetzt anhören:
„Die Vereine wissen oft genau, wo welche Quelle liegt. Diese regionale Expertise ist für die Forschung Gold wert.“
Der Wochentalk will regelmäßig Einblicke in die aktuelle genealogische Szene geben mit Kolleginnen, Kollegen und engagierten Forschenden aus Deutschland und der Welt.
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]]>Wir blicken zurück auf drei volle Tage Austausch, Workshops und Begegnungen und sprechen über neue Trends, die wachsende Online-Community und die Verbindung zwischen Präsenz- und Digitalformaten.
Barbara ist vielen bekannt als Bloggerin von Die Welten verbinden, als Mit-Organisatorin der Genealogica und als Präsidentin der International German Genealogy Partnership (IGGP).
Jetzt anhören:
• Wie sich der Deutsche Genealogentag entwickelt hat, von der reinen Vereinsmesse zum offenen Treffen für Familienforscher, Genealogische Vereine, Verlage/Buchhändler, Genealogischer Softwareanbieter, Genealogische Plattformen, Dienstleister zum Thema Familienforschung ...
• Warum Workshops so wichtig sind und „Frontbeschallung“ der Vergangenheit angehört
• Neue Gesichter, Familien mit Kindern, internationale Gäste
• Rückblick auf den Ortsrecherche-Workshop und Vortrag/Workshop zum Deutschen Zeitungsportal
• Ausblick: Genealogentag 2026 in Göttingen und Genealogica 2026
„Workshops schaffen mehr echten Austausch ... das wünsche ich mir für alle künftigen Veranstaltungen.“
— Barbara Schmidt
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]]>Ein Nutzer war unsicher im Umgang mit den vorhandenen Mikrofilmgeräten und wusste nicht, wie er den Film korrekt einlegen und das Bild vergrößern konnte.
Ich konnte helfen und erklären, wie das Gerät funktioniert, und es hat mich gefreut, mein Wissen weiterzugeben. Dabei kam mir die Idee zu diesem Blog-Beitrag.
Auch ich kenne nicht jedes Gerät zum Lesen von Mikrofilmen auswendig und lerne bei jeder Nutzung und durch den Austausch mit den Archivmitarbeitern dazu. Daher möchte ich hier eine Anleitung geben, die dir den Einstieg erleichtert.
Mikrofilmlesegeräte sind unverzichtbare Werkzeuge für Historiker, Familienforscher und andere Archivnutzer, die alte Akten, Dokumente oder Zeitungsarchive einsehen wollen.
In diesem Blogartikel erkläre ich dir die verschiedenen Typen von Mikrofilmlesegeräten, stelle ausgewählte Modelle vor und gebe dir praktische Tipps zur effizienten Nutzung.
Es gibt eine Vielzahl von Mikrofilmlesegeräten, die sich in ihren Funktionen und ihrer Handhabung unterscheiden. Die hier vorgestellten Modelle sind nur Beispiele und repräsentieren typische analoge und digitale Geräte. Die grundlegende Funktionsweise ist jedoch bei den meisten Modellen ähnlich, sodass die hier beschriebenen Anleitungen dir bei der Nutzung unterschiedlicher Geräte helfen können.

Analoge Mikrofilmlesegeräte
Diese klassischen Modelle benötigen eine Lichtquelle und eine Vergrößerungslinse, um Mikrofilme sichtbar zu machen. Sie sind oft in Bibliotheken und Archiven zu finden und ermöglichen das manuelle Durchsehen von Mikrofilmrollen.
(siehe https://www.microfilmworld.com/canonms-400microfilmreaderprinterscanner.aspx)

Digitale Mikrofilmlesegeräte
Diese modernen Geräte bieten Scanfunktionen, mit denen Mikrofilme digitalisiert und am Computer angezeigt werden können. Sie erleichtern das Arbeiten mit historischen Dokumenten, da sie digitale Speicherung und Bearbeitung ermöglichen. Beliebte Modelle sind:
(Siehe: https://e-imagedata.com/scanpro-all-in-one/)
Achtung: Mikrofilmlesegeräte sind empfindliche und wertvolle Geräte, die sorgfältig behandelt werden sollten. Falls du unsicher bist, wie du ein Gerät bedienst oder Probleme auftreten, wende dich bitte an das Archivpersonal. Ich empfehle, besonders vorsichtig mit den Geräten umzugehen, um Schäden an wertvollen Archivalien zu vermeiden. Die unsachgemäße Handhabung kann sowohl den Mikrofilm als auch das Lesegerät beschädigen.
Anleitung für analoge Mikrofilmlesegeräte
(Hinweis: Falls du Dokumente ausdrucken möchtest, informiere dich vorab über die Druckmöglichkeiten im Archiv. Nicht alle Mikrofilmlesegeräte haben eine Druckfunktion, und in manchen Archiven ist das Drucken nur mit Zustimmung des Archivpersonals erlaubt.)
Anleitung für digitale Mikrofilmlesegeräte
Die Arbeit mit Mikrofilmlesegeräten erfordert etwas Übung, bietet jedoch wertvolle Einblicke in historische Dokumente. Mit den richtigen Kenntnissen und Techniken kannst du effizienter arbeiten und wertvolle Informationen gewinnen.
Nutze die hier genannten Tipps und Ressourcen, um das Beste aus deinem Mikrofilmlesegerät herauszuholen!
Falls du regelmäßig mit Mikrofilmen arbeitest, könnte es sich lohnen, vorab einen Termin mit dem Archivpersonal zu vereinbaren, um eine Einführung in die spezifischen Geräte zu erhalten.
Jedes Archiv kann unterschiedliche Geräte und Vorschriften haben. Durch eine gute Vorbereitung kannst du deine Recherchezeit effektiver nutzen und bessere Ergebnisse erzielen.
]]>Im Alter von 22 Jahren wurde er zum Militärdienst in die sächsische Armee eingezogen. Nach Napoleons Niederlage bei der Völkerschlacht zu Leipzig war das sächsische Militär 1813 auf die Seite der verbündeten Staaten (Preußen, Russland, Österreich …) gewechselt und wurde dann zum Kampf gegen Napoleon neu formiert. So dürfte auch Friedrich August zu den neu rekrutierten Soldaten gehört haben, die 1814 und 1815 (erneut) gegen Napoleon ins Feld zogen. Nach den Kämpfen in Westdeutschland und Frankreich wurde der einfache Soldat der Festungsdivision Königstein zugeteilt, wo er bis zum Ende seines Militärdienstes im Jahr 1825 blieb.
In Königstein an der Elbe fand der Festungssoldat dann wohl auch sein zukünftige Frau Johanna Juliane Hartitzsch. Einen Tag vor der offiziellen Entlassung aus dem Militärdienst (am 27.11.1825) war bereits ein erster Sohn, Friedrich August, geboren worden. Das Paar wurde schließlich im Juni 1826 in der Kirche zu Königstein getraut und blieb in dem kleinen Ort Hütten, dem Geburtsort Johannas, wohnen.

„verabschiedeter Gemeiner von der Garnison - Division der Festung Königstein, und derzeit Einwohner in den Hütten“
Dieser Eintrag zum Stand des Bräutigams im Traubuch der evangelischen Kirchgemeinde Königstein/Sachsen bildete den Ansatz für Recherchen zum Soldatenleben des Johann Friedrich August Berger.
Das Sächsische Hauptstaatsarchiv in Dresden verwahrt Aufzeichnungen zum sächsischen Militär aus den unterschiedlichen Jahrhunderten. Darunter auch Musterungslisten der militärischen Verbände aus der Zeit Napoleons. Musterungslisten sind Auflistungen von Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten sowie sonstiger zugehöriger Personen der jeweiligen Einheiten im betreffenden Musterungsjahr. Die Akten können zwischen 1 cm und 20 cm dick sein, je nach Umfang der Einheit. Die Listen sind nach Kompanien aufgeteilt. Die Namen der aufgenommenen Militärs sind nicht alphabetisch sortiert, sondern innerhalb der Einheit mit laufender Nummer und nach Rang geordnet. Eine Suche nach Namen erfordert somit nicht selten die vollständige Durchsicht der Musterungslisten.
Gattung und Namen militärischer Einheit sowie eine Jahresangabe zur Militärzeit ist für eine Suche in den Musterungslisten unbedingt nötig und sollte bei Beginn der Recherche bekannt sein! Die Anzahl der Musterungslisten zu den einzelnen Einheiten ist einfach zu groß, um diese alle durchsehen zu können.
Weitere Infos zu diesem militärischen Bestand können in der Einleitung und Geschichte des Bestandes „11241 Musterungslisten“ beim Sächsischen Staatsarchiv nachgelesen werden.
Jedes gut ausgestattete Archiv bietet dem Archivnutzer eine frei zugängliche Handbibliothek. Auch das sächsische Hauptstaatsarchiv Dresden verfügt über ausgewählte Publikationen und Standardwerke zur Geschichte Sachsens.
Wichtiges und notwendiges Hintergrundwissen zur Geschichte der sächsischen Armee und zur Festungsdivision Königstein fand ich in den Standardwerken:
Alle 3 Bände der "Geschichte der Sächsischen Armee" sind übrigens als Bestandteil der Digitalen Sammlung der Landesbibliothek Dresden (SLUB) online verfügbar.
Aus den historischen Beschreibungen bekam ich Informationen zur Festungsdivision, dem Standort Königstein, Berichte zu den wichtigen Feldzügen des gesuchten Zeitraums und wertvolles Wissen zur Rekrutierung bzw. Entlassung sächsischer Soldaten. Das erworbene Wissen half bei der Ermittlung der richtigen Musterungslisten und beim Deuten der gefundenen Inhalte.

Am Fuße der Festung Königstein fand Friedrich August Berger wohl nach seinem Militärdienst Arbeit als Steinbrecher. Zu dieser Zeit wurden noch in schwerer Handarbeit Steine mit einfachen Mitteln aus dem Fels geschlagen und gespalten. Später verdiente sich Friedrich August scheinbar seinen Lohn als Tagearbeiter an der Elbe. Die Schifffahrt auf der Elbe hatte natürlich auch in Königstein eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, welche mit Beginn der Dampfschifffahrt in den 1830er Jahren weiter zunahm.
Zum Zeitpunkt der Geburt ihres fünften und letzten Kindes, Johann Karl Gottlieb, im Oktober 1836, wohnte das Paar Berger in Elbhäuser, einer kleinen Siedlung in unmittelbarer Elbnähe. Als Unterkunft eines Handarbeiters und Tagelöhners diente Friedrich August und Johanna Juliane wahrscheinlich lediglich ein kleines Haus ohne größeres Grundstück, wo das Paar und teilweise vier Kinder Platz finden mussten.

Die Tätigkeit in einem Handwerkerberuf war und ist bis heute in den meisten Fällen auch immer mit einer Mitgliedschaft in einer Vereinigung verbunden. Diese ist je nach Region und Handwerk die Mitgliedschaft in einer Zunft oder Innung. In den besten Fällen sind Aufzeichnungen zu Mitgliedern erhalten geblieben. Zur Steinbrecherinnung fand ich im sächsischen Staatsarchiv ein „Verzeichnis der zur Königsteiner Innung gehöriger Steinbrecher“. Die im Bergarchiv Freiberg verwahrte Originalakte ist als Digitalisat über die Website des Staatsarchivs verfügbar und kann direkt online eingesehen werden.
Mit dem Wissen zum Jahr der Entlassung aus dem Militärdienst und der bekannten Tätigkeit als Steinbrecher, dem Namen und der Herkunft des Friedrich August Bergers durchsuchte ich das Verzeichnis. Unter der Nummer 191 fand ich den Eintrag zu ihm. Der 1792 in Höckendorf geborene Friedrich August Berger war am 27. Juni 1827 eingeschrieben worden. Er wohnte in Hütten und arbeitete im Steinbruch „Oberleithe“ in Königstein. Mit Überraschung las ich in der Spalte „Gestorben oder abhanden gekommen“ die Angaben zum Tod des Friedrich August Berger: "erfroren 1840". Damit hatte mir das Verzeichnis der Innung nicht nur die Tätigkeit als Steinbrecher bestätigt, sondern auch den bis dahin nicht bekannten Verbleib geklärt.

Von den zwischen 1825 und 1836 geborenen fünf Kindern (fünf Söhnen) des Paares Friedrich August Berger und Johanna Juliane, geb. Hartitzsch verstarben ein 3-jähriger Sohn an Keuchhusten und ein 4-jähriger Sohn an der „englischen Krankheit“.
Keuchhusten, auch als Pertussis oder Stickhusten bekannt, ist bis heute eine ernst zunehmende Erkrankung der Atemwege. Immer wieder verursachte Keuchhusten Epidemien, so auch 1815/1816 in Deutschland. Erst mit der 1933 in Deutschland eingeführten Impfung konnte diese bis dahin häufige Kinderkrankheit eingedämmt werden. Die Lungenkrankheit kann darüber hinaus bei Menschen aller Altersgruppen gefährlich werden und war in den Jahren 2008 bis 2012 Auslöser von Epidemien in Australien. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Keuchhusten#Geschichte)
Die „englische Krankheit“ oder Rachitis ist eine Erkrankung der Knochen oder des Knochenwachstums. Als Folge können höhere Anfälligkeiten für Infektionskrankheiten aller Art oder schmerzhafte Knochenverformungen auftreten. Im 19. Jahrhundert wurde sie vor allem durch Mangelernährung und Vitamin-D-Mangel verursacht. Die Krankheit trat am häufigsten in den (industrialisierten) Städten Englands auf, wo viele Kinder zur Arbeit in dunklen Bergwerken und Fabriken eingesetzt wurden. Das ist wohl auch der Ursprung für die bekannte Bezeichnung als „englische“ Krankheit. Der Mangel durch unzureichende Ernährung und fehlendem Sonnenlicht konnte schließlich durch die gezielte Verabreichung von Vitamin-D und UV-Bestrahlung gemindert und beseitigt werden. Erste erfolgreiche Behandlungen wurden bereits 1918 von englischen Ärzten durchgeführt. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rachitis)
Bei dem Sohn Friedrich August Bergers könnte mangelhafte Ernährung oder aber auch eine Erberkrankung die Ursache für die Rachitis gewesen sein.
Johanna Juliane Berger, geborene Hartitzsch starb am 28.4.1866 mit 64 Jahren an den Auswirkungen eines Geschwulstes als Witwe. Sie wurde auf dem Höckendorfer Friedhof beigesetzt. Ihr Ehemann, Friedrich August, war bereits 1840 gestorben. Das Paar erlebte weder die Heirat des jüngsten Sohnes noch den Tod des ältesten Sohnes im Jahr 1867.
Im Januar 1867 beging der 41-jährige Handarbeiter und Junggeselle, Friedrich August Berger, Selbstmord. Der Leichnam des ältesten und gleichnamigen Sohnes des ehemaligen Festungssoldaten wurde für Untersuchungszwecke an das anatomische Institut nach Leipzig überstellt.
Im April 1867 heiratete Johann Karl Gottlieb (1836-1903), als jüngster Sohn Friedrich August Bergers in Höckendorf seine 7 Jahre jüngere Frau Emilie Alwine Lohse. Bei der Geburt ihres elften Kindes, Ernst Emil (1881-1924), starb die Mutter Emilie Alwine an Herzlähmung mit nur 37 Jahren.
Im Juli 1897 ertrank der 70-jährige Johann Karl Leberecht Berger. Der ledige Tagearbeiter (zweitgeborener Sohn des Friedrich August und der Johanna Juliane Berger, geb. Hartitzsch) wurde auf dem Königsteiner Friedhof bestattet.
Die genauen Umstände zum Tod und der Ort der Bestattung des Steinbrechers Friedrich August Berger selbst konnte bisher nicht ermittelt werden. Weder in den Kirchenbüchern zu Königstein noch in Höckendorf fand sich ein Eintrag zu seinem Tod. Den Angaben im Verzeichnis der Steinbrecherinnung folgend kann davon ausgegangen werden, dass er in Königstein verstarb. Johanne Juliane Berger zog scheinbar gemeinsam mit zwei Söhnen nach Höckendorf, dem Herkunftsort ihres Mannes. Vermutlich hatte der Tod ihres Ehemannes und das extreme Elbehochwasser im Jahr 1845 der Frau mit Kindern die Lebensgrundlage genommen.
Der jüngste Sohn Friedrich August Bergers, Johann Karl Gottlieb, gründete als einziger der Söhne eine Familie und wurde als Schneider in Höckendorf sesshaft. So führte er die Stammlinie der Familie Berger schließlich in Höckendorf fort. Diese Linie wurde im Rahmen von Auftragsrecherchen von 2017 bis 2020 erforscht.
