archivrecherche-dresden.de https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/ Tue, 27 Oct 2026 13:29:12 +0000 de-DE hourly 1 Genealogischer Wochentalk: Genealogiesoftware, Online-Stammbäume und die Tücken von GEDCOM https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/wochentalk-genealogiesoftware/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/wochentalk-genealogiesoftware/#comments Mon, 26 Oct 2026 17:10:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/wochentalk-genealogiesoftware/ Weiterlesen

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Welche Genealogiesoftware passt zu dir?

Barbara Schmidt und ich sprechen im Genealogischen Wochentalk über Genealogiesoftware: Welches Programm taugt wofür, reicht nicht auch ein Online-Stammbaum, wie kommen Fehler in einen Stammbaum und warum werden sie so schwer wieder los, und was beim GEDCOM-Export gern schiefgeht. Dazwischen schweifen wir ab und erzählen aus der eigenen Forschung. Alle Programme, über die wir gesprochen haben, findest du unten mit Links.

Barbara Schmidt ist Bloggerin von Die Welten verbinden und Mit-Organisatorin der Genealogica. Den Anstoß zum Thema haben die Gespräche rund um den Genealogentag gegeben, etwa mit Stefan Harms (Family Book Creator) und David Straub (Gramps und Grampshub), dazu die Podcastfolge mit Annegret Gräfe von Heredis.

(Werbung*: In dieser Folge geht es neben verschiedenen Softwareanbietern unter anderem um Heredis. Ich bekomme eine Provision, wenn du über meine Links bestellst. Für dich wird es dadurch nicht teurer. Im Gegenteil. Du unterstützt die Produktion weiterer Podcastfolgen.)

Jetzt die Folge anhören:

Themen aus dem Gespräch

  • Präsentationsformen: Bücher, Ahnentafeln und Diagramme in Heredis und MacFamilyTree
  • Stammbäume als Überblick und Lückenfinder
  • Zweigleisig arbeiten: Online-Stammbaum und Software auf dem Rechner
  • Plausibilitätsprüfungen in FamilyTreeMaker: inkorrekte Daten finden
  • Ahnenblatt: ein Windows-Programm von einem sichtbaren und aufmerksamen Entwickler
  • Gramps, Gramps Web und Grampshub: Open Source, selbst mitgestalten und warum das nicht unbedingt für uns geeignet ist
  • Die Breite des Angebots: Einzelentwickler, Firmen mit Support und Open Source und warum wir gern für Software mit Support bezahlen
  • Reicht ein Online-Stammbaum? Praktische Lösung mit Abo-Abhängigkeit?
  • Wie sich Fehler bei ungeprüfter Übernahme fremder Daten verbreiten und was du dagegen tun kannst
  • Warum ein Neustart mit neuer Software sinnvoll sein kann
  • Bilder und Dokumente im Programm oder Online-Stammbaum: Nutzen, Risiko und Fehlerquellen
  • GEDCOM: Testdateien in verschiedenen Programmen, aufgesplittete Felder und was beim Export verloren gehen kann
  • Fazit: Warum du deine Forschungsergebnisse früh in einem Programm festhalten solltest

Unterhaltsames und Lehrreiches aus der eigenen Forschung

  • Warum eine Ahnentafel Begeisterung für die Ahnenforschung auslösen kann
  • Barbaras falsch zugeordneter Vorfahre und warum der alte Fehler bei Ancestry.com bis heute als Hinweis in fremden Bäumen auftaucht
  • Ein gedrehtes Datumsformat nach dem GEDCOM-Import
  • Neue Perspektiven in der Ahnenforschung: Wenn andere Nutzer gern mit dir verwandt wären
  • Ein Forscher, der nach vielen Fehlern in seinem MyHeritage-Baum mit Ahnenblatt neu anfängt
  • Warum Barbaras Konfirmationsbrief nur als Forschungsnotiz hinterlegt ist
  • Wie Fotos der Urgroßeltern in fremden Stammbäumen landen

Besprochene Genealogiesoftware und Links

Zitate aus dem Gespräch

„Ich habe damals angefangen, wirklich nur noch das einzutragen, wozu ich eine Quelle habe. Alles andere ging in die Notizen.“ – Barbara Schmidt

Ankündigungen und Hinweise

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Mich interessiert: Mit welchem Programm arbeitest du, und was nervt dich daran am meisten? Schreib es gern in die Kommentare.

Informationsstand des Beitrags: 18.10.2026

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Unterwegs in Borna: Mein erster Besuch im Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsens https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/dokumentationszentrum-borna-archivbesuch/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/dokumentationszentrum-borna-archivbesuch/#comments Fri, 16 Oct 2026 10:35:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/dokumentationszentrum-borna-archivbesuch/ Weiterlesen

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Ich sitze im Auto auf dem Parkplatz vor einem brandneuen Archivgebäude. In Borna im Landkreis Leipzig ist ein gemeinsamer Archivstandort entstanden, in dem das Kreisarchiv Landkreis Leipzig und das Sächsische Wirtschaftsarchiv e.V. unter einem Dach zusammenarbeiten. Zwei Archive, die ich beide bisher noch nie persönlich für genealogische Recherchen genutzt habe. Also ist das DIE Gelegenheit für eine spontane Unterwegsfolge nach einem Archivbesuch.

In dieser Folge von ArchivBegleiter on Air nehme ich euch mit zu einer Führung durch das neue Dokumentationszentrum. Ich habe mir Magazinräume mit kilometerlangen Rollregalen angesehen und erfahren was es neben Personenstandsunterlagen und Bauakten noch Interessantes im Kreisarchiv Leipzig gibt. Ich habe mich für Euch erkundigt, was so ein neuer Archivstandort für die Familienforschung oder historische Recherche in Sachsen bedeuten kann.

Darum geht’s in dieser Folge

  • Wie ein nagelneues Archivgebäude von innen aussieht und was es hinter den Kulissen noch zu entdecken gibt
  • Was ein Archiv eigentlich besonders macht und warum Archivräume ganz eigene technische Anforderungen haben
  • Welche Unterlagen es dort gibt und was davon für die Familienforschung interessant sein könnte und wie der Zugang dazu im neuen Kreisarchiv Leipzig geregelt ist
  • Warum ich mir die Zeit für so einen Besuch nehme und was ich daraus für meine Arbeit als Berufsgenealoge mitnehme

Kurz erklärt: Was ist das Dokumentationszentrum in Borna?

Das Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsens in Borna (auch als Archiv-Campus Borna bezeichnet) ist ein neuer, gemeinsamer Standort des Kreisarchivs Landkreis Leipzig und des Sächsischen Wirtschaftsarchivs e.V. Der Standort wurde am 1. September 2026 eröffnet. Mitte September 2026 waren zunächst rund die Hälfte der Archivbestände aus den bisherigen Standorten umgezogen.

Weiterführende Links

Häufige Fragen zum Archivbesuch in Borna

Kann man im Dokumentationszentrum Borna selbst recherchieren?

Für bestimmte Bestände, etwa Bauunterlagen, ist eine Einsicht vor Ort möglich. Personenstandsunterlagen können aus Datenschutzgründen nicht selbst eingesehen werden. Hier erfolgt die Recherche über die Mitarbeitenden des Kreisarchivs.

Für wen ist ein Besuch im Sächsischen Wirtschaftsarchiv interessant?

Für alle, die zu sächsischen Unternehmen, Betrieben oder deren Geschichte recherchieren, etwa im Rahmen von Familienforschung oder wirtschaftshistorischen Projekten.

Dranbleiben!