]]>Willkommen bei ArchivBegleiter ON AIR – deinem Podcast für erfolgreiche Archivrecherche.
Hier erfährst du alles, was du wissen musst, um die Schätze vergangener Zeiten zu entdecken.
Ein passionierter Gastgeber und eingeladene Experten teilen ihre besten Tipps, Tricks und Erfahrungen, um dir zu helfen, das Beste aus deinen Archivrecherchen herauszuholen.
Von den Grundlagen der Archivrecherche bis hin zur professionellen Informationssuche – hier findest du Anleitung, um in den Archiven erfolgreich zu navigieren.
Erfahre, wie du die richtigen Archive ermittelst, Aktenbestände effizient durchsuchst, wertvolle Dokumente und Aufzeichnungen findest.
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Egal, ob du ein Hobby-Forscher, ein Geschichtsinteressierter oder ein professioneller Autor bist, der Archivbegleiter Podcast bietet dir wertvolle Einblicke und Inspiration für deine Reise zu dir unbekannten Archivmaterialien.
Hier eine Übersicht zu den bisher veröffentlichten Folgen (inkl. Links zu den Folgenseiten)
Folge 1: Ein Podcast für die Archivrecherche
Folge 2: Von der Festung Königstein in den Steinbruch
Folge 3: Mikrofilme lesen leicht gemacht
Folge 4: Genealogischer Wochentalk #1: Rückschau zum 75. Deutschen Genealogentag
Folge 5: Genealogischer Wochentalk #2: Genealogische Vereine - Teil I
Folge 6: Genealogischer Wochentalk #3: Genealogische Vereine - Teil II
Folge 7: Genealogischer Wochentalk #4: Endlich wieder nächtelanges Forschen
Folge 8: Genealogischer Wochentalk #5: Genealogische Forschungsergebnisse bewahren und weitergeben
Folge 9: Genealogischer Wochentalk #6: Traditionen, Plätzchen und Familiengeschichten
Folge 10: Mehr als nur die Geburtsurkunde
Folge 11: Genealogischer Wochentalk #7: Familiengeschichte im Gespräch
Folge 12: Warum ich die Genealogica unterstütze und was Aussteller dort erwartet
Folge 13: Fallstudie: Gedingemann George Berger und die Grenzen der Kirchenbuchforschung
]]>Nun hätte ich bei meinem nächsten Besuch im Kirchenarchiv einfach das betreffende Kirchenbuch durchsuchen können. Vielleicht ließe sich der Eintrag auch einfach finden. Oder ich würde Rüdiger ohne Ergebnis zurückschreiben müssen.
Erfahrungsgemäß lohnt es sich, in solchen Fällen genauer hinzuschauen. Denn: Wenn du andere Forscher, auch professionelle Recherchedienstleister wie mich, lediglich als "verlängerten Arm" betrachtest, verschenkst du möglicherweise wertvolle Möglichkeiten und zahlst am Ende womöglich doppelt.
Das heißt nicht, dass du alles aus der Hand geben musst. Natürlich bin ich Dienstleister. Ich übernehme Aufträge, arbeite nach deinen Vorgaben und stelle meine Zeit und mein Wissen zur Verfügung.
Oft wird dabei angenommen, dass es einfach darum geht, etwas nachzuschlagen oder ein bestimmtes Dokument zu finden. Das ist auch völlig in Ordnung, wenn es genau das ist, was du brauchst.
Aber in vielen Fällen lohnt es sich, etwas weiter zu denken: Was soll am Ende wirklich erreicht werden? Und wie kann man gezielt dorthin kommen?
(*verwendete Namen sind geändert)
Häufig steht am Anfang einer Recherche eine konkrete Frage oder ein bestimmter Wunsch, dem man auf den Grund gehen möchte:
Vielleicht fehlt dir das letzte Puzzlestück in der Familiengeschichte. Vielleicht hoffst du auf einen Hinweis, der alles in ein neues Licht rückt. In jedem Fall willst du nicht nur "irgendetwas" finden, sondern etwas, das dir weiterhilft.
Manche Anfragen erreichen mich mit sehr konkreten Vorstellungen: Ein bestimmter Eintrag soll gesucht werden, das Ziel ist klar umrissen. In anderen Fällen bleiben Informationen vage oder lückenhaft. Manchmal liegt das daran, dass anfragende Forscher nicht wissen, welche Angaben hilfreich sind. Mitunter aber werden Daten auch bewusst weggelassen – etwa aus Sorge um Datenschutz oder aus schlechten Erfahrungen heraus.
Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar.
Gleichzeitig gilt: Je mehr Kontext mir zur Verfügung steht, desto gezielter kann ich recherchieren. Auch vermeintlich nebensächliche Informationen können entscheidend sein, um den richtigen Quellenbestand zu identifizieren oder unnötige Umwege zu vermeiden.
Verlässliche Zusammenarbeit beruht auf gegenseitigem Vertrauen und einem gemeinsamen Verständnis des Forschungsziels. Deshalb lohnt es sich, auch bei scheinbar einfachen Rechercheaufträgen einen Moment Zeit für die Abstimmung zu investieren.
Du kennst deine Familie, dein Thema und deinen bisherigen Weg am besten. Du kennst deine bisherigen Recherchen, weißt, was dich voran bringt und welche Fragen offen sind.
ICH bin geübt darin, Informationen in Archiven zu finden, insbesondere in Sachsen. Ich habe viele Recherchen durchgeführt, kenne typische Fallstricke, weiß, wie Bestände aufgebaut sind, und kann helfen, gezielt vorzugehen. Ich bringe Erfahrung in historischen Themen, in genealogischer Recherche und im Umgang mit Archivsystemen mit.
Ich kenne nicht jede Quelle, nicht jeden Namen, nicht jeden Aktenbestand – aber ich kann mich schnell einarbeiten. Und ich lerne mit jedem Auftrag weiter.
Wenn du mir die Möglichkeit gibst, mit- und vorauszudenken, kann ich dir oft mehr liefern als erwartet: nicht nur Daten, sondern auch Kontext, Zusammenhänge und Perspektiven.
Auch mit Erfahrung, guter Planung und klarem Ziel bleibt eine Archivrecherche ein Prozess mit Unsicherheiten. Das ist keine Ausrede, sondern Realität.
Mögliche Hindernisse können sein:
Dennoch: Auch eine erfolglose Recherche kann wichtige Erkenntnisse liefern. Zum Beispiel über Lücken, alternative Quellen oder neue Fragestellungen.
Es ist wichtig, realistische Erwartungen an Umfang und Ergebnis einer Recherche zu haben. Eine gute Vorbereitung und enge Abstimmung können dabei helfen.
Wenn du mich mit einer Recherche beauftragst, kannst du mehr erwarten als nur "Bitte finden Sie diesen Eintrag". Du bekommst:
Kurz gesagt: Du bekommst nicht nur Ergebnisse, sondern Erkenntnisse.
Du gewinnst Zeit, Klarheit und einen strukturierten Blick auf deine Forschung. Du musst dich nicht selbst durch Findbücher, Verzeichnisse und Archivregeln arbeiten, sondern kannst dich auf deine Fragen und das Verstehen der Ergebnisse konzentrieren.
Du sparst nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Und du bekommst eine Rückmeldung, ob deine Fragestellung so praktikabel war oder ob sie verfeinert werden sollte.
Damit ich dir wirklich helfen kann, brauche ich:
Natürlich kann ich keine Wunder versprechen – aber ich arbeite mit Sorgfalt, Erfahrung und einem geschulten Blick für das Wesentliche.
Recherchedienstleister sind im besten Fall nicht einfach nur Auftragnehmer, die Listen abarbeiten und Anweisungen entgegennehmen. Sie bringen Erfahrung mit und helfen dabei, selbst unscheinbare Details richtig einzuordnen – oft liegt genau dort der entscheidende Hinweis. Sie können helfen, schneller ans Ziel zu kommen – oder die nächste Frage überhaupt erst zu erkennen.
Gerade bei kniffligen Fragen kann es hilfreich sein, (professionelle) Unterstützung einzubeziehen, um gezielter voranzukommen. Es geht nicht nur darum, Daten und Arbeit abzugeben. Sondern darum, gemeinsam besser zu finden.
Lass dir beim Finden helfen!
Dein persönlicher Archivbegleiter
Eine Schlussbemerkung: Es gibt Anfragen, die sehr klar und konkret gestellt sind: „Ich suche diesen einen Eintrag – bitte schauen Sie nach.“ Solche Aufträge sind absolut legitim und oft besonders effizient, gerade wenn Entfernung, Zeit oder Zugang ein Hindernis sind. Dieser Text richtet sich nicht gegen solche Anliegen. Vielmehr geht es mir um die Fälle, in denen durch etwas mehr Kontext, Offenheit oder Zusammenarbeit deutlich mehr erreicht werden kann – und genau dort möchte ich zum Nachdenken anregen.
]]>So ein Mist mit Mütze! Ich war echt satt. Aber ich war irgendwie auch selbst schuld.
Ich schaute mir meine Anfrage noch einmal an.
Meine zentrale Frage war eigentlich klar. Aber irgendwie hatte ich mich nicht deutlich ausgedrückt. Bekannte Informationen und die Nennung von benötigten Dokumenten waren vermischt. Ich hatte bekannte Registernummern an der falschen Stelle genannt. Dabei lag mir das Dokumente doch schon vor und ich wollte es nicht noch einmal haben.
Wahrscheinlich war die Mitarbeiterin bei meiner Anfrage davon ausgegangen, dass ich beglaubigte Kopien benötige. Hier hätte sie aber auch mal nachfragen können. Oder nicht?
Ach, das war ja nett. Sie hat mir noch die Heirat mit rausgesucht. Das Datum wusste ich ja schon. Warum habe das Jahr dann nicht in meiner Anfrage mit angegeben? Ok! Das war wohl etwas mehr Arbeit, die Namenverzeichnisse der möglichen Jahre der Heiraten zu durchsuchen.
Der zusätzliche Aufwand kosten dann eben mehr. Sind eben 24 Euro pro angefangene halbe Stunde.
Solche ein Ergebnis bei einer Anfrage. Die Gebühren hab ich natürlich trotzdem bezahlt.
Das ist mir nur zweimal passiert.
Inzwischen habe ich mehr Erfahrung mit Anfragen und kann häufig gut einschätzen, was mich die Auskunft mit Kopien kosten wird.
Folgende Punkte beachte ich inzwischen bei jeder meiner Anfragen.
Schildere kurz und strukturiert Dein eigentliches Anliegen und stelle Deine Fragen ganz konkret. Erleichtere dem Bearbeiter das Lesen und unterteile mögliche Sinnzusammenhänge in Absätze. Bei einer etwas längeren Erläuterung, empfiehlt es sich, die zentrale Frage am Ende noch einmal zu wiederholen
Wenn Dir die betreffenden Aktenbestände oder Aktentitel im Archiv bereits bekannt sind, du vielleicht schon Nummer und Jahrgang des betreffenden Standesamtsregisters vorliegen hast oder du ganz konkret Namen, Lebensdaten, Verwandtschaft und Beruf einer gesuchten Person benennen kannst, dann teile das in deiner Anfrage unbedingt mit. So kannst du dem Sachbearbeiter Zeit sparen oder der Archivarin helfen, die gesuchten Informationen schneller zu finden. Das spiegelt sich natürlich dann auch im Gebührenbescheid wieder. Weniger Aufwand bei der Recherche niedrigere Gebühren.
Wofür werden beglaubigte Kopien überhaupt benötigt? Meines Wissens sind beglaubigte Kopien oder Abschriften von Dokumente nur bei offizielle Anträgen oder bestimmten Rechtsgeschäften notwendig, wo die Echtheit und Herkunft des Originaldokuments nachgewiesen werden muss. Du kennst das vielleicht von der Beglaubigung von Abschlusszeugniskopien oder Beispielsweise beim Nachweis eines Sterbefalls gegenüber Ämtern und Behörden.
Am bekanntesten unter uns genealogischen Forschern ist die Beglaubigung von Kopien der Personenstandsurkunden durch das Standesamt.
Wenn du die Kopien aus den (archivierten) Standesamtsregistern nicht für offizielle Zwecke benötigst, dann fordere eben deutlich nur „einfache Kopien“ an. Besonders bei Anfragen zu Geburtstag-; Heirats- oder Sterbeeinträgen gehen einige Ämter und Archive häufig davon aus, dass beglaubigte Kopien benötigt werden. Für die reine genealogische Forschung ist das aber natürlich nicht notwendig.
Eine Beglaubigung kann 5 bis 10 Euro oder sogar mehr pro Kopie kosten. Eine einfache s/w Kopie 10 Cent oder 50 Cent plus einer eventuellen Grundgebühr und Portokosten bei postalischen Zustellung.
Du kannst die Bearbeitung deiner Anfrage an das Archiv zusätzlich durch Mitteilung bekannten Daten unterstützen. Indem du zum Beispiel kurz und übersichtlich die bereits bekannten Informationen zur gesuchten Person, deren Verwandten oder wichtige Hintergrundinformationen in einem Absatz zusammenfasst. In meiner Arbeit hat sich auch bewährt, bereits vorhandene Dokumentenkopien mitzusenden. So hilfst du dem/der Bearbeiter/in bei der Recherche in den Archivbeständen. Zudem teilst du am Besten gleichzeitig mit, welche Dokumente du nicht mehr benötigst. Die Mitteilung bereits bekannter Informationen sowie bereits vorliegender Dokumente kann im besten Fall die Beantwortung der Anfrage beschleunigen und ein Doppelung von Dokumenten vermeiden.
Jede Stadt und Gemeinde, jedes Staats- und Landesarchiv arbeitet auf der Grundlage einer Gebührenverordnung. Darin ist klar aufgeführt, was dich eine Auskunft, eine beauftragte Recherche oder die Anfertigung von Kopien (Reproduktion kostet) Die Gebührenübersicht findest du entweder auf den Internetseiten der Stadtverwaltung oder des Archivs. Wenn nicht, dann kannst du dich natürlich ebenso telefonisch nach den möglichen Gebühren für deine Anfrage erkundigen. Wenn du bisher noch nicht oder kaum Anfragen gestellt hast, dann informiere dich am besten vor deiner nächsten Anfrage.
Hier noch einmal die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
Wenn Du die genannten Punkt nicht nur gelesen hast, sondern bei deinen nächsten Anfragen bei Ämtern und Archiven auch beachten wirst, dann vermeidest du unnötige Gebühren. Natürlich solltest du meine Hinweise immer entsprechend dem Ziel deiner Anfrage anwenden.
Viel Erfolg bei den nächsten Anfragen und beim weiteren Forschen.
Lass Dir beim Finden helfen!
Dein Archivbegleiter
]]>Wir brauchen mehr online verfügbare Quellen.
Spätestens seit der Corona-Pandemie und des damit eingeschränkten Zugangs zu sächsischen Archiven sollte das deutlich geworden sein. Zunehmend sind auch aus sächsischen Archiven Akten als vollständige Digitalisate online verfügbar.
Eine Aktenbestand davon sind sächsische Gerichtsbücher. Die Handelsbücher, Konsensbücher, Lehnbücher und andere gerichtliche Aufzeichnungen sind ein wichtige Informationsquelle für die genealogischen Forschungen, für rechtshistorische oder sozialhistorische Untersuchungen. Darin finden sich teilweise umfangreiche Belege für Land- und Hausverkäufe, für Geldleihen und Vererbung von Besitz (Erbkaufverträge).
Im Mai 2020 waren die ersten 15% des Archivbestandes Gerichtsbücher vom Sächsischen Staatsarchiv online gestellt worden. Inzwischen können rund 17700 digitalisierte Gerichtsbücher über die Seite des Staatsarchivs online eingesehen werden. Das sind mehr als 7 Millionen Digitalisate.
Abgesehen davon sind neben den Gerichtsbüchern u. a. Akten des sächsischen Oberhofmarschallamtes, des Geheimen Kabinetts, Militärakten der sächsischen Armee, überlieferte Aufzeichnungen sächsischer Unternehmen sowie Akten zum sächsischen Bergbau vom Sächsischen Staatsarchiv online gestellt worden.
Eine Übersicht zu den bereits verfügbaren Digitalisaten kannst du dir auf der Internetseite des Archivs anzeigen lassen: Bestände mit Online-Digitalisaten
Mit Hilfe der Such- und Filterfunktionen können hier die jeweiligen Gerichtsbücher zu den einzelnen Orten und Gerichten ermittelt werden. Für die gezielte Recherche zu bestimmten Jahren und Orten gibt es jedoch bereits praktischere Online-Werkzeuge.
Bereits seit September 2016 sind die sächsischen Gerichtsbücher über ein Online-Portal des ISGV (Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde) online recherchierbar: www.saechsische-gerichtsbuecher.de
Damit ist ein Verzeichnis für Gerichtsbücher aus mehr als vier Jahrhunderten (Anfang 15. Jh. bis 1856) verfügbar.
Im Projekt des sächsischen Staatsarchiv sind beinahe 23000 Gerichtsbücher bearbeitet worden. Darunter Archivalien des sächsischen Staatsarchivs und neun weiterer sächsischer Stadtarchive. Informationen zum mehr als 4700 Orten wurden hier erfasst.
Auf dem Portal findest du neben den Informationen zum Erfassungsprojekt wichtige Erläuterungen zu den Arten der Gerichtsbücher und kannst gezielt nach Orten und Gerichten suchen. Die Möglichkeit der Eingabe von Ortsnamen erleichtert das Auffinden des betreffenden Gerichtsbuches, ohne erst das (damals) zuständige Gericht ermitteln zu müssen.
Die Suchergebnisse lassen sich nach den gesuchten Jahren eingrenzen und sind (wenn online verfügbar) direkt mit der digitalen Quellen verlinkt.
In meinem Erklärungsvideo erläutere ich Aufbau, Inhalt und Suchmöglichkeit auf der Internetseite „saechsische-gerichtsbücher.de“
In meinem Beitrag zum digitalen Historischen Ortsverzeichnis habe ich bereits die wichtigsten Inhalte, Funktionen und Möglichkeiten des Ortsverzeichnisses vorgestellt.
Wenn du mit Hilfe des sächsischen Ortsverzeichnisses den gesuchten Ort – den Ort deiner Vorfahren – ermitteln konntest, findest du dort unter dem Abschnitt „Verlinkungen“ die direkte Verbindung zum Suchportal für Sächsische Gerichtsbücher. Von da gelangst du dann, wie im Video beschrieben, zu den digitalisierten Büchern.
Für die Einsicht bestimmter Gerichtsbücher oder ähnlicher Aktenbestände, die (noch) nicht online verfügbar sind, musst du immer noch ins Archiv nach Dresden oder Leipzig fahren. Doch ein Besuch in den jeweiligen Standorten lohnt sich immer. Die Einsicht hier ist relativ unkompliziert und bei Fragen findest du im Archiv immer freundliche Unterstützung. An den Standorten Dresden und Leipzig sollten eigentlich alle verfilmten und digitalisierten Gerichtsbücher verfügbar sein. Den Ort für die Benutzung der Akte findest du immer in den Details zur Archivalie (nach Auswahl des Eintrags in der Ergebnisliste bei der Suche auf der Internetseite Sächsisches Staatsarchiv).
Hier ein schon nicht mehr ganz aktuelles aber immer noch hilfreiches Video zur Ermittlung der verfilmten Gerichtsbücher im Staatsarchiv
Alle notwendigen Kontaktdaten zu den Archivstandorten findest du auf den Unterseiten der Archive: archiv.sachsen.de/unsere-standorte
Solltest du einen Archivbesuch planen dann schau doch einfach (noch einmal) in meinen Blogeintrag zum „Ersten Archivbesuch“ rein.
Hab ich etwas vergessen zu erwähnen? Dann schreib mir doch einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag.
Viel Erfolg bei der Ermittlung und beim Durchstöbern der sächsischen Gerichtsbücher!
]]>Bei Recherchen in den Kirchenbüchern der sächsischen Gemeinde Höckendorf bei Dippoldiswalde stieß ich auf diese Notiz am Geburtseintrag der Hedwig Selma Berger. Was hatte das zu bedeuten? War Selma tatsächlich nach Amerika ausgewandert oder hatte sie nur eine Besuchsreise geplant?

In der Erforschung der betreffenden Familie Berger in Sachsen war mir bis dahin keine Auswanderung von Familienmitgliedern begegnet. Ich freute mich über diesen Forschungsansatz und wusste, dass mein Kunde über eine historische Verbindung nach Amerika mindestens genau so erfreut sein würde.
Da mir die Kirchenbücher als historische Quelle zu einer Auswanderung nicht mehr verraten würden, suchte ich nach weiteren Informationsquellen.
Hedwig Selma wurde am 17. Februar 1875 in Höckendorf bei Dippoldiswalde geboren. Sie war das sechste Kind Karl Gottlieb Bergers und Emilie Alwine Berger (geborene Lohse, verwitwete Ihle). Es war die zweite Ehe der Mutter. Die Mutter Alwine starb im Jahre 1881 mit 37 Jahren bei der Geburt ihres 12. Kindes. Sie hinterließ neben ihrem Ehemann 8 noch unmündige Kinder zwischen 0 und 16 Jahren. Der Vater Karl Gottlieb Berger heiratete 1894 ein zweites Mal (eine gebürtige Schwedin) und starb im Jahr 1903 mit 66 Jahren.
Ich konzentrierte meine weiteren Recherchen auf die Ansatzpunkte „Geburtsschein 1923“, „verwitwete Schiffel“ und „Bruder in Amerika“.
Als Selma ihre Reise plante waren ihre leiblichen Eltern bereits länger verstorben.
Erster Anlaufpunkt für Online-Recherchen zu Auswanderungen ist bei mir die genealogische Internetplattform „Ancestry" Eine erste Recherche in der dort verfügbaren Sammlungen zu „Einwanderung und Auswanderungen“ ergab für den Namen "Hedwig Selma Schiffel" keine Ergebnisse. Ich suchte mit der verfügbaren Suchmaske auf der Plattform und filterte die relevanten Sammlungen heraus. Ich probierte dabei ebenso wahlweise mit den Familiennamen Berger und Schiffel sowie dem bekannten Geburtsjahr Selmas und dem möglichen Jahr der Ausreise, dabei stets mit den Möglichkeiten der unterschiedlichen Suchgenauigkeiten (Variationen). Leider ohne Erfolg.
Ich versuchte auch über die Namen der Brüder Selmas Aufzeichnungen zur Ausreise zu finden. Hierbei konnten eigentlich nur zwei leibliche Brüder in Frage kommen, bei denen aufgrund der bekannten Lebensdaten eine Auswanderung wahrscheinlich war. Doch auch zu diesen fanden sich in den digitalen Sammlungen keine weiterführenden Einträge.
Bei "Ancestry" hatte ich zusätzlich in folgenden Beständen erfolglos gesucht:
- Handschriftliche Indizes Hamburger Passagierliste, 1855-1934
Über die Suchmaske hatte ich zwar verschiedene Einträge zu einem Ernst Berger sowie einer Selma Schiffel gefunden. Leider stimmten die Geburts- und Ausreisedaten nicht mit den gesuchten Personen überein.
In einem weiteren Schritt suchte ich in Passagierlisten-Datenbank der "Gesellschaft für Familienforschung - Die Maus“ auch in den verfügbaren Bremer Passagierlisten. Schließlich war eine Schifffahrt von Bremen nach Amerika eine der Möglichkeiten für die Überfahrt. Jedoch gab es für mich auch hier kein positives Ergebnis. Der Familienname Schiffel fand sich für das Jahr 1923 nicht verzeichnet.
Ich brach die Online-Recherche an dieser Stelle zunächst ab und beschloss im Archiv nach relevanten Beständen und Akten zu suchen.
Wer Reisen oder Auswandern will benötigt einen Reisepass und sollte die „Angelegenheiten“ am Heimatort geklärt haben. Dies war auch zu Selma Schiffels Zeiten so.
Für die Ausstellung bzw. Beantragung von Reisedokumenten stellte die Kirchgemeinde einen Geburtsschein aus. Mit dem Wissen aus dem Kirchenbuch, dass im Jahr 1923 für Hedwig Selma Schiffel eben so ein Dokument ausgestellt wurde, begab ich mich auf die Suche nach weiteren Verwaltungsdokumenten in sächsische Archiven.
Höckendorf gehörte damals zur Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde, die – wie ich aus vergangenen Recherchen wusste - als staatliche Institution auch in den Angelegenheiten betreffend Staatsangehörigkeit, Auswanderungen oder Passwesen zuständig war.
Die Akten der ehemaligen Amtshauptmannschaften befinden sich heute beim Sächsischen Staatsarchiv. Da Dippoldiswalde zum Bereich Dresden gehört(e) sind die Aktenbestände heute im Hauptstaatsarchiv in Dresden verwahrt.
Ich begab mich also nach entsprechender Vorbereitung ins Hauptstaatsarchiv und durchsuchte alle relevanten Bestände und Akten zum Thema Auswanderung und Dippoldiswalde.
Neben den sehr interessanten allgemeinen Verordnungen zur Auswanderung aus Sachsen im 19. und 20. Jahrhundert, Akten zu geplanten Siedlungsgebieten in Amerika sowie Aufzeichnungen zu Auswanderungsagenturen und vereinzelten Schiffslisten fand ich für Höckendorf und Dippoldiswalde leider kaum Aufzeichnungen überliefert. Es scheinen für den gesuchten Ort keine Akten mit Personenbezug, keine Listen oder Verwaltungsdokumente mehr überliefert zu sein, die mir mehr über die Auswanderung aus der Region Dippoldiswalde um das Jahr 1923 hätten verraten können.
Damit war für den Recherchefall auch die Archivrecherche ohne Erfolg geblieben. Allerdings hatte ich einen Einblick in die zum Thema verfügbaren Aktenbestände erhalten. Das war für spätere Recherchen sehr nützlich.
Wenn Selma Schiffel nach Amerika gereist war, musste sie ja irgendwo angekommen sein? Mit diesem Gedanken setzte ich die zuvor abgebrochene Online-Recherche fort.
Einer der bekanntesten Ankunftsstationen für die Einwanderung nach Amerika war "Ellis Island". Immerhin sollen bis 1954 über "Ellis Island" 12 Millionen Menschen in die USA eingewandert sein.
Ich suchte also auf dem Suchportal der „Ellis Island Foundation, Inc.“ – nach Passagieren mit Namen Schiffel, die 1923 in New York (Ellis Island) registriert worden waren.
Und tatsächlich ...
Ich fand eine „Schiffel, Syima“ mit Ankunftsjahr 1923. Als letzter Wohnort war „Freital, Germany“ angegeben.

Mit Hilfe der gezeigten Kopie zur Passagierliste fand ich die Bestätigung. Die Reisende hieß natürlich Selma Schiffel. Scheinbar hatte die automatische Texterfassung den Namen aufgrund der schweren Lesbarkeit der Liste nicht richtig erkannt.
Selma Schiffel reiste im Alter von 48 Jahren mit dem Schiff „S.S. Yorck“ am 7. Dezember 1923 von Bremen ab. Am 19. Dezember 1923 legte das Schiff in New York an.

Von dort aus ging ihre Reise wohl weiter quer durch Nordamerika zur Westküste der Vereinigten Staaten nach Portland im US-Bundesstaat Oregon, dem Ziel ihrer Reise. Der Grund und die genauen Umstände für die Auswanderung nach Amerika sind bisher unklar.
Als Kontakt in den USA und auch als Sponsor der Reise fand ich in den Aufzeichnungen ihren Halbbruder Gustav Ihle aus Portland. Es war also kein leiblicher Bruder gewesen, den Selma in Amerika aufsuchen wollte, sondern ein Sohn der Mutter aus erster Ehe, der Halbbruder. Diesen hatte ich bei meinen Recherchen nicht mit einbezogen.
Gustav Ihle war laut Einwanderungsdokumenten bereits 1891 in Baltimore/USA angekommen und hatte 1923 die US-Staatsbürgerschaft erhalten.
Er lebte als Schuhmacher gemeinsam mit seiner Frau Johanna (1876-1952) in Portland. Der Halbruder Selma Schiffels starb im Jahr 1956 und wurde in Portland auf dem River View Cemetery (Sec 108, Lot 305, Grave 1) beigesetzt, neben seiner Frau. Dies alles konnte ich mit Hilfe der Ein- und Auswanderungsunterlagen bei "Ancestry" herausfinden. Auf der Plattform „Find my grave“, die ebenfalls zu "Ancestry" gehört, fand ich sogar ein Foto einer Grabtafel.

Selma Hedwig Schiffel, geb. Berger lebte vor ihrer Abreise nach Amerika scheinbar bei ihrer Schwester Bertha Schleinitz (geb. Berger) in Freital. Dort hatte sie vielleicht nach dem Tod ihres Mannes eine neue Bleibe gefunden. Die Adresse der Schwester ist als letzte Wohnadresse in den historischen Aufzeichnungen vermerkt. Nach Ankunft in Portland im Jahr 1923 fand Selma nachweislich als Dienstmädchen Unterkunft im Hotel Multnomah in Portland (Oregon, USA). Hierzu finden sich in den Adressverzeichnissen von Portland aus den Jahren 1925 und 1929 Einträge zu ihrem Wohnsitz und Beruf.

Der bisher letzte ermittelte Aufenthaltsort ist im Jahr 1931 ebenfalls Portland. Ihr weiterer Verbleib liegt im Dunkeln. Ob Selma Hedwig Schiffel, geb. Berger mit 56 Jahren in den USA noch einmal heiratete oder ob sie vielleicht nach Deutschland zurückkehrte, konnte bisher nicht ermittelt werden.
Im beschriebenen Fall sind noch längst nicht alle historischen Quellen ermittelt und ausgewertet worden. Der Heiratseintrag sowie der Sterbeeintrag des namentlich unbekannten Ehemanns „Schiffel“ Selmas könnte noch ergänzende Informationen liefern. Aus der Ehe scheinen zudem keine Kinder hervorgegangen zu sein. Hier könnte aber das betreffende Sterberegister Aufschluss über eventuelle Fehl- oder Totgeburten von Kindern des Paares geben. Die betreffenden Standesamtsunterlagen hierzu sind im Stadtarchiv Dippoldiswalde bzw. im Kreisarchiv Pirna verfügbar.
Leider war im beschriebenen Fall bisher nicht die Zeit gegeben für weitere Recherchen. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt ...
Die Geschichte der Selma Schiffel findet Eingang in einem Familiengeschichten-Buch der Familie Berger und Krause, was allerdings nur für private Zwecke gedruckt wird.
]]>Meidest auch du wegen der Ansteckungsgefahr mit Krankheiten Archive und Bibliotheken?
Wirst du dadurch in deinen Forschungen zur Familiengeschichte behindert?
Das muss nicht sein.
Ich verrate dir, wie du in Zeiten von Corona und Grippe die Angst vor Ansteckungsgefahr bei deinem Archivbesuch verringerst und trotz allem weiter in Archiven und Bibliotheken nach deinen Vorfahren suchen kannst.
Wenn ich in den alten Kirchenbüchern die angegebenen Krankheiten und Todesursachen lese, dann werde ich nachdenklich. Vieles davon ist für uns in Deutschland heute kaum noch tödlich. Einige Krankheiten sind mit Hilfe von Impfungen beinahe vollständig verschwunden oder können mit den Mitteln der modernen Medizin behandelt werden. Zudem konnten wir unsere Verhaltensweisen über die Jahrzehnte hinweg allein durch Aufklärung über Krankheiten und deren Ansteckungsmöglichkeiten ändern. So ist die Ansteckungsgefahr schon mit Hilfe einfacher hygienischer Schutzmaßnahmen in Krankenhäusern und durch Veränderungen von Verhaltensweisen inzwischen weit geringer, als dies noch bei unseren Vorfahren war. Vorausgesetzt natürlich man setzt die heute bekannten Maßnahmen um.
Bisher habe ich meine Verhaltensweise bei Archivbesuchen in der alljährlichen „Grippe-Zeit“ eigentlich nicht verändert.
Als „junger Mensch“ mit stabilem Immunsystem, der in einem Land mit einem funktionierendem Gesundheitssystem lebt, habe ich die alljährliche Grippewellen eigentlich nie so richtig ernst genommen. Das soll nicht heißen, dass ich mich nicht an die allgemeinen Hygieneregeln gehalten habe. Häufiges Händewaschen sowie die Verhaltensweisen beim Husten oder Niesen sind für mich selbstverständlich, besonders in der Erkältungszeit. Die Diskussion in der „Corona-Zeit“ um Ansteckungsmöglichkeiten und die gesundheitlichen Risiken für meine Mitmenschen und mich, haben mich allerdings doch mehr zum Nachdenken gebracht.
Ich habe mich gefragt, was ich tun kann, um mich und meine Mitmenschen besser zu schützen.
Ich bin weder Arzt noch Virologe. Allerdings muss ich das auch nicht sein. Grundwissen zu den Verbreitungsmöglichkeiten von Viren sowie den möglichen Schutzmaßnahmen, die Einhaltung bestimmter Verhaltensweisen und ein logischer Verstand genügen vollkommen, um deine Angst vor Krankheit zu mindern und dich, wie auch andere zu schützen.