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Eindrücke vom Besuch am neuen Standort des Kreisarchivs Leipzig und Wirtschaftsarchiv Sachsens

Außenansicht des neuen Dokumentationszentrums zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsens in Borna

Außenansicht Gebäude Dokumentationszentrum zur Regional- und Wirtschaftsgeschichte (Quelle: Privatarchiv ArchivBegleiter)

Magazinräume im Dokumentationszentrum Borna Rollregale im Magazinraum des Kreisarchivs Landkreis Leipzig in Borna

Magazinräume mit Rollregalen

Rollregale im Magazinraum des Kreisarchivs Landkreis Leipzig in Borna

Magazinräume mit Kartenschränken

Kartenschränke im Magazin des Kreisarchivs Leipzig


Auswahl an vorhandenen Archivmaterialien im Kreisarchiv

Auswahl an Archivmaterialien im Kreisarchiv Leipzig


Tisch zur Trockenreinigung von Archivalien für Behandlung von Akten im Vorbereitungsraum bei Ankunft im Archiv 

Arbeitstisch um Vorbereitungsraum Dokumentationszentrum Borna Trockenreinigung von Archivalien


Schließfächer und Aufenthaltsräume für die Archivbesucher

Schliessfaecher im Dokumentationszentrum Borna für die Besucher


Aufenthaltsraum zwischen den Nutzerraeumen für die Besucher im Dokumentationszentrum Borna

Scanner für Archivnutzer im Leseraum des Kreisarchivs Leipzig

moderner overhead scanner im Leseraum des Kreisarchivs Leipzig


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Ortsfamilienbuch erstellen mit Heredis https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/ortsfamilienbuch-erstellen-heredis/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/ortsfamilienbuch-erstellen-heredis/#comments Thu, 08 Oct 2026 11:30:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/ortsfamilienbuch-erstellen-heredis/ Weiterlesen

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Ortsfamilienbuch erstellen mit Heredis

Direkt nach dem Genealogentag habe ich mich mit Annegret Gräfe zu einem Gespräch getroffen. Bei der Softwarefirma Heredis ist sie die Ansprechpartnerin für Kommunikation und Marketing in den deutschsprachigen Ländern. Wir sprachen darüber, wie die Ortsfamilienbuch-Funktion in Heredis entstanden ist, wie man damit ein Buch erstellt und wie daraus ein nützliches Ortsfamilienbuch wird. Aus dem Gespräch ist eine Podcastfolge für Archivbegleiter on Air geworden.

(Werbung: In diesem Beitrag und in der zugehörigen Podcastfolge stelle ich Funktionen der kommerziellen Genealogiesoftware Heredis vor.)

Das erfährst du in dieser Folge:

  • Warum wir heute mit einem ursprünglich französischen Genealogieprogramm ein Ortsfamilienbuch erzeugen können
  • Wie Heredis diese Funktion entwickelt hat
  • Wie ein konkretes Beispiel eines erstellten Ortsfamilienbuches aussehen kann und was alles ins Buch übernommen werden kann
  • Welche zusätzlichen Funktionen es gibt
  • Wo die Funktion zur Erstellung eines Ortsfamilienbuches an Grenzen stößt
  • Eine Anekdote aus dem Elsass

Ich weiß, die Erklärung einer Programmfunktion in einem Podcast zu hören, anstatt diese zu sehen, klingt etwas unpraktisch. Doch bedenke: Fußballspiele wurden und werden auch im Radio übertragen. Richtig?

Zum Ausprobieren: Kostenlose Demoversion, womit du die Genealogiesoftware und die Ortsfamilienbuchfunktion gratis testen kannst.

Hier kannst du die ganze Podcastfolge hören:

Ortsfamilienbücher als Publikationsform

Ein Ortsfamilienbuch (früher auch Ortssippenbuch genannt) verzeichnet die Einwohner und Familien eines Ortes, geordnet nach Familiengruppen.  Es wird meist aus Kirchenbüchern und ergänzenden Quellen zusammengestellt. Für den Bereich Sachsen gibt es leider bisher nicht viele Bücher. Aber wenn eines existiert, hat es mir bisher immer die genealogische Recherchen erleichtert und geholfen Überlieferungslücken zu überbrücken. 

Wer selbst ein solches doch recht umfangreiches Buch erstellen möchte, braucht irgendwann ein geeignetes Programm dafür. Manche Forscher kommen häufig bei den eigenen privaten Forschungen auf diese Idee. Sie haben für ihre eigene Forschung die Namen und Daten eines Ortes erfasst, merken, dass sie die anderen Familien eigentlich auch noch mitnehmen könnten. Schließlich sollen die Ergebnisse mit anderen Forschern geteilt werden und daraus doch ein Buch entstehen.

Wie die Erstellungen von Büchern in Heredis aussieht, hat mir Annegret gezeigt. Sie hatte das Programm auf dem Notebook vorbereitet und ich durfte zusehen, wie aus einem Datenbestand ein Buch wird. 

Hier kannst du nachlesen, was ich dabei mitgenommen habe.

Seit wann kann Heredis Ortsfamilienbücher erstellen?

Heredis ist ursprünglich ein französischsprachiges Programm zur Erfassung und Verarbeitung genealogischer Daten. Es gibt dieses ursprünglich rein französische Programm bereits seit mehr als 30 Jahren. 

Seit 2019 gibt es eine deutsche Version und danach kamen immer mehr Nachfragen, ob sich damit auch ein Ortsfamilienbuch erstellen lasse. Das Team hat sich nach Annegrets Schilderung zunächst angesehen, was ein Ortsfamilienbuch überhaupt ist. Denn diese Publikationsform gab es Frankreich eigentlich nicht.

Heredis hat Nutzer und Familienforscher befragt, die viel mit Ortsfamilienbüchern arbeiten und hat sich zusätzlich vorhandene Softwarelösungen angeschaut. Auch mit Michael Johne, einem der Experten für Ortsfamilienbücher, gab es Kontakt. Aus alldem entstand ein Prototyp für die Funktion Ortsfamilienbücher, der ausgiebig getestet wurde. Mit Heredis 2022 kam die Funktion dann ins Programm und seither kommen laufend Verbesserungswünsche.

Hier findest du übrigens ein schon etwas älteres Video, wo Michael Johne die Quelle Ortsfamilienbücher und die Funktionen von Heredis etwas erklärt. Leider ist Michaels Website "Ortsfamilienbücher.news" nicht mehr erreichbar.

Eine Übersicht zu verfügbaren Online-Ortsfamilienbüchern findest du übrigens auf den Seiten von Compgen

Bei Heredis ist das Ortsfamilienbuch eine zusätzliche Ausgabemöglichkeit neben Stammbäumen und Grafiken. Zur Auswahl stehen mehrere Buchtypen: Vorfahrenbuch, Nachfahrenbuch, genealogisches Personenlexikon, Großfamilie und eben das Ortsfamilienbuch.

Heredis-Fenster 'Bücher Einstellungen' mit der Auswahl der Buchtypen auf der linken Seite, markiert ist Ortsfamilienbuch, rechts die Optionen für Quellen, Notizen und Ortsinformationen


Das Buch kommt als Word-Dokument heraus, alternativ funktioniert es mit LibreOffice. Im Gespräch ging die Erstellung eines Buches auf der Grundlage der erfassten Beispieldaten erstaunlich schnell. Und weil es ein normales Textdokument ist, kann man danach noch Formatierungen anpassen, Danksagung und Vorwort ergänzen und am Layout weiterarbeiten.

Wer sich in Heredis einarbeiten möchte, findet im Shop von Heredis das Kompaktwissen 2027: Video-Tutorials auf einem USB-Stick, die die wichtigsten Funktionen der Software erklären. (Werbelink)*

Wie sieht ein mit Heredis erstelltes Ortsfamilienbuch aus?

Jede Familiengruppe bekommt eine Nummer, die Gruppen sind alphabetisch geordnet. Bei jeder Familie stehen Geburtsdaten und -orte, Partner, Berufe und Kinder, und im Text sind Verweise auf andere Personen als Nummern gesetzt. In der Word-Datei kann man darauf klicken: Annegret ist im Beispiel von Nummer 1 direkt zum Vater (Nummer 6) gesprungen. Das sah sauber formatiert aus, die ersten Angaben fett, einiges kursiv, unten ein Fußnotenapparat.

Beispielseite eines mit Heredis erstellten Ortsfamilienbuchs in Word mit nummerierten Familiengruppen, Angaben zu Eltern, Kindern und Berufen sowie Fußnoten mit Quellen


In den Fußnoten stehen Notizen und Quellen, und das ist für mich der wichtigste Punkt. Ein Ortsfamilienbuch ohne Belege wäre schade, und wer so etwas publiziert, sollte seine Daten vorher verifiziert haben. Schön ist es, wenn nicht nur Kirchenbücher einfließen, sondern auch Gerichtsbücher, Bürgerbücher, Häuserbücher und andere ergänzende Quellen, und wenn man das im Buch nachvollziehen kann. Auch Zeugen und Taufpaten lassen sich ausgeben, wenn man das vorher ankreuzt.

Zum Buch gehören außerdem Register:

  • ein Personenindex mit klickbaren Nummern
  • ein Index der Orte, an denen die Personen sonst noch auftauchen
  • ein Berufsindex

Beim Berufsindex lohnt ein zweiter Blick. Heredis übernimmt alles, was an einer Person gespeichert ist. Es können also Berufe auftauchen, die gar nicht am Ort des Buches ausgeübt wurden, weil die Person auch mit anderen Orten verknüpft ist. Als reine Übersicht der Berufe vor Ort ist er deshalb nicht ganz sauber.