Eine sehr gelungene Zusammenfassung mit einfachen Erläuterungen zum Thema „Viren“ findest du in der Broschüre der Reihe „Was ist Was“ des Tessloff Verlages.
Diese richtet sich zwar in erster Linie an Kinder ist damit aber einfach und gut verständlich. Darin bekommst du alle Grundinformationen zu Viren, deren Verbreitungsmöglichkeiten und den möglichen Schutzmaßnahmen.

Du wirst merken, dass diese Hintergrundinformationen ohne Panik-Bilder und frei von Kommentaren deine vorhandenen Ängste zumindest im Bereich der Viren mindern und vorhandene Risiken berechenbarer machen können.
Wenn du die Risiken der Ansteckung in einfacher Erkältungszeit, der alljährlichen Grippeperiode oder eben vor Covid-19 in deinen Alltag abschätzen gelernt hast, dann sollte auch ein Archivbesuch kein Hindernis mehr für dich sein.
Wenn du meine bisherigen Blogbeiträge, meine Beiträge bei Facebook oder Instagram verfolgt hast, weißt du, dass ich ein Verfechter guter Vorbereitung bin.
So stelle ich mir vor jedem Archivbesuch die Frage: Was kann ich bereits vorher erledigen?
Die meisten der Schritte, die ich vor einem Archivbesuch tue sind für mich inzwischen Normalität und zur Routine geworden. Durch gute und umfassende Vorbereitung deines Aktenstudiums im Archiv kannst du nicht nur Zeit und Arbeitsaufwand sparen, sondern verringerst die Aufenthaltszeit und den direkten Kontakt im Archiv und damit auch die Ansteckungsgefahr.
Vor deinen Archivbesuch solltest du genau prüfen, welche Dinge du bereits Zuhause tun kannst. Je mehr du im Vorfeld in deiner gewohnten Umgebung unter „normalen“ Bedingungen erledigst, um so einfacher, schneller und „geschützter“ wirst du deine Recherchen im Archiv durchführen können.
Zu vielen Archiven findest du inzwischen Informationen im Internet. Bei Stadtarchiven, Kreisarchiven oder Pfarrämtern ist es zugegeben nicht immer einfach, die benötigten Informationen zu finden. Im Zweifelsfall empfehle ich hier einen Anruf bei der zuständigen Verwaltung. So kannst du in jedem Fall Kontaktadressen oder den zuständigen Mitarbeiter für das Archiv in Erfahrung bringen. Mit Hilfe dieses Kontaktes hast du auch gleich einen direkten „Draht“ zum Archiv und kannst dich gegebenenfalls gleich am Telefon zu den wichtigsten Punkten informieren. Die wichtigsten Informationen nach denen du fragen solltest sind:
In den Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr oder Zeiten eingeschränkter Archivnutzung (wie zur aktuellen Corona-Zeit) solltest du dich unbedingt über die geltenden Regeln, Nutzungsbedingungen und die Möglichkeiten der Reservierung für Besuchstermine erkundigen. Nicht alle Archive haben die gleichen räumlichen Möglichkeiten und Bedingungen für Archivnutzer. Teilweise ist aufgrund von Hygieneverordnungen eine Archivnutzung nicht möglich.
Vielleicht stößt du bei deiner Informationssuche auch auf Aktenbestände, die inzwischen in digitaler Form im Internet verfügbar sind. Für Sachsen sind beispielsweise inzwischen ein Teil der Gerichtsbücher online verfügbar.
Neben den Kontaktdaten und der Besucheradresse des Archivs, kannst du dich auf der Internetseite des gesuchten Archivs bestenfalls auch schon zum vorhandenen Aktenbestand informieren.
Nicht in jedem Fall bieten die Archive Informationen zu den vorhandenen Aktenbeständen an. Gerade bei kleineren Archiven findest du auf der Internetseite höchstens eine Übersicht der verwahrten Akten.
Größere Archive, wie das Bundesarchiv oder aber auch die Staatsarchive der Bundesländer bieten häufig eine eigene Online-Suche an. In jedem Fall lohnt es sich vor deinem Archivbesuch die vorhandenen Verzeichnisse oder Online-Datenbanken zu nutzen.
In jedem Fall empfehle ich eine Suche auf der Suchplattform www.archivportal-d.de. Dort kannst du online nach Archiven und Archivunterlagen suchen und findest teilweise sogar digitalisierte Unterlagen aus den Archiven.
Solltest du im Internet keine Übersichten zu Archivbeständen finden, dann wende dich mit deiner Suchanfrage direkt an das Archiv. Die Kontaktdaten oder hilfreiche Verweise zu den Archiven findest du in der Regel ebenfalls bei „Archivportal-D“.
Ich empfehle vor jedem Archivbesuch eine persönliche Kontaktaufnahme mit dem Archiv per Email oder Telefon, im besten Fall beides.
So kannst du dich nach den notwendigen Formalitäten erkundigen. Nicht immer finden sich die Infos im Internet. Gerade bei kleineren Archiven (Pfarrarchiven oder Stadtarchiven) ist ein Anruf und eine Email überhaupt Voraussetzung für einen persönlichen Archivbesuch.
Die Archivmitarbeiter können dir so vorab wichtige Informationen geben und deinen Archivbesuch entsprechend vorbereiten. Wenn du dein Suchanliegen zusätzlich schriftlich (in einer Email) und am Telefon kurz erläuterst, kannst du auch in Erfahrung bringen, ob das Archiv überhaupt die richtige Stelle für dein Anliegen ist. Hier kannst du wertvolle Zeit und Geld sparen, indem du einen Besuch des falschen/ nicht zuständigen Archivs vermeidest.
Eine telefonische Kontaktaufnahme kannst du gegebenenfalls auch nutzen, um den notwendigen Nutzungsantrag, eine Gebührenübersicht sowie das benötigte Aktenverzeichnis zu erfragen. Lass dir, wenn möglich, alles nach Hause senden, ob per Email oder Briefpost.
Direkt vor dem geplanten Archivbesuch ist es ratsam sich noch einmal per Internetseite, Telefon oder Email nach geänderten Öffnungszeiten und Bedingungen für Archivbesucher, geänderten Besucheradressen und den bestellten Akten zu erkundigen.
So stellst du sicher, dass dein Archivbesuch, wie geplant stattfinden kann.
Nachdem du alle wichtigen und notwendigen Informationen zum Archiv und den vorhandenen Akten gesammelt hast, kannst deinen Archivbesuch noch abschließend vorbereiten.
Du kannst den im Internet gefundenen oder per Post erhaltenen Nutzungsantrag ausfüllen und die ermittelten Akten vorbestellen.
Der Antrag auf Benutzung ist eigentlich nur eine Formalität und wird in der Regel ohne Weiteres schnell und unverzüglich genehmigt. Wenn nicht, wirst du meist auch im Vorfeld darüber informiert.
Die Klärung notwendiger Formalitäten würde während deines Archivbesuches wertvolle Zeit kosten, die du besser für das Aktenstudium verwenden kannst.
Sollte dir die Archivsignatur/Bestellnummer der betreffenden Akte bereits bekannt sein, kannst Du die Akten mit den notwendigen Angaben (Bestandsnummer, Bestandsname, Aktensignatur) vorbestellen. Dies kann ganz formlos als Auflistung der Aktentitel mit zugehöriger Signatur geschehen.
Spare dir also die Zeit und erledige Antragsformalitäten und Aktenbestellung wenn möglich vor dem Archivbesuch. Sende den Antrag vorab an das betreffende Archiv oder nimm ihn fertig zum Archivbesuch mit.
Achtung! Du solltest den Antrag an die richtige Adresse schicken. Bei größeren Ämtern und Archiven musst du beachten, dass nicht immer die Besucheradresse auch die Postanschrift ist. Auch ist es eventuell notwendig den Antrag zu unterschreiben.
Du bist kein Freund von Anträgen? Sicher helfen Dir die Mitarbeiter des Archivs auch am Telefon beim Ausfüllen des Benutzungsantrages.
Wenn alle Formalitäten erledigt sind und du die wichtigsten Infos zusammen hast, brauchst du dich nur noch darauf konzentrieren, welche Dinge du selbst für den Archivbesuch einpacken musst.
Neben Stift und Papier für Notizen, deinen für die Akteneinsicht wichtigen Aufzeichnungen, deinem Notebook/Tablet, Kamera und USB-Stick, gibt es noch ein paar besondere Dinge, die für einen Archivbesuch wichtig sein können.
So solltest du eigentlich bei jedem Archivbesuch an Handschuhe denken. Diese schützen in erster Linie deine Hände vor Schmutz und Staub. Vor allem aber schützen sie die Akten vor der Säure an deinen Fingern und anderer Verschmutzung. Ich empfehle dir spezielle Baumwollhandschuhe für die Archivarbeit. Diese gibt es inzwischen in unterschiedlicher Form bei Fachhändlern für Archive oder aber auch in Geschäften für Arbeitsschutzkleidung. Gummi- oder Latex-Handschuhe kann ich für das Aktenstudium nicht empfehlen.
Das Tragen von Handschuhen im Archiv kann ebenso einen gewissen Schutz vor Ansteckung bieten. Einfache Hygienemaßnahmen dürften aber im Fall von Grippe & Co. jedoch vollkommen ausreichend sein. Die allgemeinen Hygieneregeln dürften dir ja bereits bekannt sein. Zumal diese aktuell vorgeschrieben sind oder empfohlen werden.
Hygienemaßnahmen in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr:
Neu in der aktuellen Zeit ist das (vorgeschriebene) Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung während des Archivbesuchs. Besonders betrifft dies Situationen, in denen du mit dem Archivpersonal oder anderen Archivnutzern sprichst. Hier solltest du deinen Mund und die Nase mit geeignetem Stoff bedecken, um die Ansteckung durch herumfliegende Tröpfchen zu verhindern. Eine Mund-Nasen-Bedeckung kann somit ein Schutz für dich und deinen Gesprächspartner sein.
Zusätzlich zu deinen Arbeitsmaterialien solltest du also vor dem Archivbesuch an einen geeigneten Mund- und Nasenschutz denken. Wenn dir die Arbeit mit handelsüblichen Masken schwer fällt, schau dich nach Alternativen um.
Ich benutze zum Beispiel aktuell ein spezielles Mikrofasertuch und keine Maske, um mich und mein Gegenüber zu schützen. Dieses ist leichter, sitzt etwas lockerer und ermöglicht mir besseres Atmen während des Aktenstudiums. Zudem nässt das Tuch nicht so leicht durch und bietet damit einen längeren Schutz. Das Tuch kann regelmäßig ohne Probleme in der Waschmaschine gereinigt werden. Für einen Archivbesuch ist es vollkommen ausreichend.
Hier noch einmal ein kurze Zusammenfassung, was du allgemein und im besonderen Fall erhöhter Ansteckungsgefahr beachten solltest:
Für erfolgreiche Archivrecherchen und gesunde Forscherkollegen!
Lass Dir beim Finden helfen!
Viele angehende Forscher können es zu Beginn ihrer Ahnenforschung kaum erwarten, endlich in alten Dokumenten und Kirchenbüchern zu suchen. Häufig schreiben sie vor lauter Planlosigkeit und Aufregung gleichzeitig in alle Gruppen, Mailinglisten oder Foren ihre Großeltern oder Urgroßeltern„zur Fahndung“ aus. Viele machen in diesen Fällen den dritten vor dem ersten Schritt. Die Ergebnisse daraus können unvollständige oder gar falsche Antworten auf Anfragen sein. Auch ist es für andere Forscherkollegen immer schwierig zu helfen, wenn nur unzureichende Informationen gegeben werden können. Nicht zuletzt lehnen einige Ämter und Archive es teilweise einfach ab die Recherche nach grundlegenden Daten für den Anfragenden zu übernehmen. Damit dir das nicht passiert, gibt es in diesem Beitrag die wichtigsten Hinweise für einen gelungen Start.
Bevor du dich auf die Suche nach deinen Vorfahren machst und nach Namen und Daten deiner Familie forschst, du anfängst deine Eltern Großeltern oder Tanten mit Fragen zu löchern, noch bevor du in den Schubladen und Schränken nach Fotos und Dokumenten stöberst, befrage dich selbst.
Ja, du hast richtig gelesen. Beginne zunächst mit dir selbst.
Das mag dir jetzt vielleicht etwas eigenartig erscheinen, aber dies ist aus meiner Sicht der allererste Schritt, den du tun solltest.
Du brauchst dafür nichts anderes als ein weißes Blatt Papier, einen Stift und etwas Ruhe.
Schreibe in die Mitte des Blattes deinen Namen, dein Geburtsdatum und deinen Geburtsort. Darunter schreibst du den Namen deines Vaters, sein Geburtsdatum, seinen Geburtsort. Dann notiere rechts neben deinem Vater den Namen und die Daten deiner Mutter.
Damit ist der Anfang gemacht.
Du hast in diesem Moment deinen persönlichen, deinen eigenen „Familienstammbaum“ gepflanzt. Herzlichen Glückwunsch!
Ausgehend von den notierten Informationen kannst du nun neben deinem Namen, den Namen und die Daten deiner Partnerin/ deines Partners schreiben. Die Namen und Geburtsdaten deiner Kinder notierst du darüber. Dann darüber fügst du die Namen der Enkel dazu und so weiter und so fort.
Je nach dem wieviele Namen und Daten du von deinen Nachfahren im Kopf hast, kannst du diese dazuschreiben und sehen wie dein Baum anfängt zu wachsen.
Ähnlich kannst du mit deinen Großeltern sowie den Eltern und Großeltern deines Partners/deiner Partnerin verfahren. Führe die Notizen mit deren Namen und Daten weiter nach unten fort. Nun siehst du, wie sich die Wurzeln deines Baumes anfangen ausbreiten.
Dein ganz persönlicher Familienstammbaum ist nun mit jedem der dir erinnerlichen Namen (und den dazugehörigen Daten) bereits nach oben und unten gewachsen.
Mit jeder weiteren Information, die du hinzufügst, wird er immer weiter wachsen.
Toll, oder nicht?
Übrigens: In der Genealogie gibt es viele verschiedene Formen von "Bäumen" bzw. Darstellungsarten der verwandtschaftlichen Beziehungen. Dabei wählt jeder Forscher, die für ihn am besten passende Form.
Bei Vielen von uns beginnt die Suche nach den eigenen Vorfahren mit einem Foto oder einem alten Dokument. Es weckt Interesse an der Vergangenheit der Familie und kann ein erster Anhaltspunkt für den Start in die genealogischen Forschungen sein.
Bevor du dich aber auf die Suche nach Informationen in Kirchgemeinden oder Stadtarchiven begibst, auf Online-Plattformen nach weiteren Vorfahren recherchierst, solltest du zunächst nach weiteren alten Dokumenten in deiner unmittelbaren Umgebung suchen.
Frage dazu auch deine Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen sowie Geschwister nach Aufzeichnungen oder Fotos zur Familie. Dabei wird nicht selten die ein oder andere interessante Familiengeschichte ausgegraben.
In der Regel finden sich dann alte Fotos, Briefe und Dokumente deiner Familie an, die bisher keiner für wirklich wichtig hielt.
Folgende Dokumente sind für deinen Start in die Familiengeschichtsforschung Gold wert:
Viele dieser alten Dokumente können Namen, Daten und Orte enthalten, die gleichzeitig sehr gute Ausgangspunkte für weitere Forschungen sind.
Du solltest die gefundenen Dokumente sammeln und die darin enthaltenen Informationen so schnell wie möglich aufschreiben.
An diesem Punkt dürfte dein "Baum" schon recht groß geworden sein und du solltest dir Gedanken machen, wie du die gesammelten Namen und Daten zu den einzelnen Personen sowie deren Verbindungen untereinander schriftlich festhalten willst. Dafür gibt es die unterschiedlichsten Vorlagen und Hilfsmittel in digitaler Form oder auf Papier.
Je eher du mit dem Ordnen und Organisieren deiner Funde und Fundorte beginnst, desto besser wirst du auch in Zukunft den Überblick behalten.
Nicht immer ist es einfach an alte Dokumente der Vorfahren heranzukommen. Aber erkundige dich doch einfach mal bei dem nächsten Familienbesuch so ganz nebenbei nach Geschichten und Erlebnissen aus früheren Zeiten. Interessiere dich für den Beruf deines Großvaters oder die Lieblingstante deiner Mutter. Im Laufe des Gesprächs wird dann sicher das ein oder andere Foto oder Dokument hervorgeholt.