Wer mit Kekulé-Nummern arbeitet, kann sie in den Einstellungen zusätzlich zur Identifikationsnummer ausgeben lassen. Das ist nicht unwichtig, denn die Nummernsysteme in Ortsfamilienbüchern sind sehr unterschiedlich.

Personenindex eines Ortsfamilienbuchs aus Heredis, alphabetisch nach Nachnamen geordnet, mit Verweisnummern auf die Familiengruppen

Grenzen und offene Fragen bei der Erstellung eines Ortsfamilienbuches mit Heredis

Natürlich ließ sich nicht alles im Gespräch klären. Auch haben wir uns im Gespräch nicht alle der vielfältigen Funktionen von Heredis angeschaut. Einige Dinge sind mir aufgefallen, die ich direkt an Annegret weitergegeben habe.

  • Ein Quellenverzeichnis am Buchende gibt es bisher nicht. Andere Verzeichnisse gibt es, aber gerade bei einem Buch, das mehrere Quellengattungen zusammenführt, hätte ich mir diese Übersicht gewünscht.
  • Ein druckfertiges PDF für die Druckerei gibt es nicht, die Ausgabe läuft über die Schreibdatei (Textverarbeitung). Das ist laut Annegret Absicht, man soll nachträglich noch anpassen können. Auch sind Ausgaben für Markup-Systeme nicht vorgesehen. Doch Heredis ist schließlich kein Textsatzprogramm (für Buchherstellung). Die Prioritäten für die genealogische Software liegen anderswo.
  • Im Zusammenhang mit dem möglichen Umfang eines Buches konnten wir nicht prüfen, ob die Ausgabe auch bei Beständen mit mehreren Tausend Personen sauber läuft. Das müsste man am konkreten Beispiel testen. Wer damit Erfahrung hat, darf sich gern bei mir oder direkt bei Heredis melden.

Wer die Daten online weiterverwenden will, kann die zum Ortsfamilienbuch gehörenden Personen als GEDCOM oder als Heredis-Datei exportieren.

Neu in Version 27 ist außerdem eine benutzerdefinierte Personenliste, die sich zum Beispiel als Excel-Datei exportieren lässt, falls man die Personen separat aufgelistet haben möchte.

Zum Schluss: eine Anekdote aus dem Elsass

Die Funktion Ortsfamilienbuch wurde letztendlich nicht nur für die deutsche, sondern auch für die französische Version gebaut. Grund dafür war eine Rückmeldung aus dem Elsass. Dort gibt es tatsächlich ähnliche Formen von Ortsfamilienbüchern. Die Familienforscher vor Ort haben sich über die neue Funktion bzw. Ausgabeform bei Heredis sehr gefreut. Menschen glücklich zu machen, an die man vorher gar nicht gedacht hatte. Dies empfand ich als einen schönen Abschluss für das Gespräch.

Häufige Fragen

Kann man mit Heredis ein Ortsfamilienbuch erstellen? Ja, die Funktion gibt es seit Heredis 2022. Das Buch wird als Word-Dokument ausgegeben, alternativ mit LibreOffice.

Gibt es Heredis zum Testen? Ja, es gibt eine kostenlose Demoversion, mit der sich auch die Ortsfamilienbuch-Funktion ausprobieren lässt.

Wo kann ich Heredis kaufen? Im Online-Shop von Heredis. Zum Beispiel hier: Heredis 2027 (Werbelink)*

Welche Exportformate gibt es? Die Personen eines Ortsfamilienbuchs lassen sich als GEDCOM oder als Heredis-Datei exportieren. Seit Version 27 gibt es außerdem benutzerdefinierte Personenlisten, die sich als Excel-Datei exportieren lassen.

Kann man ein druckfertiges PDF erzeugen? Nicht direkt. Die Ausgabe läuft über die Textverarbeitung, nachträgliches Anpassen ist ausdrücklich gewollt.

Was fehlt noch? Zum Zeitpunkt des Gesprächs gab es kein Quellenverzeichnis am Buchende.

Stand des Textes/der Aufnahme: Oktober 2026 (Heredis 27)

Hinweise

Die Inhalte als Folge findest du in meinem Podcast "Archivbegleiter On Air". Jetzt überall abonnieren und hören, wo es Podcasts gibt. U.a. auf

Spotify

Apple Podcast

Amazon music

Podcast.de

*(Werbelink) Damit gekennzeichneten Links zu den Heredis-Produktseiten sind Affiliate-Links (Werbelinks): Wenn du darüber kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis verändert sich für dich dadurch aber nicht.

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Genealogischer Wochentalk: Rückblick auf den 76. Deutschen Genealogentag in Göttingen https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/genealogentag-2026-goettingen-rueckblick/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/genealogentag-2026-goettingen-rueckblick/#comments Wed, 30 Sep 2026 16:17:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/genealogentag-2026-goettingen-rueckblick/ Weiterlesen

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Der 76. Deutsche Genealogentag in Göttingen im Rückblick: Eindrücke und Verbesserungsideen

Der 76. Deutsche Genealogentag fand vom 25. bis 27. September 2026 in Göttingen statt. Barbara Schmidt und Lars Thiele ziehen Bilanz: viele gute Gespräche, ein sehr breites Vortragsprogramm, aber wenig Laufkundschaft und kaum sichtbare Werbung vor Ort. Dieser Beitrag sammelt deine Ideen für den Genealogentag 2027 in Oldenburg.

Direkt nach dem Genealogentag 2026 in Göttingen habe ich mich mit Barbara Schmidt auf eine Bank auf dem Universitäts-Campus gesetzt. Unter Ahornbäumen im Sonnenlicht haben wir am Sonntagnachmittag das Wochenende ausgewertet. Es ist ein ruhiger Wochentalk geworden. Wir wollten festhalten, was hängen geblieben ist. Das fiel uns schwerer als gedacht, denn wir waren beide hin- und hergerissen: viele schöne Begegnungen, aber das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre.

Barbara ist vielen bekannt als Bloggerin von Die Welten verbinden und als Mit-Organisatorin der Genealogica.

Jetzt die Folge anhören:

Themen aus dem Gespräch

  • Rund zehn spontane, ungescriptete Interviews auf dem Deutschen Genealogentag für Instagram und Facebook
  • die Location des Genealogentages in Göttingen: mitten in der Stadt, Altstadt und Bahnhof zu Fuß erreichbar, aber kaum sichtbar
  • Familientreffen statt Publikumsmagnet: Warum kaum Laufkundschaft kam und die Gespräche meist unter Ausstellern und Stammgästen stattfanden
  • Was fehlt, seit große Anbieter wie Ancestry und MyHeritage nicht mehr vor Ort sind
  • Ein Vortragsprogramm mit großer thematischer Breite, von KI und Handschriftenerkennung über Regionalgeschichte und Migration bis zu Familiennamen, Wappenrecht und Vereinsarbeit
  • Warum der Genealogentag nicht jedes Jahr neu erfunden werden sollte und was besser gemacht werden könnte
  • Ideen für den nächsten Genealogentag in Oldenburg 2027: Werbung in der lokalen Presse, Informationstafeln, offene Kommunikation („Hier darf jeder rein") und Aussteller, die nach draußen gehen
  • Eine Neuheit: Die Comics und Plakate des genealogischen Dachverbandes
  • Warum ein Genealogentag nur alle zwei Jahre der falsche Weg wäre

Die Interviews auf dem Genealogentag

Alle Interviewvideos vom Genealogentag findest du auf Instagram und auf Facebook.

Das Vortragsprogramm auf dem Genealogentag: breit aufgestellt

Barbara hat es im Gespräch hervorgehoben und ein Blick ins Vortragsprogramm bestätigt es: Das Angebot ging weit über die eigene Ahnenforschung hinaus.

Technik und KI: Es ging um KI-gestützte Texterkennung bei Archion, um Spezial- und Allzweck-KI für historische Dokumente und um KI bei FamilySearch. Dazu kamen Software-Neuerungen bei Ahnenblatt und Heredis 2027.

Quellen und Portale: Vorgestellt wurden das Genealogienetz, das Deutsche Personenstandsverzeichnis (depeve), die Deutsche Digitale Bibliothek mit Archivportal-D und Zeitungsportal sowie das Familienbuch Eichsfeld.

Regionen und Migration: Die Themen reichten von Sachsen und Niedersachsen über Polen mit Schwerpunkt Schlesien und das Ermland bis zum Grenzdurchgangslager Friedland, zu den Hugenotten und den historischen Verkehrswegen in Norddeutschland.

Perspektivwechsel: Zu hören waren Vorträge über die „unsichtbare Frau" in der Forschung, über familiäre Muster über Generationen, über Familiennamen, Wappenrecht und die Geschichte der Genealogie von Gatterer bis zur Computergenealogie.

Die Szene selbst: Es gab Beiträge zur Zentralstelle für Genealogie in Leipzig, zur Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen und dazu, wie Vereine attraktiver werden.

Wer nur zum Stöbern kam, fand also fast immer etwas, das zur eigenen Forschung passte. Der Genealogentag wird von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände (DAGV) jedes Jahr an einen anderen Ausrichter vergeben. Gerade deshalb wünschen wir uns ein festes Grundgerüst, damit die Vereine vor Ort ihre Kraft in Werbung und Sichtbarkeit stecken können.

Zitate aus dem Gespräch

„Wir sind alle ein bisschen in der Pflicht, für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen.“ – Barbara

Ein Dank und eine Frage an dich

Die Göttinger haben sich viel Mühe gegeben und unsere Kritik ist als Anstoß gemeint, nicht als Vorwurf. Mein besonderer Dank geht auch an "Scotty" alias Björn Kluger hinter der Kamera, der bei technischen Problemen und Herausforderungen immer eine große Hilfe ist. Herzlichen Dank auch an alle, die sich für ein Interview überfallen ließen.

Jetzt bist du dran:

Warst du schon einmal auf einem Genealogentag? 

Wenn nein, warum nicht, und was müsste er bieten, damit du hingehst? 

Schreib mir deine Antwort, wir geben sie an die Organisatoren des nächsten Deutschen Genealogentages in Oldenburg weiter.

Ausblick: Genealogentag 2027 in Oldenburg

Die Organisation des Deutschen Genealogentages 2027 hat die Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde (OGF) übernommen. Im Vorstand sind unter anderem Timo Kracke und Wolfgang Marten. Mehr über die OGF findest du auf familienkunde-oldenburg.de.

Ankündigungen und Hinweise

In einer der nächsten Folgen spreche ich mit Annegret Gräfe von Heredis, dem Softwareanbieter, über die Funktion Ortsfamilienbücher.

Außerdem habe ich in Göttingen den Heraldiker Fritz Jahn kennengelernt, der mir viel über die Kunst der Wappenerstellung und seine Arbeit erzählt hat. Er wird voraussichtlich auf der nächsten "Genealogica" einen Vortrag zum Thema halten. Mehr über seine Tätigkeit findest du auf seiner Website: wappen-fritzorino.com.

Abonniere den Podcast, um keine Folge zu verpassen.

Schreib mir, wenn du selbst einmal Gast im Wochentalk oder bei Archivbegleiter ON AIR sein möchtest!

Mehr Folgen und Hintergründe findest du auf Archivbegleiter ON AIR.

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Wie mich die Suche nach einer Papierfabrik zum Sächsischen Wirtschaftsarchiv führte https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/saechsisches-wirtschaftsarchiv-kreisarchiv-borna/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/saechsisches-wirtschaftsarchiv-kreisarchiv-borna/#comments Fri, 04 Sep 2026 09:52:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/saechsisches-wirtschaftsarchiv-kreisarchiv-borna/ Weiterlesen

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Das Sächsische Wirtschaftsarchiv und das Kreisarchiv Landkreis Leipzig sitzen seit diesem Sommer an einem neuen, gemeinsamen Standort in Borna. Zwei für die historische Forschung in Sachsen wichtige, aber meiner Meinung nach wenig bekannte Archive. Einen Besuch im Wirtschaftsarchiv habe ich mir schon länger einmal vorgenommen und bin diese Woche wieder einmal darauf aufmerksam geworden. Für meine Recherchen als Berufsgenealoge hatte ich es selbst noch nie genutzt, bis mich nun eine aktuelle Forschungsanfrage zu einer Papierfabrik dorthin führte.

Die Spur einer Papierfabrik

Ich habe aktuell einen Rechercheauftrags, bei dem es um eine Papierfabrik in Heidenau (bei Pirna) geht. Im Hauptstaatsarchiv Dresden bin ich dazu schon fündig geworden. Allerdings habe ich das, wonach ich eigentlich gesucht hatte, noch nicht so richtig gefunden. Beim Stöbern in der Online-Beständeübersicht des Sächsischen Wirtschaftsarchivs bin ich dann auf einen weiteren Bestand gestoßen: den der Dresden Papier AG in Heidenau (Laufzeit 1952 bis 1994). Mit 35 Laufmetern ist das kein kleiner Aktenbestand. Da könnte also durchaus noch etwas Relevantes für meinen Fall drinstecken.

Was das Wirtschaftsarchiv Sachsen sonst noch bereithält

Das Sächsische Wirtschaftsarchiv ist ein eingetragener Verein, gegründet 1993 von den drei sächsischen Industrie- und Handelskammern, als erstes regionales Wirtschaftsarchiv im Osten Deutschlands überhaupt. Es ist nicht auf den Raum Leipzig beschränkt, sondern überregional für ganz Sachsen zuständig. Es werden hier zwischen 250 und 330 Unternehmens-, Vereins- und Verbandsbestände auf insgesamt rund 3,5 Kilometern. Für die historische Forschung zu Sachsen, wie auch die genealogische Recherche, heißt das: Wenn die Forschungen mit einem sächsischen Unternehmen im Zusammenhang stehen, lohnt sich ein Blick in die Online-Beständeübersicht.

Ein Detail aus der Firmengeschichte, das mir beim Stöbern besonders gefallen hat: Das älteste im Archiv erhaltene Dokument ist ein Handwerksbuch der Bäckerinnung Meißen über die Lossprechung von Lehrlingen, mit Einträgen ab dem Jahr 1574.

Das Kreisarchiv Landkreis Leipzig

Das zweite Archiv, das hier ein neues Zuhause gefunden hat, ist das Kreisarchiv für den Landkreis Leipzig. Wie die anderen Kreisarchive in Sachsen auch, verwahrt es unter anderem Unterlagen einzelner Orte und Gemeinden, dazu die Bestände der ehemaligen Landratsämter Borna, Geithain, Leipzig-Land, Wurzen und Grimma. Für die genealogische Recherche dürften vor allem die Personenstandsunterlagen interessant sein: Eine Übersicht des Kreisarchivs listet für jeden ehemaligen Standesamtsbezirk auf, welche Geburts-, Ehe- und Sterberegister sowie Sammelakten für welchen Zeitraum vorliegen. 

Eine Besonderheit, die mir aufgefallen ist: Es gibt eigene Bestände zu Ortschaften, die dem Braunkohletagebau weichen mussten und heute nicht mehr existieren. Seit dem 1. September 2026 sitzt das Kreisarchiv an seiner neuen Adresse in Borna. Wer selbst eine Anfrage stellen möchte kann dies schriftlich per E-Mail oder Post erledigen. Einsichtnahmen gibt es nur nach vorheriger Terminvereinbarung.

Die offizielle Bezeichnung des neuen Standorts ist übrigens "Dokumentationszentrum für Regional- und Wirtschaftsgeschichte" (eröffnet am 1. September 2026, nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit). Neben den beiden genannten Archiven ist dort nämlich auch der Förderverein DOKMitt untergebracht, der sich der Geschichte des Braunkohlebergbaus in Mitteldeutschland und dem Strukturwandel nach 1989 widmet, Er dokumentiert mittels Zeitzeugenbefragungen und der Zusammenarbeit mit Heimat- und Bergbauvereinen. Dies ist für Alle interessant, die sich mit dem Strukturwandel der Region beschäftigen.

Ich habe mich heute für eine Führung im Dokumentationszentrum angemeldet und werde parallel dazu eine erste Anfrage an das Wirtschaftsarchiv schicken, was der Bestand zur Dresden Papier AG genau umfasst. Ich freue mich auf den Besuch am neuen Archivstandort und die Recherche in einem für mich bislang unbekannten Archiv.

Alle weiteren Informationen findest du unter den folgenden Links.