Viele von uns erinnern sich aus Kindertagen daran, wenn Opa, Onkel oder Tante von Früher erzählten. Als Kind konnten wir die Erzählungen unserer Lieben nicht wirklich zuordnen, außer das wir es vielleicht recht unterhaltsam fanden. Als Erwachsener und angehende/er Genealogin/e wirst du ab sofort das Erzählte anders wahrnehmen. Du wirst beginnen neue Informationen an dir Bekanntes anzuknüpfen und immer mehr Interesse an dem Leben deiner Vorfahren haben, als Andere.
Auch wenn die erzählten Geschichten vielleicht nicht immer 100prozentig stimmen, können sie wertvolle Informationen enthalten. Darüber hinaus wirst du durch die Erzählungen ebenso einen neuen Blick auf deine Familie gewinnen.
Dies kann viel Positives, aber auch Negatives ans Licht bringen. Darüber solltest du dir klar sein.
Jede Familiengeschichte birgt Schattenseiten, die dir aber ebenso Klarheit und Orientierung für dein eigenes Leben geben können.
Zu den Gesprächen mit deinen Verwandten über gemeinsame Vorfahren solltest du dir unbedingt Notizen machen. Wenn dies nicht direkt beim Gespräch möglich ist, dann notiere dir das Gehörte unmittelbar nach dem Besuch, wenn das Gehörte noch in den Ohren klingt. Korrekturen und Nachfragen können ja auch später per Telefon eingeholt werden.
Mit jeder neuen Erkenntnis aus deinen Forschungen werden bei dir neue Fragen auftauchen, die du dann vielleicht wieder mit deinen Verwandten besprechen willst. Somit ist das Sammeln von Erzählungen eigentlich nie beendet und erfolgt häufig parallel zu den Dokumentenrecherchen in Archiven.
Frage so häufig, wie du kannst. Niemand lebt ewig. Viele Familienforscher bereuen es, nicht frühzeitig das Gespräch mit „den Alten“ gesucht zu haben.
Erst nachdem du Dokumente, Fotos und die ersten Erzählungen in deiner unmittelbaren Umgebung gesammelt hast und wirklich erst dann, solltest du dich auf die Suche nach weiteren Informationsquellen machen.
Nun verfügst du über ausreichende und wichtige Ausgangsinformationen für Anfragen bei Archiven und Standesämtern oder deine persönliche Recherchen.
Die nächsten Quellen könnten Aufzeichnungen zu Taufen, Trauungen oder Beerdigungen deiner Vorfahren der Kirchgemeinden sein (Kirchenbücher). Ebenso sind die registrierten Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle bei den Standesämtern (in Deutschland ab dem Jahr 1876) für dich interessant.
Das weitere Vorgehen hängt immer von den dir bereits bekannten Namen und Daten ab sowie dem Zeitraum, für welchen du weitere Informationen suchst.
Bevor du das nächst beste Standesamt oder die Kirchgemeinde anschreibst, solltest du genau ermitteln, welche Stelle für die von dir gesuchte Person an dem von dir gesuchten Ort zuständig ist. Dafür ist es empfehlenswert, sich immer noch einmal bekannte Namen und Daten aufzuschreiben und sich zu versichern: „Was weiß ich schon?“.
Damit erarbeitest du dir das nächste konkrete Ziel für Anfragen oder eigene Recherchen. Notiere dir deshalb ganz genau:
Versuche doch die Antworten auf diese Fragen zunächst für dich selbst schriftlich zu beantworten. Glaube mir, es wird dir bei der anschließenden Formulierung für Anfragen bei Forscherkollegen, Ämtern oder Archiven helfen.
Du wirst beim Erfassen und Lesen, der zu Beginn gesammelten Infos feststellen, dass es noch viele offene Fragen und unvollständige Informationen gibt. Genau diese bilden den Anfang für die weiteren Forschungen (Forschungsansätze).
Beim Formulieren der Ziele für die nächsten Forschungsschritte und bei der Auswertung der gesammelten Daten wirst du schnell merken, dass die Anzahl der gesammelten Notizen und Dokumente enorm zunimmt. Die zu verarbeitenden Informationen werden immer mehr und gleichzeitig ergeben sich immer mehr Möglichkeiten für die Forschungen: neue und vielleicht unbekannte Familienzweige, bisher unbekannte Orte deiner Vorfahren oder sogar Verwandte im Ausland.
Wenn du an diese Stelle angelangt bist, solltest du für dich selbst genau prüfen:
Es ist ratsam, sich diese Fragen bereits zu Beginn deiner genealogischen Forschungen zu stellen und dir damit ein übergeordnetes Ziel zu geben.
Du suchst einfach nur Beschäftigung – ein Hobby zum Zeitvertreib? Das ist natürlich vollkommen in Ordnung. Aber was spricht dagegen, wenn der Zeitvertreib ein konkretes Ziel hat, ein Ergebnis, das dich zufrieden stimmt und vielleicht auch anderen eine Freude macht.
Ich beispielsweise habe mir für mich und meine private Familienforschung folgende Ziele gesetzt:
Folgendes wirst du auf deiner Forschungsreise immer wieder bemerken:
Das ist nicht schlimm. Mit jedem Schritt, den du auf deiner Forschungsreise gehst, mit jedem weiteren Namen, mit jedem weiteren Familienzweig wirst du sicherer und routinierter in der genealogischen Recherche.
Dabei findest du nicht nur immer wieder neue Informationen und Geschichten zu deiner Familie, sondern sammelst auch interessante und wichtige Hintergrundinformationen zur Geschichte. Du erwirbst zudem immer weiter neue Fähigkeiten und neues Wissen, was dir bei den zukünftigen Forschungen dann sehr hilfreich ist.
Auch wenn du mal keinen Erfolg bei der Suche hast, so bist du doch einen Schritt weitergekommen. Denn kein Fund in den Dokumenten kann auch ein Ergebnis sein.
Hab ich etwas vergessen? Fehlt dir eine Information?
Oder hast du einfach andere Erfahrungen gemacht?
Teile dein Wissen und deine Erfahrungungen mit mir und den anderen Lesern, am Besten in einem kurzen oder auch längeren Kommentar. :-)
Lass dir beim Finden helfen!
Dein persönlicher Archivbegleiter
Lars
]]>Das historische Verzeichnis von Sachsen umfasst zirka 6000 Orte und Ortsteile, die als Siedlungen seit dem Mittelalter auf dem Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen nachweisbar sind. Neben der aktuellen Ortsbezeichnung und der geografischen Lage des Ortes in Sachsen werden zur jeweiligen Siedlung historische und aktuelle Informationen geboten. Mit der Veröffentlichung der Online-Version im Jahr 2008 ist es seitdem auch für einen größeren Nutzerkreis und zudem an jedem Ort mit Internetanschluss nutzbar.
Dieser Beitrag ist ein Schnelleinstieg in die Suche nach Städten, Dörfern und Gemeinden mit dem digitalen Ortsverzeichnis und bietet grundlegende Informationen zu Aufbau, Inhalt und Nutzen der Online-Plattform.
Eine umfassende Anleitung zur Ortsrecherche in Sachsen inkl. Erklärungsvideos zur Arbeit mit dem Historischen Ortsverzeichnis anhand praktischer Beispiele findest du in meinem Online-Kurs: Ortsrecherche Sachsen - weitere Beschreibung zum Inhalt des Kurses findest du hier:
Zum digitalen Ortsverzeichnis gelangst du über die Adresse: https://hov.isgv.de.
Da bei den gängigen Browsern (Firefox oder Google Chrome) inzwischen die Adresszeile ebenso Suchleiste ist, genügt die Eingabe von „hov isgv“ und schon wird dir die Seite als erstes Suchergebnis angezeigt. Nun musst du dies noch anklicken und schon landest du auf der Startseite des historischen Ortsverzeichnisses. (Oder du klickst einfach den Link hier im Text ;-))
Oberhalb des Einführungstextes, sozusagen im Kopf der Startseite, findest du direkt neben den Menüpunkten „Projekt“, „Orte“ und „Hilfe“ das Suchfeld für die Ortssuche. Hier kannst du den gesuchten Ortsnamen direkt eingeben. Es genügt die Eingabe von mindestens 3 Zeichen, um eine Suche nach Ortsnamen zu starten. Sobald du drei Buchstaben eingegeben hast, werden dir sofort Vorschläge zu möglichen Orten im Verzeichnis aufgelistet. Dabei ist die Liste unterteilt in "Ortsnamen" und "ältere Ortsnamenformen".
Bei der Suche hier werden in der Regel die ersten drei Buchstaben vom Anfang der Ortsbezeichnung berücksichtigt. Teilweise werden wohl auch Zeichenfolgen im Wort mit einbezogen. (Siehe Beispiel "ter") Zu beachten ist, dass die Suche über das Suchfeld nur die Ortsbezeichnungen (aktuelle und ältere Namenformen) berücksichtigt.
Für ein vollständige Suche in allen Verzeichnisinhalten musst du die „Volltextsuche“ nutzen. Diese Funktion erkläre ich dir im Abschnitt "Volltextsuche: Inhaltssuche im digitalen historischen Ortsverzeichnis von Sachsen" weiter unten in diesem Blogbeitrag.
Der dick und grün hervorgehobene Ortsname mit darunter stehender geografischer Lage und der verwaltungsmäßigen Zugehörigkeit fallen als erstes ins Auge. Direkt darüber findest du eine alphabetisch sortierte Reihe „benachbarter“ Orte bzw. Orte mit gleicher Bezeichnung. Orte mit gleicher Bezeichnung werden durch Zahlen in Klammern unterschieden. Du kannst die angezeigten Orte direkt anklicken und landest dann bei der dazugehörigen Inhaltsseite.
Auf jeder Inhaltsseite findest du in Blöcken aufgeteilt Informationen zu:
Unterhalb der Informationen kannst du dir zusätzlich die Lage des Ortes direkt in einer Karte anschauen.
Nicht alle Blöcke sind gleichermaßen interessant für die genealogischen Recherchen. Schauen wir uns zunächst die wichtigsten Informationen an:
Solltest du noch unsicher sein, ob es sich um den von dir ermittelten Ortsnamen handelt, dann findest du hier die verschiedensten Schreibweisen in der Geschichte des Ortes mit zugehörigen Jahr der Erwähnung. Dies kann hilfreich sein, wenn du eine Ortsbezeichnung in alten Dokumenten gefunden hast, die aber von der heutigen Schreibweise des Ortsnamens abweicht.
Diese Informationen sind für das Finden der Kirchenbücher von besonderer Bedeutung. Hier erfährst du, ob der Ort eine eigene Kirche hatte oder ob er zu einer anderen Gemeinde zugehörig (gepfarrt) war/ist. Auch hier solltest du auf die Jahresangaben und angegebenen Zeiträume achten. Im Lauf der Jahrzehnte kann sich Einiges geändert haben.
Die Angaben zur kirchlichen Verwaltungszugehörigkeit werden dabei in evangelisch und katholisch unterschieden.
Für die Suche nach historischen Unterlagen zu Ort und dessen Einwohnern ist es unbedingt notwendig, die Verwaltungszugehörigkeit des betreffenden Ortes in der Vergangenheit und der Gegenwart zu kennen. Die Unterlagen in den öffentlichen Archiven werden in der Regel nach dem Herkunftsprinzip (Provenienzprinzip) geordnet. D. h., für die heutige Aufbewahrung ist der Ort entscheidend, an dem das Dokument seiner Zeit verfasst wurde. Das Wissen oder auch die Vermutung, wo etwas aufgeschrieben wurde, hilft ebenso bei der Recherche im Archiv selbst.
Die verwaltungsmäßige Zugehörigkeit der Ortschaft in der Gegenwart kann wichtig sein, um herauszufinden, wo die Akten heute aufbewahrt werden. So befinden sich beispielsweise Akten zu Höckendorf bei Dippoldiswalde aktuell im Kreisarchiv Pirna. Gründe hierfür sind Strukturveränderungen der Landkreise und betreffender Archive. (Beispiel)
Weniger wichtig, aber dennoch interessant sind die übrigen Informationsblöcke:
Diese Informationen sind ähnlich wichtig für die Archivrecherche wie die Inhalte zur "Verwaltungszugehörigkeit", da die hier angegebenen Informationen bei der Suche in den Findmitteln hilfreich sein können.
Dieser Block informiert dich zur Ortsform (Dorf, Stadt, …), zu Veränderungen der Zugehörigkeit des Ortes oder zu Ortsteilen anderer Ortschaften mit Nennung des betreffenden Jahres. Ebenso findest du hier Angaben zu alten Verfassungsformen, was dir somit die historische Entwicklung des Ortes zeigt (bspw. vom Hof zum Gut zum Rittersitz).
Die Informationen eingemeindeter Orte, d.h. verwaltungsmäßig zugehöriger Orte, können dir bei der Identifizierung des von dir gesuchten Ortes ebenfalls nützlich sein.
Dieser Block mit Informationen zum Aufbau des Siedlungsortes sowie Flurgröße dürfte für Ortschronisten und wissenschaftliche Betrachtungen mehr von Interesse sein, als für die genealogische Recherchen.
Hier erhältst du eine kurze Übersicht zur historischen Entwicklung der Einwohnerzahl der sächsischen Siedlung. Dies kann dir einen Überblick zur Ortsgröße in den unterschiedlichen Jahren geben.
Die hier gezeigten Verweise auf andere Projekte und wichtige Webseiten können für deine Recherchen von besonderem Interesse sein:
Wie oben beschrieben, ist zu beachten, dass die Suche mit Hilfe des Suchfeldes auf der Startseite (also diesem Suchschlitz hier) bzw. über den Menüpunkt „Ortssuche“ nur die Ortsbezeichnungen (aktuelle und älter Namenformen) berücksichtigt.
Für eine vollständige Suche in allen Verzeichnisinhalten des Ortsverzeichnisses von Sachsen, d.h. wenn du in allen Informationen der Ortseinträge suchen möchtest, musst du die „Volltextsuche“ nutzen.
Alle Inhalte des Historischen Ortsverzeichnisses von Sachsen bzw. der Website kannst du auch direkt über die Suchleiste von Google durchsuchen.
Für die Volltextsuche auf der Seite „Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen“ gehe in folgender Weise vor:
Für Kenner: Die oben beschriebene Suche ist eine Google-Suche mit Hilfe sogenannter Such-Operatoren.
Du willst mehr zur Funktionsweise und Suche mit der Suchmaschine Google lernen, dann empfehle ich Dir das folgende Buch von Anja Kirsten Klein:(*)
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(*Bei diesem Link handelt es sich um einen sogenannten Empfehlungslink. Wenn du darüber bei Amazon etwas bestellst, unterstützt du meine Arbeit mit einem geringen Betrag. Natürlich wird dein Einkauf dadurch nicht teurer.) :-)
Wenn du bis hierher den Text aufmerksam gelesen hast, dann bist du bereit für eine erfolgreiche Suche mit dem digitalen historischen Ortsverzeichnis für Sachsen.
Du hast Fragen zur Arbeit mit dem Verzeichnis oder Anmerkungen zu meinen Erläuterungen?
Schreibe mir deine Ergänzungen oder Fragen einfach unten in einen Kommentar zum Beitrag!
Viel Erfolg bei deinen weiteren historischen Forschungen wünscht dir
Dein persönlicher Archivbegleiter
Lars
Erst gestern hörte ich es wieder von einem befreundeten Ahnenforscher: „Ich gebe das einfach bei Google ein und dann wird es mir schon angezeigt.“
Internetsuchmaschinen, wie beispielsweise Google, sind heute Lexikon, Wörterbuch, Kaufhauskatalog und Problemlöser zugleich. Wir haben eine Frage zu einem Ereignis, wollen ein Konzert besuchen oder suchen ein bestimmtes Produkt? Sofort liefert uns die Suchmaschine die Antwort dazu. Dies wird in der Regel bei häufig gesuchten Fragen oder sehr begehrten Dingen immer besonders gut funktionieren. Doch ist es in vielen Fällen eben nicht so einfach, wie gedacht. Egal, ob du nach deinen Vorfahren suchst oder ein Geschenk für deine Liebsten.
Denn um bei einer Suche erfolgreich sein zu können, müssen viele Faktoren übereinstimmen. Für die Internetsuche wird dir von Seiten der Internetseitenbetreiber und der Suchmaschinenanbieter etwas „unter die Arme gegriffen“. Denn schließlich sollst du bestimmte Dinge besonders schnell und häufig finden. Dies gilt insbesondere dann, wenn es um den Verkauf von Produkten geht.
Bei der Suche nach historischen Informationen oder vergangenen Ereignissen ist dies schon nicht mehr ganz so einfach. Dennoch gibt es auch hier, wie bei der Suche allgemein, bestimmte Vorgehensweisen, die das Auffinden erleichtern oder sogar erst ermöglichen.