Weiterführende Links:

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https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/saechsisches-wirtschaftsarchiv-kreisarchiv-borna/feed/ 0 https://www.archivrecherche-dresden.de/favicon.ico https://www.archivrecherche-dresden.de/favicon.ico
Familienaufstellung und Ahnenforschung: Was genealogische Recherche zur Aufstellungsarbeit beitragen kann https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/familienaufstellung-und-ahnenforschung/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/familienaufstellung-und-ahnenforschung/#comments Thu, 27 Aug 2026 12:50:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/familienaufstellung-und-ahnenforschung/ Weiterlesen

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Familienaufstellung und Ahnenforschung beschäftigen sich im Grunde mit derselben Ausgangsfrage: wer gehörte zur Familie, was wurde möglicherweise verschwiegen, wer ist aus Familienerzählungen irgendwann verschwunden. Beide Bereiche nähern sich der Frage, allerdings von entgegengesetzten Seiten. Die eine über das, was Menschen im Moment einer Aufstellung spüren. Die andere über das, was sich Jahrzehnte oder Jahrhunderte später noch in alten Aufzeichnungen und historischen Dokumenten in einem Archiv belegen lässt. Wo eine Aufstellung eine konkrete Frage zu einem realen Vorfahren aufwirft, kann eine quellenbasierte Recherche darauf eine Antwort liefern. Kann die Annahme bestätigen oder widerlegen.

Als Historiker und Berufsgenealoge arbeite ich in genealogischen Forschungen meist mit Kirchenbüchern, Standesamtsunterlagen und ergänzenden Quellen in den Archiven. Aufstellungsarbeit selbst führe ich nicht durch. Ich kann und will diese auch fachlich nicht bewerten. Das ist Sache ausgebildeter Therapeutinnen und Berater. Mich interessiert aber an der Schnittstelle vor allem eine Frage: Was von dem, was in einer Aufstellung an Familiengeschichte auftaucht, lässt sich tatsächlich dokumentieren?

Was ist eine Familienaufstellung

Die heute bekannteste Form der Familienaufstellung geht auf Bert Hellinger zurück, der die Methode ab den späten 1970er Jahren aus Elementen der systemischen Familientherapie entwickelte und selbst ausdrücklich nicht als Therapie, sondern als „Lebenshilfemethode" bezeichnete.[1] Das Prinzip: Stellvertreter (oft Personen, die die eigentliche Familie gar nicht kennen) werden räumlich zueinander aufgestellt. Über deren Position und Gefühlsregungen im Raum sollen sich verborgene Beziehungsmuster oder ungelöste Verstrickungen im Familiensystem zeigen: ein früh verstorbenes Kind, ein unehelich geborener Sohn, jemand, der ausgewandert oder aus der Familie ausgeschlossen wurde.

Die Methode ist seit Jahren fachlich umstritten. [1] Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie äußerte sich 2003 in einer Stellungnahme kritisch: Sie bezeichnete vor allem publikumswirksame Großgruppen-Aufstellungen ohne ausreichenden therapeutischen Rahmen teilweise als „ethisch nicht vertretbar" und „gefährlich für die Betroffenen", erkannte gleichzeitig aber an, dass die Methode innerhalb einer fundierten systemischen Therapie hilfreich sein kann.[2] Diese Aussage weckte bei mir das weitere Interesse am Thema und der therapeutischen Anwendung.

Der wichtigste Vorläufer: Virginia Satir und die Familienrekonstruktion

Weniger bekannt, aber für die Verbindung zur Ahnenforschung relevanter, erscheint die Arbeit der amerikanischen Familientherapeutin Virginia Satir. Sie gehörte 1959 zum Gründungsteam des Mental Research Institute in Palo Alto und entwickelte dort die gruppentherapeutische Methode der Familienskulptur, die sie später zur „Familienrekonstruktion" erweiterte, einer mehrgenerationalen Betrachtung der eigenen Herkunftsfamilie.[3] Dabei ging es tatsächlich um die reale Familiengeschichte über mehrere Generationen: Wer waren die Großeltern, was ist über sie bekannt, welche Ereignisse haben die Familie geprägt. Hellinger selbst hat seine eigene Methode ausdrücklich als Abwandlung von Satirs Arbeit verstanden.[4] Das ist wohl die deutlichste Brücke zwischen Aufstellungsarbeit und dem, was Ahnenforschung leistet, auch wenn sich beide Methoden in Vorgehen und Grundannahmen erheblich unterscheiden.

Wo Ahnenforschung und Familienaufstellung sich wirklich berühren

Die Berührungspunkte liegen in den Leerstellen der Familiengeschichte: früh verstorbene Kinder, uneheliche Geburten, Auswanderung, Suizide, Familienzerwürfnisse, das große Schweigen über eine bestimmte Person. Solche Leerstellen tauchen in der Ahnenforschung immer wieder auf, nur erschließe ich sie nicht über Gefühle im Raum, sondern über Quellen: Kirchenbucheinträge, Standesamtsregister, Gerichtsakten, Familiendokumente und persönliche zeithistorische Aufzeichnungen.

Der Unterschied liegt im Erkenntnisweg. Bei einer Aufstellung zählt, was Teilnehmende im Moment spüren, und das lässt sich nicht überprüfen. Ich dagegen brauche eine Quelle, im besten Fall durch eine öffentliche Institution angelegt. Beides sind legitime Zugänge zur eigenen Familie, nur eben grundverschiedene. Das eine ersetzt das andere nicht, und ich behaupte auch nicht, dass es das sollte. Beides ergänzt sich und liefert ein Bild, die Geschichte der Familie und deren Mitglieder.

Ein Fall aus meiner eigenen praktischen Arbeit

Ein Beispiel (anonymisiert): Ein Kunde kam nach einer systemischen Aufstellung mit einer sehr konkreten Frage auf mich zu. In seiner Aufstellung war der Verdacht aufgetaucht, sein Vater könnte ein weiteres, der Familie bislang unbekanntes Kind gehabt haben. Ich habe daraufhin eine umfassende biografische Recherche begonnen und bin dem Verdacht systematisch nachgegangen. Dabei habe ich Archivquellen ebenso ausgewertet wie private Familiendokumente, die mir der Kunde selbst zur Verfügung stellte. Am Ende stand kein Beleg, der die Vermutung stützen konnte, aber auch keiner, der sie zweifelsfrei widerlegt hätte. Doch die biografische Überlieferungen zum Vater waren nahezu lückenlos und ließen kaum Raum für andere Deutungen. Es fanden sich keine Informationen oder Ansätze für weitere Kinder. Am Ende blieb die Frage genau genommen offen. Genau das habe ich meinem Kunden auch so zurückgemeldet, statt eine Geschichte zurechtzubiegen, die die Quellen nicht hergaben.

Für mich persönlich war das eine der ersten und bislang eingehendsten Berührungen mit der Methode der systemischen Aufstellung, auch weil mir mein Kunde ausführlich Einblick in Ablauf und Ergebnis seiner Aufstellung gegeben hat. Ich gebe zu, dass mir das anfangs fremd vorkam. Für jemanden, der beruflich eher mit Quellen als mit Stellvertretern im Raum zu tun hat, war es aber durchaus interessant und lehrreich.

Öffentliche Quellen reichen nicht: Warum private Unterlagen dazugehören

Familiengeschichtsforschung stützt sich auf öffentlich zugängliche Quellen: Kirchenbücher, Personenstandsregister bei den Standesämtern, Gerichtsakten, Melderegister, dazu gedruckte Quellen wie Ortschroniken, Ortsfamilienbücher, historische Adressbücher oder genealogische Fachliteratur. Das ist die Basis, ohne die sich Namen und Daten kaum zweifelsfrei belegen lassen.

Und selbst innerhalb dieser offiziellen Quellen steckt oft mehr, als ein blankes Datum vermuten lässt. Kirchenbucheinträge und Personenstandsunterlagen tragen häufig Randvermerke und spätere Nachträge, dazu kommen die Sammelakten der Standesämter, etwa zu Aufgebotsverhandlungen, Geburtsanzeigen oder Sterbefallanzeigen. Darin finden sich mitunter Angaben zu Krankheiten und Todesursachen, zu Trennungen und Scheidungen, zu unehelichen Geburten, Totgeburten oder der nachträglichen Anerkennung eines Kindes. Das ist keine private Überlieferung, sondern amtliche Aktenlage, nur eben eine, die deutlich über das reine Geburts- oder Sterbedatum hinausgeht.

Über die Randvermerke hinaus ergibt sich aus der systematischen Auswertung dieser Register außerdem ein ganzes Bild der Familie, das über einzelne Ereignisse hinausgeht: die Anzahl der Kinder und deren Altersabstände, das Alter der Eltern bei der Geburt jedes einzelnen Kindes, das Heiratsalter, die Anzahl der Eheschließungen, der ausgeübte Beruf und der soziale Stand, das Sterbealter. Dazu kommt, oft übersehen, das Beziehungsgeflecht der Familie: Wer als Trauzeuge auftrat oder ein Patenamt übernahm, zeigt häufig, mit wem eine Familie tatsächlich eng verbunden war, unabhängig davon, was auf dem Papier an Verwandtschaftsgrad vermerkt ist. Gerade dieser letzte Punkt berührt sich wieder mit dem, was in einer Aufstellung sichtbar werden soll: wer zu wem gehörte, wer eingebunden war und wer nicht.

Vollständig ist eine Recherche aber selbst damit nicht. Das übersieht man leicht, wenn man nur an Archive und amtliche Aufzeichnungen denkt. Was durchschnittlich in keinem Archiv zu finden ist, sind persönliche Briefe, Fotografien, Tagebücher, Haushaltsbücher oder auch eigene Aufzeichnungen zur persönlichen Biografie und Familiengeschichte, die in Familien von Generation zu Generation weitergegeben werden oder eben auch nicht. Ein Kirchenbucheintrag oder eine Sammelakte kann eine Krankheit, eine Scheidung oder eine uneheliche Geburt dokumentieren, aber nicht, warum jemand die Familie verließ oder wie er oder sie in Erinnerung blieb. Das findet sich, wenn überhaupt, in den privaten Unterlagen. Deshalb beziehe ich sie in jede ernsthafte Recherche mit ein. Nicht als nette Zugabe, sondern weil ohne sie oft die Antwort fehlt, um die es geht.

Im oben beschriebenen Fall war das der Punkt: Die Archivrecherche allein hätte vermutlich nicht ausgereicht. Erst die Kombination aus amtlichen Quellen und den privaten Familiendokumenten, die mein Kunde selbst beisteuerte, ergab ein einigermaßen vollständiges Bild. Gemeinsam mit dem Kunden habe ich versucht eine Antwort zu finden. Und am Ende waren wir uns einig, das die Aufzeichnungen und Erinnerungen keine endgültige Antwort zuließen.

Für wen das interessant ist

Ich kann mir vorstellen, dass für Aufstellungsleiterinnen und -leiter eine anschließende, quellenbasierte Recherche ein sinnvoller nachgelagerter Schritt sein kann: eine Möglichkeit, Klientinnen und Klienten nach einer emotional intensiven Sitzung einen konkreten, ergebnisoffenen Ansatzpunkt zur Weiterarbeit an die Hand zu geben, ohne die eigentliche therapeutische Arbeit zu ersetzen. Für Teilnehmende selbst kann es schlicht die Frage sein, was davon sich belegen lässt und wie es ihnen im Rahmen der systemischen Aufstellung oder beim Ergründen der eigenen Biografie helfen kann.

Mit diesem Beitrag habe ich begonnen, mich mit dem Thema der Familienaufstellung eingehender zu befassen. Ich möchte mich weiter damit beschäftigen und würde mich freuen, wenn ich dazu mit Aufstellerinnen, Aufstellern und Beratenden ins Gespräch kommen kann.

Mögliche Fragen

Kann Ahnenforschung eine Familienaufstellung bestätigen oder ersetzen?

Weder noch. Das würde ich mir auch gar nicht anmaßen. Ahnenforschung liefert konkrete, dokumentierbare Fakten: Geburts-, Sterbe- und Heiratsdaten, Berufe, Wohnorte. Zu Gefühlen oder systemischen Mustern, die in einer Aufstellung im Vordergrund stehen, kann ich als Historiker nichts beitragen.

Wie finde ich heraus, ob ein in der Aufstellung erwähnter Vorfahre wirklich existiert hat?

Ausgangspunkt sind Name, Lebensdaten, ungefährer Zeitraum für Ereignisse und Familienort. Von dort aus lässt sich in Kirchenbüchern, Standesamtsregistern und gegebenenfalls weiteren Archivbeständen nachvollziehen, ob und was zu dieser Person dokumentiert ist.

Was, wenn die Recherche das Gefühl aus der Aufstellung nicht bestätigt?

Eine seriöse Recherche richtet sich nach der Quellenlage, nicht nach der gewünschten Geschichte. Kein Ergebnis ist ebenfalls ein Ergebnis, so unbefriedigend das manchmal ist. Zudem sind nicht alle Informationen belegbar, wenn diese nicht schriftlich gefasst wurden oder im Laufe der Zeit verloren gingen.

Muss ich selbst wissen, in welchem Archiv ich suchen muss?

Nein, das kann meine Aufgabe sein. Du bringst Name, Zeitraum und Ort mit (die Ausgangsdaten), ich übernehme die Recherche in den zuständigen Archiven.

Reichen Archivquellen allein für eine Erforschung der Familiengeschichte aus?

Nein. Amtliche Register belegen Daten und Fakten, aber selten Zusammenhänge oder Motive. Briefe, Fotografien, Tagebücher oder mündliche Familienüberlieferung ergänzen das Bild oft entscheidend und sollten wo immer möglich an erster Stelle ausgewertet werden.

Quellen

[1] Bert Hellinger, in: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Hellinger (abgerufen 2026)

[2] Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF): Pressemitteilung „Gefährliche Methode oder nützliche Therapie – Familienaufstellen nach Hellinger", 24. Februar 2003, https://dgsf.org/presse/pressemitteilungen/archiv-pressemitteilungen-nach-jahren-sortiert/pressemitteilungen-2003/gefaehrliche-methode-oder-nuetzliche-therapie-familienaufstellen-nach-hellinger

[3] Virginia Satir, in: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Virginia_Satir (abgerufen 2026)

[4] Bert Hellinger und das Familienaufstellen, systemstellen.org, https://www.systemstellen.org/wiki/familienaufstellung/bert-hellinger/ (abgerufen 2026)

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Genealogischer Wochentalk: Historische Zeitungen als Quelle für Familienforschung und Regionalgeschichte https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/blog/historische-zeitungen/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/blog/historische-zeitungen/#comments Sat, 21 Mar 2026 12:00:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/blog/historische-zeitungen/ Weiterlesen

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Warum historische Zeitungen für die Familienforschung so wertvoll sind

In dieser Folge des genealogischen Wochentalks sprechen Barbara und Lars über historische Zeitungen als Quelle für genealogische oder allgemein historische Forschung.

Wer in der Familienforschung vor allem an Kirchenbücher, Standesamtsunterlagen oder Akten denkt, übersieht leicht eine Quelle, die oft überraschend viel zusätzlich sichtbar machen kann: historische Zeitungen. 

Sie liefern nicht nur Namen, Daten und Ereignisse, sondern oft auch das, was zwischen den Zeilen einer Familiengeschichte fehlt. Wir können öffentliche Spuren, soziale Zusammenhänge, Unglücksfälle, Geschäftsaktivitäten, Vereinsleben oder Hinweise auf den Alltag einer bestimmten Zeit finden.

Barbara berichtet von einem konkreten Fund in einer amerikanischen Lokalzeitung, durch den sich ein lange überliefertes Familiengerücht zum Tod eines Verwandten in den USA genauer einordnen ließ. Lars schildert, wie sich mit Hilfe von Zeitungsportalen auch Hinweise zu Vereinen, Vorsitzenden und Versammlungen finden lassen, wenn klassische Archivquellen lückenhaft sind.

Deutlich wird dabei auch: Zeitungsrecherche war lange mühsam. Mikrofilme, Lesegeräte, viel Handarbeit und oft ein hoher Zeitaufwand. Durch Digitalisierung, Volltextsuche und bessere Texterkennung hat sich das inzwischen deutlich verändert. Trotzdem bleibt es wichtig, nicht nur Trefferlisten anzuklicken, sondern immer auch die ganze Seite und den historischen Kontext mitzulesen.

Historische Zeitungen sind damit nicht nur Ergänzung, sondern oft ein echter Schlüssel, um Menschen, Orte und Ereignisse in der Erinnerung lebendiger werden zu lassen.