Hin und wieder begegnen mir Forscherkollegen bei denen eine Archivsuche nicht den gewünschten Erfolg hatte oder die mit der Suchanfrage beim Archiv gescheitert sind. Häufig scheinen es nur Kleinigkeiten zu sein.
Nicht selten sind es die Fragen selbst, die in der richtigen Form mit dem passenden Inhalt an den richtigen Adressaten gerichtet, dann zur passenden Antworten führen.
Aber was sind die richtigen Fragen?
Erfolgreiches Fragen oder die Verwendung von passenden Schlagwörtern bei der Suche setzen immer 3 Dinge voraus:
Wie du weißt haben Affen und Menschen Vieles gemeinsam. So sind viele Affenarten in der Lage auf zwei Beinen zu gehen, sie waschen ihr Essen vor dem Verzehr und sie setzten Werkzeuge ein, um an das Essen heranzukommen. Im Laufe der Geschichte haben wir Menschen Werkzeuge und deren Nutzung weiter entwickelt, wie beispielsweise Hämmer und Messer. Viele Hilfsmittel benutzen wir täglich und habe diese schnell erlernt. Einige Werkzeuge müssen wir im Laufe unseres Lebens gezielt erlernen.
Bei der Suche im Internet sind Suchmaschinen unser Werkzeug, wie beispielsweise Google oder Bing.
Es ist bei der Suche von Vorteil, wenn du dich mit Folgendem vertraut gemacht hast:
Das Wissen darum kannst du einfach durch Probieren erlernen. Auch wenn du schon Erfahrung mit der Verwendung von Suchmaschinen hast, kann es hilfreich sein, das vorhandene Erfahrungswissen, durch Bücher oder Artikel zu erweitern.
Wenn du lernen willst, wie die Suche mit Google genau funktioniert und wie du bessere Suchergebnisse bekommst, dann empfehle ich dir den Online-Kurs von Anja Klein (Welt der Vorfahren)
"Google - das mächtige Werkzeug für Deine Ahnenforschung"
Diese Kurs unterstützt dich als Einsteiger oder Fortgeschrittener dabei, Google mit all seinen Funktionen als Recherchewerkzeug kennenzulernen.(*Anzeige/Werbung)
Für viele Internetnutzer sind Browser (Programme zur Darstellung von Webseiten, bspw. Google Chrome oder Firefox) und Internet-Suchmaschinen (Google oder Bing) ein und dasselbe. Inzwischen sind die jeweiligen Funktionsweisen dieser Werkzeuge verschmolzen. Doch das war nicht immer so. Hier noch ein Artikel zur Geschichte und Funktionsweise von Suchmaschinen:
https://kopfundstift.de/wie-funktioniert-eine-suchmaschine/
Damit du bei deiner Archivrecherche die gesuchten Informationen finden kannst, solltest du dich erst mit dem Archiv selbst vertraut machen. Erkundige dich, welche Suchmöglichkeiten dir als Benutzer zur Verfügung stehen. Kläre in welchen Beständen du selbst suchen kannst und welche nur durch Archivmitarbeiter durchsucht werden dürfen.
Was musst du tun, um an Suchhilfsmittel und Akten heranzukommen? Gibt es elektronische Verzeichnisse oder Suchdatenbanken, Suchkarteien oder Findbücher?
Wie ist das jeweilige Findmittel aufgebaut? Wie sind Angaben/Signaturen zu verstehen? Wie kommst du damit an die Akten heran?
Die Verwendung von Suchmaschinen als Werkzeuge ist natürlich relativ einfach. Du gibst ein Schlagwort ein und bekommst dann die passenden Ergebnisse dazu. Zumindest hoffst du das. Doch nicht immer führt dies auch zum gewünschten Ergebnis. Nämlich dann, wenn du mit den falschen Wörtern oder Wortkombinationen suchst.
Dann kann es sinnvoll sein die Umgebung, in dem sich das Gesuchte befindet, zu kennen. Dies ist definitiv sinnvoller, als mit Schlagwörtern und Fragen im sprichwörtlichen Nebel zu stochern.
Für die Suche nach Geschenken ist es darum wichtig zu wissen, wie das gesuchte Produkt genannt wird und wo es in der Regel zu finden ist.
Du wirst den handgeschnitzten Schwibbogen aus dem Erzgebirge wohl kaum beim Juwelier finden, oder?
Ähnlich ist es mit den Archiven. Historische Verzeichnisse zu Bürgern einer Stadt werden meist im Stadt- oder Gemeindearchiv aufbewahrt und nicht in Archiven mit ortsübergreifender Bedeutung zu finden sein. Hingegen würde ich Akten zu Gefängnissen und Zuchhäusern eher im Landes- oder Bundesarchiv suchen.
Jedes Archiv hat bestimmte lokale Zuständigkeiten, die sich aus den verwahrten Akten oder den politischen Rahmenbedingungen ergeben. Jedes Archiv hat zudem eine bestimmte Bestandsstruktur, die meist begründet ist durch die Herkunft der Akten, den Archivrichtlinien oder der Geschichte des Archivs.
Erkunde deshalb am besten bei oder besser VOR deinem Archivbesuch die Zuständigkeiten und den Aufbau des betreffenden Archivs. Die Internetseite des Archivs oder zumindest eine per Email angeforderte Bestandsübersicht können hierbei helfen.
Als ich zum ersten Mal nach einem Soldaten der sächsischen Armee im 18. Jahrhundert recherchierte, wusste ich nichts über die möglichen Archivquellen. Ich wusste nicht wie eine Musterungsliste aussieht oder was ein Offizierspatent ist. Ich wusste insgesamt ziemlich wenig über das Leben eines Militärangehörigen.
Hier half nur das Lesen von Büchern, Internetseiten und Artikeln zum Thema. So bekam ich nicht nur einen Überblick über die sächsische Militärgeschichte des gesuchten Jahrhunderts, sondern auch konkrete Schlagwörter für die Suche in den Findmitteln des Archivs.
Du willst genau wissen, warum zusätzliches Wissen für genealogische Recherchen wichtig ist? Hier ein Blogbeitrag dazu:
Wie du Hintergrundwissen erwirbst, das dich bei deiner Ahnenforschung wirklich voranbringt
Wenn du in alten handschriftlichen Dokumenten nach einem bestimmten Namen suchst, ist es hilfreich die Schreibweise des Namens zu kennen. Damit geht es leichter:
Und schon wird es dir leichter fallen, den Namen unter anderen Wörtern herauszufiltern.
Die beschriebenen Vorgehensweisen bei genealogischen Recherchen kannst du natürlich ganz einfach auf deine Suche nach Geschenken übertragen.
Wenn du nicht genau weißt, wie die das Gewünschte genaue bezeichnet wird, suche doch im Internet zunächst nach hilfreichen Suchwörtern mit Hilfe von Produktbildern, Foreneinträgen, Facebookgruppen, Bewertungstexten, Beschreibungstexten, Betriebsanleitungen zu Produkten usw. Übrigens eignet sich die Suchfunktion bei Amazon dafür hervorragend.
Mit der genauen Bezeichnung und den wichtigsten Schlagwörtern wirst du schnell das gesuchte Objekt finden. Auch im Geschäft vor Ort werden dir die Verkäufer mit Sicherheit schneller helfen können. Denn du weißt genau, was du suchst.
Mit den erläuterten Hinweisen wirst du zukünftig mehr Struktur in deine Suche bringen. Du wirst merken, dass dies deine Fähigkeit etwas zu Finden wesentlich verbessert.
Die systematische Suche ist damit nicht nur hilfreich für die Archivrecherche. Auch im Alltag wird es dir leichter fallen Dinge (wieder zu) finden.
Hier noch einmal die Fragen für eine erfolgreiche Suche:
Viel Freude beim Suchen und Finden!
Dein persönlicher Archivbegleiter
Lars
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Da ich mein gesammeltes Wissen und meine Erfahrung als professioneller Genealoge im Bereich Ahnenforschung und Archivrecherche mit großartigen Menschen, wie Dir teile, können meine auf dieser Website veröffentlichten Inhalte natürlich Affiliate-Links für Produkte enthalten, die ich benutze und liebe. Wenn du etwas unternimmst (z. B. ein Abonnement abschließt, etwas buchst oder etwas kaufst), nachdem Du auf einen dieser Links geklickt hast, verdiene ich etwas Geld für Kaffee. Den trinke ich dann, während ich weitere hilfreiche Inhalte für Dich erstelle.
]]>Ich blätterte in der Werksammlung und war sofort von der Bandbreite der Texte des Dresdner Dichters begeistert. Denn es waren eben nicht nur die bekannteren eher kämpferischen Gedichte aus der Sammlung "Leier und Schwert" zu finden, sondern ich entdeckte eine große Anzahl von Natur- und Liebesgedichten, Erzählungen, Trauerspielen, Opern sowie Rätsel und Scharaden.
Noch am Abend begann ich mit dem Studium der Einleitung des Bandes, zum Leben und Schaffen Carl Theodor Körners. Seit dem lässt mich die Person Theodor Körner nicht mehr los.
Inzwischen habe ich etliche Informationen zu ihm sammeln können. Bei Besuchen im Stadtarchiv Dresden, im Hauptstaatsarchiv Dresden, der Dresdner Staats- und Universitätsbibliothek und auch im Dresdner Romantik Museum stöbern ich immer wieder gern in den überlieferten Dokumenten und Informationen zur Familie.
Auch ist zum "Freiheitshelden" Körner vor allem im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unheimlich viel veröffentlicht worden. Schon zu Lebzeiten zum Freiheitshelden stilisiert wird sein Wirken in jüngerer Zeit eher kritisch betrachtet.
Im Jahr 2006 folgte ich den Spuren Theodor Körners von Dresden über Freiberg, Wöbbelin (Mecklenburg-Vorpommern) bis nach Wien. Ich besuchte ehemalige Wohnorte, Wirkungsstätten und den Ort des Familiengrabes.
Ich wählte zehn Gedichte und Balladen Körners aus und "komponierte" Melodien dazu. Die in der Sammlung unter dem Namen "Vermischte Gedichte" erschienen Texte, zeigen meiner Meinung nach einen Ausschnitt aus der ganzen Bandbreite der von Körner verarbeiteten Inhalte und Themen. Alle Texte sind meines Wissens nach vorher noch nie musikalisch interpretiert worden.
Die von mir mit der Gitarre vertonten Lieder sind auf einer Audio-CD erschienen, die du bei mir für eine kleine Spende direkt bestellen kannst. Du kannst aber natürlich alle aufgenommenen Körnerlieder auch bei den bekanntesten Musik-Streaming-Anbietern hören und herunterladen.
Karl Theodor Körner wurde am 23. September 1791 in Dresden geboren. Er war das zweite Kind von Christian Gottfried und Anna Maria Körner, geb. Stock. Der Vater, ein Jurist in Staatsdiensten, war ein angesehener Bürger in Dresden. Er war nicht nur ein Gönner der Poesie, sondern selbst Schriftsteller, Komponist und Verleger. Theodors Mutter Minna, war die Tochter eines damals bekannten Leipziger Kupferstechers.
Das Haus der Familie Körner galt als Treffpunkt für Gelehrte und Künstler der Zeit. Als Beispiel sind hier zu nennen Alexander und Wilhelm Humboldt, die Schriftsteller Novalis und Tieck. Zu den zeitweiligen Gästen gehörten außerdem Mozart und Goethe mit denen man auch lange Zeit in brieflichen Kontakt stand.
Ein besonderer Freund und langjähriger Bekannter der Familie war Friedrich (von) Schiller. Von 1785 bis 1787 weilte er als Gast im Körner'schen Hause. Christian Gottfried Körner stellte Schiller für seine Arbeiten sein Haus in Loschwitz zur Verfügung. Die Körners wohnten selbst jedoch meist in der Wohnung "Am Kohlmarkt" in der Dresdner Neustadt.
Dies ist kurz umrissen die Umgebung in der Theodor und seine 3 Jahre ältere Schwester, Emma, aufwuchsen. Sie durften schon zeitig bei den geistigen Gesprächen anwesend sein und entwickelten so eine reges Interesse für vielerlei künstlerische Betätigungen.
Theodor spielte bereits mit 6 Jahren Klavier und lernte außerdem Gitarre und andere Instrumente.
Seine Neigung zur Poesie wurden schon früh durch seinen Vater und seinen Freund Schiller geprägt. So er schrieb 1806 also mit 15 Jahren bereits sein erstes Versspiel.
Nachdem Körner von mehreren Privatlehrern unterrichtet worden war kam er auf die Kreuzschule hier in Dresden. Übrigens: Bis heute Gedenken jährlich die Schüler der Dresdner Kreuzschule dem ehemaligen Schüler mit der Niederlegung von Kränzen am Körner-Denkmal.
Obwohl der Vater die poetischen Talente seines Jungen erkannte, hielt er eine ordentlichen Ausbildung als Lebensgrundlage für notwendig.
So begann Carl Theodor im Sommer 1808 sein Studium des Bergbaus an der Bergakademie in Freiberg. Dort arbeitete er gemeinsam mit seinen neu gewonnen Freunden unter Tage und widmete sich ganz seinem Studium. Davon erzählen auch seine dabei entstanden Gedichte.
Als er 1809 eine Reise im Riesengebirge unternahm sammelte er zahlreiche Eindrücke und ihm wurde klar, dass das Interesse für den Bergbau zu schwinden schien.
Seine Vater der darüber nicht begeistert war, stimmte schließlich dem Wechsel zu den Naturwissenschaften zu.
1810 erschien Theodor Körners erster Gedichtband in Leipzig, welchen er „Knospen“ nannte.
Ab 1810 studierte er also an der Leipziger Universität Verwaltungs- und Wirtschaftlehre. Während seiner Studienzeit war er auch den dortigen Studentenverbindungen nicht abgeneigt. Sein Vater, der die Händel und Saufereien nicht unbedingt gut hieß, ermahnte Theodor von Zeit zu Zeit in seinen Briefen. Aufgrund von Streitigkeiten und Händel zwischen zwei verfeindeten Parteien in denen auch Körner beteiligt war, reiste er mit verbundenem Kopf im August 1811 nach Berlin. Dazu später mehr.
Ebenso wie in den anderen Städten öffneten die Beziehungen zu angesehenen Kreisen von Vater und Mutter auch in Berlin Theodor so manche verschlossene Tür. Körner widmete sich dem Studium von Philosophie und Geschichte und hörte u. a. Vorlesungen von Johann Gottlieb Fichte.
Da Körner aus der bestehenden Händel in Leipzig nicht länger in Berlin bleiben konnte riet ihm sein Vater nach Wien zu gehen.
Nach einem kurzen Kuraufenthalt in Karlsbad im Juni 1811, wo er Goethe zum ersten Mal persönlich begegnete, trat Theodor seine Reise nach Wien an.
Durch die Empfehlungen der Eltern kam er auch hier schnell in die Bekanntenkreise von Wilhelm v. Humboldt und Familie Schlegel.
Obwohl Theodor sich nur schwer an die Adelskreise gewöhnen konnte, schien er doch sehr beeindruckt. Die Briefe die er seiner Familie nach Dresden schrieb zeugen davon.
Körners ausführliche Geschichtestudien bieten ihm ausreichend Stoff für weitere Gedichte und für Dramen. Bald wurden seine Stücke am Burgtheater in Wien aufgeführt. Seine Gedichte waren ebenso schnell in der Wiener Gesellschaft bekannt.
Neben seinem erstaunlichen Schöpferischen Leistungen, begann er für eine sehr begabte Schauspielerin, namens Antonie Adamberger zu schwärmen. Ihr widmete er viele Gedichte und sogar sein Drama „Toni“. Dem folgten weitere Opernlibretti, Theaterstücke, Singspiele mit denen er vereinzelt große Erfolge feierte, wie er in Briefen dem Vater und der Mutter berichtet. Nachdem auch Theodors Eltern seine Geliebte Antonie angenommen hatten, verlobte er sich 1812 mit ihr.
Körner fühlt sich nach und nach wohler in der Wiener Gesellschaft. Seinen großen Durchbruch brachte sein Trauerspiel „Zriny“ am Jahresende 1812. Der 21jährige wird zum Theaterliebling Wiens und bald auch zum kaiserlich, königlichen Hoftheaterdichter ernannt und erhält einen Dreijahresvertrag mit entsprechender Entlohnung.
Trotz dieser guten Aussichten für die Zukunft Theodors war mit 1813 ein neuer Abschnitt in seinem Leben erreicht.
Theodor Körner meldete sich als Freiwilliger und schloss sich dem "schwarzen" Freikorps unter Ludwig Adolf Wilhelm Freiherr von Lützow an.