Themen aus dem Gespräch

Warum historische Zeitungen in der Familienforschung oft unterschätzt werden

  • Welche Informationen Zeitungen zusätzlich zu Kirchenbüchern und Akten liefern können
  • Öffentliche Spuren zu unseren Vorfahren: Unfälle, Gerichtsfälle, Sterbeanzeigen, Geschäftsübernahmen, Vereinsnachrichten, regionale Ereignisse
  • Warum besonders lokale und regionale Zeitungen wertvoll sein können
  • Zeitungsrecherche auf Mikrofilm: mühsam und dennoch aufschlussreich
  • Digitale Zeitungsportale und Volltextsuche: was heute einfacher geworden ist
  • Warum man immer auch links und rechts vom Suchtreffer lesen sollte
  • Fehlerquellen bei Texterkennung, Namensvarianten und automatischer Suche
  • Wo man historische Zeitungen findet, wenn sie nicht online verfügbar sind
  • Zeitungen als Quelle nicht nur für Familienforschung, sondern auch für Regional- und Vereinsgeschichte

Zitate aus dem Gespräch

„Zeitungen sind oft das Fleisch an den Knochen der Familienforschung.“ – Barbara

Zur Recherche in historischen Zeitungen

Wer mit historischen Zeitungen arbeitet, sollte nicht nur nach Namen suchen. Oft führen auch Orte, Berufe, Vereinsnamen, Hausnamen, Firmenbezeichnungen oder bestimmte Ereignisse weiter. Gerade bei Namenssuche lohnt es sich, mit Varianten zu arbeiten, denn Schreibweisen können abweichen.

Wichtig ist außerdem die Frage nach dem Zeitungstyp:

Nicht jede Zeitung enthält dieselben Informationen. Während Tages- und Wochenzeitungen stärker über Ereignisse berichten, finden sich in Amts- und Bekanntmachungsblättern eher Aufgebote, Versteigerungen, Insolvenzen oder geschäftliche Mitteilungen. Anzeigenblätter wiederum können Hinweise auf Unternehmen, Gastwirtschaften oder lokale Dienstleistungen geben.

Und wie so oft gilt auch hier:

Was online nicht verfügbar ist, kann trotzdem lokal gefunden und genutzt werden. Historische Zeitungen liegen häufig noch in Stadtarchiven, Kreisarchiven, Landesbibliotheken oder Stadtbibliotheken vor. Diese sind dort oft auf Mikrofilm oder in digitalisierter Form lesbar.

Wo historische Zeitungen online und vor Ort zu finden sind

Hinweise

Der Wochentalk will regelmäßig Einblicke in die aktuelle genealogische Szene geben mit Kolleginnen, Kollegen und engagierten Forschenden aus Deutschland und der Welt.

Abonniere den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Schreib mir, wenn du selbst einmal Gast im Wochentalk oder bei Archivbegleiter ON AIR sein möchtest! Mehr Folgen und Hintergründe findest du auf der Seite Archivbegleiter ON AIR

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Was dich in einem Archiv erwartet: Einblick in die praktische Archivrecherche https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/archive-verstehen/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/archive-verstehen/#comments Fri, 06 Mar 2026 16:54:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/archive-verstehen/ Weiterlesen

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Wenn du noch nie in einem Archiv warst, hast du vielleicht ein bestimmtes Bild im Kopf: dunkle Räume, Staub, schwere Tische und vergilbte Akten. Die Realität sieht heute meist anders aus. Archive sind in der Regel moderne Einrichtungen mit Lesesaal, Magazin, klaren Regeln und festen Abläufen.

In dieser Podcastfolge spreche ich darüber, was man in Archiven eigentlich finden kann, wie unterschiedlich Archive aufgebaut sind und warum eine gute Vorbereitung für den Archivbesuch entscheidend ist. Anlass für diese Folge ist der Tag der Archive, ein bundesweiter Aktionstag, bei dem viele Archive ihre Türen öffnen und Einblicke in ihre Arbeit geben.

Hör dir die Podcastfolge einfach hier an

In dieser Episode von Archivbegleiter On Air erfährst du:

  • was man in Archiven finden kann
  • warum es verschiedene Archive gibt
  • was ich in meinen letzten Recherchen in Stadtarchiv, Kirchenarchiv und Hauptstaatsarchiv gesucht habe
  • warum gut Vorbereitung für einen Archivbesuch entscheidend ist
  • worauf du bei Aktenbestellung und Bestellzeiten achten solltest

Was man in Archiven finden kann

Viele verbinden Archive zuerst mit alten Akten, Kirchenbüchern oder vergilbten Dokumenten. Das ist nicht falsch, aber nur ein Teil dessen, was dort tatsächlich zu finden ist.

Je nach Archivart unterscheiden sich die Bestände deutlich. Es gibt zum Beispiel:

  • Stadtarchive
  • Kirchenarchive
  • Staatsarchive
  • Landesarchive
  • Spezialarchive

Jedes Archiv bewahrt andere Arten von Unterlagen auf. Deshalb hängt die Suche immer stark davon ab, was genau gesucht wird und welches Archiv dafür zuständig ist.

Eine Übersicht zu den verschiedenen Arten von Archiven bietet das Archivportal-D (Link zum Portal).

Beispiele aus meiner praktischen Archivforschung

Personenstandsunterlagen im Stadtarchiv Meißen

In Meißen habe ich nach Standesamtsunterlagen gesucht, also nach Geburtsregistern, Heiratsregistern und Sterberegistern. Solche Quellen sind für die Personen- und Familiengeschichtsforschung besonders wichtig.

Hilfreich war dabei, dass ich bereits vor dem Archivbesuch online in Namensverzeichnissen recherchieren konnte. So ließ sich vorab klären, welches Register überhaupt benötigt wird. Im Archiv selbst konnten dann zusätzlich auch Neben- und Sammelakten eingesehen werden, etwa Unterlagen zu einem Aufgebot oder zu einer Sterbefallanzeige.

Gerade daran zeigt sich: Im Archiv findet man oft mehr als nur den eigentlichen Haupteintrag.

Bauakten und Häuserakten

Ebenfalls im Stadtarchiv Meißen ging es um Informationen zu einem Haus. Bauakten oder Häuserakten können spannende Hinweise zu Grundstücken, Gebäuden, Umbauten oder Eigentumsverhältnissen enthalten.

Solche Unterlagen sind allerdings oft nicht frei zugänglich. Gerade bei heute noch bestehenden Häusern wird in vielen Fällen ein Eigentumsnachweis verlangt. Auch das gehört zur Realität der Archivrecherche: Nicht alles kann ohne Weiteres eingesehen werden.

In meinem Fall war das Gespräch mit dem Archivpersonal sehr hilfreich. Zwar konnte ich die Akte nicht direkt selbst einsehen, aber dennoch einige historische Informationen aus ihr erhalten.

Kirchenbücher im Landeskirchlichen Archiv Dresden

Im Dresdner Kirchenarchiv habe ich Kirchenbücher aus dem Vogtland eingesehen, um Vorfahren und Nachfahren von Kunden zu ermitteln.

Kirchenbücher gehören zu den wichtigsten Quellen der Familienforschung. Sie enthalten Taufen, Trauungen und Beerdigungen, oft aber auch zusätzliche Hinweise zum sozialen Stand, zu Besitzverhältnissen oder zur Geschichte einer Kirchgemeinde.

Vereinsunterlagen im Sächsischen Staatsarchiv

Ein weiteres Beispiel aus der Praxis war eine Recherche im Hauptstaatsarchiv Dresden. Dort ging es um Unterlagen zu einem Verein, unter anderem um das Gründungsdatum, Veröffentlichungen und weitere Hinweise zur Vereinsgeschichte.

Auch das zeigt: In Archiven liegen nicht nur familiengeschichtliche Quellen, sondern ebenso Unterlagen zur Orts-, Vereins- und Verwaltungsgeschichte.

Warum die Vorbereitung eines Archivbesuchs so wichtig ist

Ein guter Archivbesuch beginnt nicht erst im Lesesaal, sondern schon vorher.

Wer unvorbereitet ins Archiv fährt, verliert oft Zeit oder fährt im schlimmsten Fall umsonst. Wer sich vorher informiert, arbeitet deutlich gezielter.

Zur Vorbereitung gehört unter anderem:

  • die Website des Archivs ansehen
  • Bestandsübersichten und Findmittel prüfen
  • Öffnungszeiten und Gebühren klären
  • prüfen, ob Akten vorbestellt werden müssen
  • nach Digitalisaten suchen
  • bei kleineren Archiven telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen

Gerade größere Archive bieten häufig Online-Findmittel an. Dort kann bereits mit Personen-, Orts-, Vereins- oder Firmennamen nach passenden Akten gesucht werden. Werden passende Unterlagen gefunden, sollten Signaturen notiert und Akten möglichst vorab bestellt werden.

Manchmal sind Akten sogar bereits digitalisiert. Dann kann ein Teil der Recherche schon von zu Hause aus beginnen.