In einem Scharmützel im Forst bei Rosenow (bei Gadebusch heute Mecklenburg-Vorpommern) fiel Theodor Körner durch eine Gewehrkugel. Er wurde in Wöbbelin beerdigt, wo sich heute auch die Ruhestätten seiner Schwester Emma und des Vaters, Christian Gottfried Körners, befinden.
Überdenkt man den von mir eben geschilderten Lebensweg Körners noch einmal, so sieht man ein doch ausgefülltes Leben mit Höhen und Tiefen und von meiner Sicht auch außergewöhnlicher Leistungen. Immer wieder habe ich erwähnt das Theodor seine Erlebnisse in seinen Werken festhielt. Seine Verse und Gedichte sind so Stationen seines Lebens. Die Gedichte die bis zum Jahre 1812 entstanden und veröffentlicht wurden, bleiben heute zum größten Teil in der Literaturgeschichte unbeachtet, was seine Gründe haben mag.
Für mich sind die Texte Einblick in das zeitgenössige Denken und Fühlen zum Beginn des 19. Jahrhunderts, Einblicke in das Leben eines jungen Mannes, der als junger Dichter viele Möglichkeiten hatte und dann doch den patriotischen Rufen folgte, wie so viele andere junge Dichter und Denker seiner Zeit auch.
]]>Einträge in Kirchenbüchern können dir so beispielsweise folgende Informationen bieten:
Hast du eigentlich schon einmal genauer darüber nachgedacht, welches Wissen über frühere Zeiten dir eine einzige Quelle eigentlich bietet?
Die gewonnenen Informationen können noch wertvoller sein, als es auf den ersten Blick scheint. Doch die Aufzeichnungen aus der Vergangenheit allein geben dir nur einen Ausschnitt — eine Momentaufnahme zum Leben deiner Vorfahren.
Damit das Bild zu deinen Vorfahren noch „klarer“ wird, brauchst du Hintergrundwissen. Dies hilft dir beim Verstehen und Deuten der gefundenen Fakten aus den Quellen.
Weisst du was „Blattern“ sind?
Kannst du mit der Berufsbezeichnung „Gedingemacher“ noch etwas anfangen?
Das Wissen um alte Berufsbezeichnungen oder uns heute unbekannte Krankheiten gehört nicht unbedingt zu unserer Allgemeinbildung.
Aber das ist nicht schlimm.
Zum Glück gibt es eine Vielzahl an Nachschlagewerken. Diese können dir bei der Klärung von unbekannten Bezeichnungen oder Begriffen helfen.
Ein wichtiges Nachschlagewerk ist zum Beispiel das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Dieses gibt es seit ein paar Jahren auch als Online-Version.
Unter "woertbuchnetz.de" findest du übrigens auch andere nützliche Wörterbücher für die Arbeit mit alten deutschen Sprachformen oder mundartlichen Texten.
Aber auch jede Landesbibliothek oder gute Handbibliothek in Archiven stellt dir Lexika und Wörterbücher als Hilfe zur Verfügung.
Ebenso kann das freie Online-Lexikon Wikipedia eine erste Anlaufstelle für weitere Informationen sein. Als Ahnenforscher bist du in diesem Zusammenhang wahrscheinlich schon auf GenWiki - das Genealogie Wiki gestoßen. Das Projekt des Vereins für Computergenealogie bietet dir darüberhinaus mehr als nur ein einfaches Lexikon.
An einem Praxisbeispiel will ich dir verdeutlichen, wofür ich Nachschlagewerke und Fachliteratur nutze.
Aus einem Kirchenbucheintrag habe ich erfahren das Johann Christian bei der Geburt seiner Tochter „verabschiedeter gemeiner Soldat“ bei der „Garnison der Feste Königstein“ war.
Allein diese Angabe zum Status des Vaters bietet mir viele Informationen
Folgende Nachschlagewerke halfen mir dann die gefundenen Informationen besser zu verstehen:
Vielleicht verfügst du bereits über ausreichend historisches Wissen, sei es aus der Schule, aus vorangegangenen Forschungen oder einfach deinem Interesse an historischen Romanen.
Um so besser.
Wenn du mehr über das Leben von damals erfahren willst oder die von dir gesammelten Informationen in einen Gesamtzusammenhang einordnen möchtest, kann dir Fachliteratur den entsprechenden geschichtlichen Hintergrund liefern.
Als Fachliteratur verstehe ich nicht nur wissenschaftliche Veröffentlichungen von Uni-Professoren. Auch Zeitschriftenartikel enthalten oft wertvolle und möglicherweise aktuellere Informationen, wie beispielsweise
Denn die Autoren historischer Aufsätze und Bücher haben sich meist schon durch eine Vielzahl alter Dokumente und Bücher gewühlt und die Erkenntnisse daraus zu Papier gebracht.
Auf solche veröffentlichte Forschungsergebnisse kannst du für deine eigenen Forschungen beruhigt zurückgreifen.
Es müssen auch nicht immer die aktuellsten Erscheinungen der historischen Fachwelt sein. Teilweise können Standardwerke der Fachwelt bereits mehrere Jahrzehnte alt sein.
Im Zusammenhang mit Recherchen im Bereich sächsische Militärgeschichte greife ich immer wieder auf folgende Werke zurück:
Manchmal sind die gefundenen Informationen nicht ausreichend oder gesuchte Angaben fehlen.
Aber du kannst aus den gefundenen Dokumenten Anhaltspunkte für die weitere Suche gewinnen.
Ebenso können Informationen ÜBER die Quellen (Akten, Dokumente, Archivbestände...) weiter helfen. Dafür ist zusätzliches Wissen zum betreffenden Jahrhundert, den jeweiligen Gegebenheiten und auch den überlieferten Archivunterlagen von Vorteil.
Doch woher bekommst du dieses Wissen?
Teilweise enthalten die historischen Aufzeichnungen selbst Zusatzinformationen. Das können bei Kirchenbüchern zum Beispiel die einführenden Worte des Pfarrers sein. Bei historischen Adressbüchern oder Ortsverzeichnissen kann das Vorwort zum erstellten Verzeichnis hilfreich sein. In Archiven ist im besten Fall die Geschichte des betreffenden Aktenbestandes im Findbuch erläutert.
Ich empfehle auf jeden Fall solche Inhalte unbedingt immer mit zu lesen.
Auch wenn es scheint, dass Sie auf den ersten Blick nicht wirklich wichtig für die aktuelle Suche sind.
Im oben von mir geschilderten Beispiel führte mich meine Suche nach dem Soldaten zu den Militärbeständen des Sächsischen Staatsarchivs.
In den Bestandsinformationen und dem Vorwort zum Bestand „11241 Musterungslisten“ auf der Website der sächsischen Staatsarchive fand ich nützliche Informationen zu Musterungen der Soldaten und den zugehörigen historischen Aufzeichnungen der sächsischen Armee. Damit konnte ich die gefundenen Informationen nicht nur besser einordnen. Das erworbene Hintergrundwissen gab mir auch weitere Ansätze und eine Struktur für zukünftige Recherchen in Akten zur Militärgeschichte.
Wie du nun erfahren hast gibt unterschiedlich Vorgehensweisen bei der Suche nach Hintergrundinformationen. Diese sind abhängig von:
Dabei gibt es nicht den idealen Weg.
Wenn dir bereits viele Fakten und Zahlen zum gesuchten Thema bekannt sind, dann wirst du ganz automatisch nach Spezialinformationen in Fachzeitschriften oder die Bestandsinformationen zur gesuchten Quelle suchen.
Solltest du aber noch nichts über das betreffende Thema wissen, lese dich lieber zunächst vom Allgemeinen zum Speziellen durch.
Bei der Suche nach einem Soldaten kann das bedeuten, lese vielleicht erst etwas über das Leben eines Soldaten während des 18. Jahrhunderts.
Hier ein Buch zum Thema Militär, dass ich sehr empfehlen kann:
Suche dann gezielt nach Unterlagen zur betreffenden militärischen Einheit deines Vorfahren. Dies hat den Vorteil, dass du die gefundenen Informationen in der Quelle besser verstehst.
Gleichzeitig liest du dir so ein umfassenderes Wissen an und kannst dich zukünftig besser in das Lebens deiner Vorfahren hineindenken.
Es dürfte klar sein, dass jeder bei seiner Informationssuche etwas anders vorgeht.
Zudem ist nicht jeder Forscher gleichermaßen interessiert an Hintergrundinformationen zum Thema.
Während dem einen ein Lexikonartikel genügt, liest der andere gern noch ein Fachbuch dazu.
Allerdings kann die Aneignung von zusätzlichen historischen Wissen nicht nur deine Allgemeinbildung erweitern, sondern im besten Fall bei der Überwindung von vermeintlich toten Punkten helfen.
Und bedenke, du brauchst dich nicht schlecht fühlen, wenn du etwas (nicht) weißt, denn:
„Wissen heißt, wissen wo es geschrieben steht“ (Albert Einstein)
Ich danke dir für das aufmerksame Lesen meines Artikels!
Ich hoffe, dass ich dir nützliche Informationen mitgeben konnte.
Wenn ja, dann schreib doch einfach eine kurze Rückmeldung in einen Kommentar, was du dazu gelernt hast.
Viele Erfolg bei den weiteren Forschungen!
- Lass dir beim Finden helfen! -
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Irgendwann erreichst du allerdings als Familienforscher den Punkt, wo du nicht mehr drum herum kommst, ein Archiv aufzusuchen.
Eines ist sicher: Ahnenforschung bedeutet immer auch Archivforschung.
Und es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, Archive zu meiden. Denn genau genommen sind Archive nichts anderes als ein Dienstleister, der:
Wie überall gibt es natürlich ebenso in Archiven bestimmte Regeln und Verfahrensweisen, die du kennen und beachten solltest.
Wenn du die ersten Archivbesuche absolviert hast, wirst du feststellen, dass es dich in deinen genealogischen Forschungen enorm weiter bringen kann. Die Arbeit mit historischen Unterlagen in Archiven bietet dir außerdem ein einzigartiges Erlebnis.
Beim Lesen in alten Dokumenten fühlst du, atmest du und erspürst du die Welt deiner Vorfahren.
Es wäre doch sehr unerfreulich, wenn du dir am ersten Tag im Archiv die Beine in den Bauch stehst oder erfolglos das Archiv wieder verlassen musst. Besonders ärgerlich wäre es, wenn der Anreiseweg zum Archiv lang ist. Dabei lässt sich doch Vieles vor dem eigentlichen Archivbesuch zu Hause erledigen.
Hier ein paar wichtige Hinweise, damit dein erster Archivbesuch erfolgreich wird.
Was suchst du eigentlich im Archiv? Welche Information hoffst du dort zu finden?
Nimm dir vor jedem Archivbesuch die Zeit, dir klar zu machen, zu welchem deiner Vorfahren du weiterführende Daten oder Fakten finden möchtest.
Schreibe alle dir bekannten Informationen (Name, Geburtsdaten, Lebensorte o. a.) auf.
Dir wird es so leichter fallen, den Archivmitarbeitern dein Anliegen vor Ort mündlich zu erläutern und außerdem kannst du das Niedergeschriebene gleich für eine schriftliche Anfrage nutzen.
Bevor du dich auf den Weg ins Archiv machst, sende vorab eine schriftliche Mitteilung an das Archiv. Nenne darin klar dein Suchziel und den Hintergrund für deine Forschungen. Dies kannst du in Form eines Briefs, einer Email oder einfach über ein Kontaktformular auf der Internetseite des Archivs tun.
Du kannst zusätzlich auch noch zum Telefon greifen und dir Zusatzinformationen einholen (Sonderöffnungszeiten, Bestellzeiten im Archiv, Ansprechpartner vor Ort u. Ä.).
Dies alles empfehle ich dir für Archivbesuche auf allen Ebenen (Kirchen-, Stadt-, Gemeinde-, Kreisarchiven u. Ä.).
Gib den Mitarbeitern ein Chance, dir zu helfen und deinen Besuch vorzubereiten. Im Idealfall liegen bei deinem Besuch bereits einige Akten für dich bereit.
Allerdings kann der erste Kontakt bzw. die Verfahrensweise bei den Archiven unterschiedlich sein.
Bei Staatsarchiven oder dem Bundesarchiv mit einer größeren Anzahl an Mitarbeitern und höheren Besucherzahlen, kann die Vorbereitung des Archivbesuches etwas abweichen. Aber im Prinzip kannst du hier ähnlich verfahren.
Auch in den Kirchgemeinden läuft es meistens etwas anders. Die Pfarrämter der Kirchgemeinden verstehen sich in der Regel nicht als ein öffentliches Archiv.
Fast jedes Archiv verfügt mittlerweile über einen Internetauftritt. Dort solltest du mindestens die Telefonnummer und Email-Adresse für den ersten Kontakt sowie die Besucheradresse für die Anfahrt finden.
Auch weitere Informationen, wie Gebührensatzung, Übersicht zum Aktenbestand und einen Benutzerantrag stellen dir die Archive teilweise online zur Verfügung.
Meine Empfehlung: Lies dir die Benutzerordnung und Gebührenordnung der Archive mindestens einmal genau durch. Wenn diese online verfügbar sind, dann kannst du das bequem von zu Hause aus machen.
Im Idealfall kannst du bereits den Benutzerantrag herunterladen, ausfüllen und für deinen Besuch bereit legen. Wenn möglich, schicke ihn doch vorab per Email an das Archiv.
Der Antrag auf Benutzung ist eigentlich nur eine Formalität und wird in der Regel ohne Weiteres schnell und unverzüglich genehmigt. Sollte etwas im Antrag fehlen, wird man sich schon bei dir melden.
Du bist kein Freund von Anträgen? Die Mitarbeiter des Archivs helfen dir auf jeden Fall beim Ausfüllen des Benutzungsantrages bei deinem ersten Archivbesuch.
Nutze die vorhandene Möglichkeiten auf der Internetseite des Archivs, um dir einen ersten Überblick zum betreffenden Archiv, dessen Aufgaben und dessen Aktenbeständen zu verschaffen. Teilweise kannst Du damit bereits Bestandsnummern und Bestandsnamen ermitteln. Damit ist der Einstieg in die Suche im Archiv gut vorbereitet.
Du hast online bereits einzelne Akten oder zumindest interessante Archivbeständen gefunden? Dir sind aus Büchern, Zeitschriften oder durch andere Forscher bereits konkrete Archivsignaturen zu Akten im betreffenden Archiv bekannt?
Um so besser.
Dann schreibe diese Informationen mit in deine Email an das Archiv. So kannst du diese ggf. für deinen geplanten Besuch vorbestellen.
Du bist dir bei den gefunden Signaturen nicht sicher?
Bei Zweifeln empfehle ich einen Telefonanruf bei dem betreffenden Archiv. So kannst du auch gleich Deine Fragen zu den betreffenden Beständen stellen.
Für eine erste Kontaktaufnahme, bei Fragen zu Archivalien und auch noch einmal kurz vor der geplanten Archivreise kann ein telefonischer Kontakt mit dem Archiv hilfreich sein.
Ungereimtheiten oder fehlerhafte Bestellungen können beseitigt werden. Du kannst erfahren, ob und ab wann die bestellten Akten zur Ansicht bereit liegen. Notfalls kann dann der eigene Zeitplan noch etwas umgestellt werden. Nutze auch die Gelegenheit, um dich gleich noch einmal nach den Öffnungszeiten für den geplanten Besuchszeitraum zu erkundigen.
Wichtiger Hinweis! Notiere dir immer Namen und Telefonnummer der Person, mit der du gesprochen hast. So kannst Du im Zweifelsfall konkrete Personen benennen, die dir die Informationen gegeben haben.
Bevor du zum Archivbesuch startest, prüfe, ob du alle notwendigen Emails bzw. Briefe und Notizen beisammen hast. Diese können für den ersten persönlichen Kontakt vor Ort, den eigenen Überblick bei den Aktenbestellungen und die weitere Suche vor Ort von besonderer Bedeutung sein.
Folgende Dokumente sollten auf jeden Fall mitgenommen werden:
Klar ist, jeder hat seine Arbeitsweise. Der Eine macht sich mit Bleistift Notizen in seinem Ringbuch, der Andere legt sich auf seinem Notebook eine neue Textdatei an. Auf jeden Fall solltest du etwas dabei haben, um dir Aufzeichnungen zur Akte oder dem Akteninhalt machen zu können. Die Notizen sollten sich später gut abheften oder ablegen lassen können.
Ein gebundenes Notizbuch und ein Bleistift sind dabei immer die beste Wahl. Einige Archive erlauben nämlich keine losen Notizblätter oder Kugelschreiber im Lesesaal.
Deine Notizen solltest du natürlich so verfassen, dass du auch noch nach deinem Archivbesuch zu Hause nachvollziehen kannst, in welcher Quelle du die Informationen gefunden hast.
Ein Speicherstick (USB-Stick) ist inzwischen ein wichtiges Werkzeug geworden. Er kann beispielsweise genutzt werden, um Suchergebnisse am Computer im Archiv abzuspeichern, Sicherungskopien der eigenen Dateien anzulegen oder digitale Kopien zu sichern.
Einige Archiv bieten dir die Möglichkeit, Akten selbst zu kopieren. Auch dafür kann an Scannern und Kopierern ein solche tragbare Datenspeicher genutzt werden.
In einigen Archiven ist es erlaubt mit oder ohne Gebühr eigene Fotoaufnahmen von Akten anzufertigen. Ich persönlich nutze dies häufig, gerade wenn mir wenig Zeit bleibt, um die wichtigsten Infos zu notieren.
Wichtig! Erkundige dich bitte vor der Anfertigung von Fotoaufnahmen in der Benutzungsordnung oder beim Archivmitarbeiter vor Ort, ob eigenen Aufnahmen erlaubt sind.
Tust du das nicht, kassierst du mit Sicherheit eine Verwarnung. Bei weiterer Missachtung kann dein Archivbesuch dann im Extremfall schneller beendet sein, als gedacht.
Der Besuch eines Archivs kann aufregend und spannend sein. Auf jeden Fall! Das Lesen alter Dokumente, die spezielle Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Archiv sowie das Hineindenken in die Abläufe im Archiv kosten wertvolle Energie.
Deshalb, versorge dich mit ausreichend Essen und vor allem Trinken. Nimm dir davon ausreichend für deinen Archivtag mit. Nicht jedes Archiv bietet einen Wasserspender oder Snack-Automaten. Archive können zudem etwas entfernt liegen von der nächsten Einkaufsmöglichkeit.
Beim Lesen der historischen Aufzeichnungen und der „fieberhaften“ Suche nach den Vorfahren, kann man schon mal die Zeit vergessen. Wir wissen alle, wie schnell das passieren kann.
Dennoch, mache bitte regelmäßige Pausen bei deinem Aktenstudium. Stehe von deinem Arbeitsplatz auf, Strecke dich, lasse deine Augen in die Ferne schweifen und gehe vielleicht kurz in Aufenthaltsraum, um etwas zu trinken.
Ich selbst bin jede Woche mindesten 3 Tage im Archiv und weiß wie Archivarbeit an den eigenen Kräften zehren kann. Ist die Suche auch noch so spannend und wichtig, deine Gesundheit ist wichtiger.
Wenn du die erläuterten 11 Punkte für deinen Archivbesuch berücksichtigst, kann garantiert nichts schief gehen. Wenn doch, dann lag es zumindest nicht an deinen Vorbereitungen. ;-)
Viel Erfolg und spannende Funde bei deinen zukünftigen Archivbesuchen!
Dein persönlicher Archivbegleiter
Lars
Von 2010 bis 2014 suchte ich gemeinsam mit Kollegen in Bayern nach Grabstätten und Friedhöfen. Dafür stellten wir bei mehr als 300 bayrischen Gemeindeverwaltungen, Standesämtern, Pfarrgemeinden, Stadtarchiven und Friedhofsverwaltungen Anfragen und baten um Personendaten und weiterführende Informationen. Teilweise mussten wir mehrmals nachfragen, Telefonate führen oder Dokumente nachreichen. Innerhalb von 3 Jahren erhielten wir zu ca. 90% verwertbare Antworten.
Auf der Suche nach den Lebensstationen eines Schornsteinfegers wandte ich mich im April 2017 in Telefonaten und schriftlichen Anfragen u. a. an die Standesämter in Nienburg a. Saale und Nienburg a. Weser. Innerhalb von nur einer Woche erhielt ich die benötigten Informationen und konnte die Suche damit erfolgreich beenden.
Bei Recherchen zu einer Auswanderer-Familie aus Oberfranken fand ich heraus, dass das Stadtarchiv der nächstgrößeren Stadt Unterlagen zum von mir gesuchten Ort verwahrt. Die Mitarbeiterin des Standesamtes war in diesem Fall auch für das Stadtarchiv zuständig. Nach einem knappen Telefonat schrieb ich eine Email an die Standesbeamtin. Nach 6 Wochen erhielt ich eine für mich unbefriedigende Antwort. Auch erneutes telefonisches Nachfragen brachte hier keinen Erfolg.
Diese Beispiele aus der praktischen Arbeit mit Ämtern und Archiven zeigen, wie unterschiedlich die Ergebnisse sein können.
Du willst Dir meine Tipps für erfolgreiche Anfragen lieber in Form eines Vortrags anschauen? Dann hol Dir jetzt meinen Vortrag als Video zum Download!
Ich habe mich in den letzten Jahren immer gefragt, warum ich bei einzelnen Anfragen nicht erfolgreich sein konnte. Teilweise hatte ich bei den Antworten das Gefühl, dass irgend etwas schief gelaufen war. Aber was?
Es ist klar, jedes Amt und jedes Archiv hat seine Besonderheiten und Eigenheiten. Nicht zuletzt ist es auch immer von den jeweiligen Mitarbeitern abhängig. Aber was kann es denn nun genau sein, warum bestimmte Auskunftsersuchen einfach nicht zum gewünschten Erfolg führen.
Bevor du nach möglichen Hindernissen in den Ämtern und Archiven suchst, schau dir doch zunächst einmal deine eigene Vorgehensweise an. Was tust du genau, wenn du eine Anfrage an Pfarrämter, Standesämter oder Archive stellst? Wie gehst du dabei vor?
Doch nicht du allein bist verantwortlich, wenn eine Auskunft nicht so läuft, wie du erwartest. Ebenso in Archiven und Standesämter können bei der Beantwortung von Anfragen Fehler unterlaufen.
Mit den folgenden Schritten sollte es dir gelingen, mögliche Fehler zu minimieren und deine Erfolgschancen zu erhöhen.
Gehen wir mal davon aus, dass dir im Allgemeinen bekannt ist, wo sich die von dir gesuchte genealogische Quelle im Normalfall befindet. D.h., du weisst was beispielsweise Kirchenbücher sind und wo diese in der Regel aufbewahrt werden.
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Verfilmte Kirchenbücher in Sachsen
Bevor du jetzt anfängst alle in Frage kommenden Archive anzuschreiben, empfehle ich dir, noch einmal die folgenden Fragen zu stellen und dir dazu Notizen zu machen:
Suche dir die betreffenden Namen und Daten (bzw. den betreffenden Familienzweig) heraus und notiere die für dich offenen Fragen. Verdeutliche dir das Ziel deiner Anfrage.
Suche dir notwendige Belege heraus, die für die Anfrage wichtig sein könnten. Dies kann zum Beispiel die Sterbeurkunde deines Großvaters sein, wenn du beim Standesamt die Geburtsurkunde anforderst. Auch ein anderes zentrales Dokument, was mit der gesuchten Person im Zusammenhang steht oder dein Suchanliegen gut unterstreicht, kann von Bedeutung sein.
Kennst du die Adresse oder E-Mail-Adresse der Einrichtung? Wenn nicht, dann nutze doch Internetsuchmaschinen (Google, Yahoo, Bing ...) um die benötigten Kontaktdaten herauszufinden. Inzwischen haben der überwiegende Teil der öffentlichen Einrichtungen informative Webseiten.
Kontaktdaten öffentlicher Einrichtungen finden sich natürlich auch im guten alten Telefonbuch oder den Gelben Seiten. Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, das Gesuchte zu finden. Im Zweifelsfall kann es einfacher sein, die zentrale Nummer der Stadtverwaltung oder des Archivs zu wählen und sich bis zum zuständigen Mitarbeiter durchzufragen.
Als Vorbereitung zum Telefonat sollte im Idealfall die schriftliche Anfrage bereits entworfen sein. Dies kann natürlich schon bei der Vorbereitung erfolgen, wenn du alle Infos zusammensuchst und deine Gedanken notierst. Ein bereits vorliegender Entwurf hat zwei Vorteile:
Im Zeitalter von Email ist es sogar möglich, die Anfrage noch während des Gesprächs zu übermitteln und somit auch gleich mündlich eine Empfangsbestätigung zu bekommen.
Ein Tipp am Rande: Lass Dir bei Telefonaten am besten immer den Namen und die telefonische Durchwahl des betreffenden Mitarbeiters geben. So kannst du dich zum Beispiel bei Gesprächsabbruch direkt wieder an den Mitarbeiter wenden und deine schriftliche Anfrage mit einer persönlichen Anrede beginnen.
Du hast bei deinen Vorbereitungen die benötigten Kontaktdaten bekommen? Im besten Fall hast du einen direkten Ansprechpartner und damit die Möglichkeit zum ersten persönlichen Kontakt.
Bei Telefonaten, wie auch bei schriftlichen Anfragen, ist die Einhaltung einer entsprechenden Form und Höflichkeit empfehlenswert. Zu Beginn des Telefonats sollten Begrüßung, Nennung des eigenen Namens, der Grund des Anrufs vielleicht im Bezug auf vorangegangene Anfragen genannt werden. Ebenso sollte das Telefonat mit Dank und Grüßen beendet werden.
Klingt etwas altmodisch, denkst du? Das mag sein. Jedoch bietest du damit deinem Gegenüber den notwendigen Respekt, die Achtung und die Dankbarkeit, die du ebenso bekommen willst. Oder nicht?
Bevor du das Gespräch beendest, vergiss nicht die richtige Emailadresse zu erfragen. Die direkte Adresse und Telefonnummer deines Kontakts im Archiv kann auch für spätere Anfragen Gold wert sein. Leider gibt es vom Amt oder Archiv häufig nur eine zentrale E-Mail-Adresse und eine zentrale Nummer.
Irgendwann haben wir einmal in der Schule gelernt, wie ein formeller Brief aufgebaut sein sollte. Obwohl der Großteil des heutigen Schriftwechsels wohl nicht mehr in der vorgeschriebenen Briefform geführt wird, sind die Grundprinzipien immer noch wichtig. Auch Emails sollten eine dem Anlass entsprechende Form haben. Ich selbst bekomme regelmäßig Email-Anfragen, bei denen jegliche Höflichkeit und Struktur abhanden gekommen ist.
Stell dir doch mal vor, du würdest als Sachbearbeiter/in in der Woche mehr als 20 E-Mails bekommen. Welche Anfrage würdest du lieber bearbeiten?
Deine schriftliche Anfrage sollte es dem Leser so einfach wie möglich machen, deine Anliegen gut zu verstehen und die wichtigsten Informationen schnell zu finden.
Die Anrede
Die Formel „Sehr geehrte Damen und Herren“ gehört an den Beginn jedes Schreibens und kann je nach Situation abgewandelt werden. In jedem Fall ist ein direkte Anrede des Kontaktpartners mit Familiennamen besser.
Einleitung
Bevor du mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus fällst, empfiehlt sich eine kleine Einführung. Damit hilfst du deinem Gegenüber, sich auf dich und dein Anliegen einzustellen. Bildlich gesprochen holst du ihn damit dort ab, wo ihr euch das letzte Mal verabschiedet habt. Nimm Bezug auf das Telefonat oder die ermittelten Informationen. Auch Infos von der betreffenden Website oder Hinweise anderer Ämter und Archivmitarbeiter sind gut für deine kurze Hinführung zum eigentlichen Anliegen geeignet.
Deine zentrale Frage - dein Problem
Schildere anschließend kurz und strukturiert dein eigentliches Anliegen und stelle deine Fragen. Erleichtere dem Bearbeiter das Lesen und unterteile mögliche Sinnzusammenhänge in Absätze. Bei einer etwas längeren Erläuterung, empfiehlt es sich, die zentrale Frage am Ende noch einmal zu wiederholen
Bekannte Informationen und bereits vorhandene Dokumente
Du kannst die Bearbeitung deiner Anfrage an das Archiv zusätzlich durch Mitteilung bekannten Daten unterstützen. Indem du zum Beispiel kurz und übersichtlich die bereits bekannten Informationen zur gesuchten Person, deren Verwandten oder wichtige Hintergrundinformationen in einem Absatz zusammenfasst. In meiner Arbeit hat sich auch bewährt, bereits vorhandene Dokumentenkopien mitzusenden. So hilfst du dem/der Bearbeiter/in bei der Recherche in den Archivbeständen. Zudem teilst du am Besten gleichzeitig mit, welche Dokumente du nicht mehr benötigst. Die Mitteilung bereits bekannter Informationen sowie bereits vorliegender Dokumente kann im besten Fall die Beantwortung der Anfrage beschleunigen und ein Doppelung von Dokumenten vermeiden.
Die Abschlussformeln
Bitte am Ende des Schreibens eventuell um eine kurze Bestätigung der Anfrage. Es kann zudem nicht schaden, sich nach dem Zeitraum für die Beantwortung zu erkundigen, auch wenn es darauf eher selten eine schriftliche Antwort gibt. Der mögliche Antworttermin kann besser schon beim ersten persönlichen Kontakt (Telefonat) erfragt werden.
Abschlussformeln dienen ebenso als Zeichen der Höflichkeit. Zum Beispiel: “Für Ihre Mühen danke ich Ihnen im Voraus.” oder “Für Ihre Unterstützung wäre ich Ihnen dankbar”. Sinnvoll ist es zudem, deutlich die Bereitschaft zur Beantwortung von Nachfragen zu signalisieren: „Für Rückfragen stehe ich zur Verfügung“
Dir ist das zu „steif“?
Natürlich kannst du eine andere vielleicht persönlichere Formulierung wählen. Das formelle “Mit freundlichen Grüßen” am Ende von Briefen mag ich persönlich auch nicht. Ich passe diese Grußformel gern dem jeweiligen Anliegen an oder verwende häufig „Mit besten Grüßen“.
In einem formellen Anschreiben sollten Begrüßung und Verabschiedung nicht zu „persönlich“ sein. Es gilt immer die entsprechende und passende Distanz in der Kommunikation wahren.
Während bei Briefen die Kontaktdaten im Briefkopf oder einer Fußzeile enthalten sind, bieten Emails andere Möglichkeiten. Deine Kontaktdaten sollten auf jeden Fall (noch einmal) am Ende der Email-Anfrage stehen. Die Angabe der Postadresse, der Telefonnummer und der Emailadresse können hier beispielsweise in Form einer Email-Signatur standardmäßig eingefügt werden.
Wichtig! Mach es dem Bearbeiter deiner E-Mail so einfach wie möglich, dich zu kontaktieren.
Schritt 5: Das Versenden der E-Mail oder des Briefes
Du solltest am besten direkt im Anschluss an das Telefonat deine Email oder deinen Brief wegschicken. Zum einen hast du dann eine Sache weniger zu erledigen, zum anderen bist du bestenfalls dem Bearbeiter beim Erhalt deiner Anfrage noch in Erinnerung.
Dankbarkeit für die Antwort
Vergesse bitte nicht dich für die Beantwortung deiner Anfrage und ggf. die Zusendung von Informationen/Kopien zu bedanken. Tue dies auch wenn es eigentlich als selbstverständlich angesehen werden kann, von einer Behörde eine ordnungsgemäße Antwort zu bekommen. Allerdings sind im Email-Zeitalter ein paar Dankeszeilen schnell getippt und versendet.
Die schriftliche Anfrage ist verschickt und auch beantwortet? Hast du das erwünschte Ergebnis bekommen?
Nun wäre es ideal sich anzuschauen, was bei der Anfrage gut und was weniger gut gelaufen ist.
Wenn du dir diese Fragen kurz beantwortest, dann hast du eine kurze Dokumentation der Anfrage. Du weisst, was eventuell schief gelaufen ist und was du bei der nächsten Anfrage anders machen könntest.
Bitte bedenke immer, auch negative Antworten können Erkenntnisse liefern. Möglich Ergebnisse können sein:
Die hier beschriebenen Formen und Schritte sind ideale Vorgehensweisen. In der Praxis läuft es meistens anders und jede Anfrage ist genau genommen einzigartig.
Und was sind deine Erfahrungen mit Anfragen bei Standesämtern und Archiven? Schreib es mir doch einfach in einen Kommentar. Lass die anderen Leser an deinen Erfolgen teilhaben!
Meine Ausführungen beziehen sich auf die Kommunikation mit deutschen Ämtern und Archiven. Zwar gibt es weltweit gültige (offizielle und inoffizielle) Standards, dennoch hat jede Sprache und jedes Land seine besonderen Eigenheiten.
Viel Erfolg bei den zukünftigen Anfragen!
Dein persönlicher Archivbegleiter
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