Organisatorisches vor dem Archivbesuch

Vor dem Besuch lohnt es sich, ein paar praktische Fragen zu klären:

  • Welche Öffnungszeiten gelten?
  • Fallen Gebühren an?
  • Ist Fotografieren erlaubt?
  • Muss ein Nutzungsantrag ausgefüllt werden?
  • Können Akten vorab bestellt werden?

Viele Archive erlauben heute eigene Fotos, oft aber nur unter bestimmten Bedingungen oder gegen Gebühr. Auch ein Nutzungsantrag gehört in Archiven dazu. Darin werden die persönlichen Daten und das Forschungsthema sowie der betreffende historische Zeitraum für deine Forschungen erfasst. Manchmal lässt sich dieser Antrag schon vorab herunterladen und ausfüllen.

Aktenbestellung und Bestellzeiten

Ein wichtiger Punkt sind die Bestellzeiten. Akten liegen meist nicht direkt im Lesesaal, sondern in Magazinen. Sie müssen daher erst geholt werden. In manchen Archiven geht das noch am selben Tag, in anderen nur mit Vorlauf.

Wer die Bestellzeiten verpasst, bekommt die gewünschte Akte oft nicht mehr am selben Tag vorgelegt. Deshalb gilt auch hier: vorher informieren spart Frust.

Mit klarer Fragestellung ins Archiv

Sobald man im Archiv sitzt, ist es wichtig, das eigene Ziel im Blick zu behalten.

Alte Akten sind spannend. Man kann sich sehr schnell in Nebensachen verlieren. Deshalb hilft eine klare Fragestellung enorm. Statt nur „mal zu schauen“, ist es besser, ganz konkret zu suchen. Zum Beispiel:

  • ein Sterbedatum
  • einen Heiratseintrag
  • ein Gründungsdatum
  • Hinweise zu einem Haus in einem bestimmten Zeitraum
  • Unterlagen zum Militärdienst in einer bekannten militärischen Einheit und einem bestimmten Zeitraum

Gerade wenn wenig Zeit zur Verfügung steht, ist diese Zielklarheit entscheidend.

Der Tag der Archive als beste Gelegenheit zum Einstieg in die Archivrecherche

Der "Tag der Archive" ist eine gute Gelegenheit, Archive einmal ganz praktisch kennenzulernen. Viele Archive bieten Führungen, Einblicke in Magazine, Informationen zur Restaurierung und die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Wer bisher Berührungsängste hatte, kann an so einem Tag gut sehen, wie Archive funktionieren und wie man sie für die eigene Forschung nutzen kann.

Wenn du dich noch besser auf deinen ersten Archivbesuch vorbereiten möchtest, findest du auf meinem Blog passende Artikel zur Vorbereitung auf die Archivrecherche.

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Genealogischer Wochentalk #9: Warum wir Ahnenforschung betreiben https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-wir-ahnenforschung-betreiben/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-wir-ahnenforschung-betreiben/#comments Fri, 13 Feb 2026 15:31:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-wir-ahnenforschung-betreiben/ Weiterlesen

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... über Sinn, Endlichkeit, Neugier und Orientierung und warum die genealogisch Forschenden spürbar jünger werden

In dieser Folge des genealogischen Wochentalks sprechen Barbara und Lars über eine Frage, die viele Forschende früher oder später umtreibt: 

Warum beschäftigt man sich überhaupt mit der Familiengeschichte und warum scheint das Thema oft mit dem Älterwerden verknüpft zu sein? 

Der Einstieg kommt über eine Idee aus der Lektüre von Viktor Frankl:  "... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" (*) Wenn uns Endlichkeit bewusst wird, rückt der Sinn des eigenen Lebens stärker in den Fokus und damit oft auch die Frage nach Herkunft, Prägung und dem, was bleibt.

Barbara und Lars diskutieren, warum Familienforschung lange als „Hobby älterer Menschen“ galt und warum diese Sicht heute zunehmend zu kurz greift. Barbara schildert aus der Genealogica-Perspektive, dass das Publikum jünger wird und sich auch die Themen verändern: technischer, aktueller, aber auch mit neuen Nebenfeldern (z. B. transgenerationale Fragestellungen). Gleichzeitig bleiben zwei handfeste Hürden: Zeitaufwand und Kosten (Archive, Reisen, Planung), wobei digitale Bestände heute vieles erleichtern.

Im Kern werden zwei Motivlagen herausgearbeitet:

1. Ältere Forschende:

Oft beginnt es als Rückschau: „Was habe ich erlebt? Wo komme ich her?“. Kippt aber häufig in den Wunsch, etwas zu hinterlassen – Wissen, Geschichte, Dokumentation für Kinder und Enkel.

2. Jüngere Forschende:

Hier schwanken die Erklärungen zwischen Neugier und Familiengeschichten (klassischer Einstieg) und dem Gedanken, dass Herkunft auch Orientierung geben kann etwa bei Fragen wie Beruf, Interessen, Prägungen oder Identität. Beide einigen sich darauf: Das Motiv ist selten „nur eins“, sondern eine Mischung und am Ende wäre es am sinnvollsten, junge Forschende selbst zu fragen, statt über sie zu sprechen.

Daraus entsteht ein konkreter Aufruf: 

Wer in seinen 20ern ist (oder jemanden kennt) und sich in "jungen Jahren" mit Familienforschung beschäftigt und Lust hat darüber zu sprechen, darf sich gern melden!

Jetzt die Folge anhören:

Themen aus dem Gespräch

  • Warum Genealogie häufig mit Sinn- und Endlichkeitsfragen zusammenhängt
  • „Alte-Männer-Hobby“ Stimmt das noch?
  • Warum das Publikum jünger wird und warum auch die Themen „jünger/technischer“ werden
  • Motive älterer Forschender: Rückschau oder „etwas hinterlassen“
  • Motive jüngerer Forschender: Neugier, Familiengeschichten, Orientierung und Identität
  • Hürden: Zeit, Kosten, Reiseaufwand und wie Digitalisierung entlasten kann
  • Aufruf: Junge Forschende ans Mikrofon: Motivation aus erster Hand

Zitate aus dem Gespräch

„Es kippt irgendwann von der Rückschau in "etwas für die Nachfahren hinterlassen wollen", damit die eigene Geschichte nicht vergessen wird.“ – Barbara

Hinweise

Der Wochentalk will regelmäßig Einblicke in die aktuelle genealogische Szene geben mit Kolleginnen, Kollegen und engagierten Forschenden aus Deutschland und der Welt.

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Genealogica-Hinweis:

Noch bis 22. Februar 2026 läuft die "Genealogica". Dort bekommst du Zugang zu Vorträgen, Workshops, Software-Beratung und Möglichkeiten, Fachleute und Anbieter direkt zu kontaktieren. Komplett online. Hier findest du das Programm der Online-Tagung

(*) Dies ist eine Affiliate-Link. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Damit unterstützt Du die Produktion weiterer Podcastfolgen. Der Artikel wird für dich dadurch nicht teurer

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Mehr aus Vorträgen und Tagungen herausholen: So beschleunigst du deine Familienforschung https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/mehr-aus-vortraegen-und-tagungen-herausholen/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/mehr-aus-vortraegen-und-tagungen-herausholen/#comments Fri, 06 Feb 2026 16:00:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/mehr-aus-vortraegen-und-tagungen-herausholen/ Weiterlesen

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Wir gehen motiviert auf Vorträge, Tagungen oder Online-Events, hören spannende Themen und kommen am Ende doch oft mit vielen Notizen, aber ohne klaren nächsten Schritt nach Hause.

Dabei können genealogische Tagungen deine Forschung enorm beschleunigen, wenn du sie gezielt nutzt.

In dieser Folge von Archivbegleiter On Air geht es genau darum: Wie du Vorträge nicht nur konsumierst, sondern sie wirklich für deine eigene Forschung einsetzt, egal ob du gerade anfängst oder schon lange forschst.

Hier kannst du in die Podcastfolge zum Thema reinhören

Warum Vorträge oft motivieren, aber selten weiterbringen

Viele Forschende machen denselben Fehler: Sie wollen alles mitnehmen. 

Noch ein Vortrag hier, noch ein Workshop dort, zwischendurch Mitschriften, Screenshots, Downloads, Flyer. Am Ende bleibt häufig eine Informationsflut – aber kein echter Fortschritt.

Das Problem ist nicht der Inhalt. Das Problem ist fehlender Fokus.

Ohne klares Ziel hören wir zwar zu, denken aber nicht gezielt mit. Und so fühlt sich ein Tagungsbesuch schnell „interessant“, aber nicht wirklich hilfreich an.

Was Vorträge wirklich leisten sollen

Vorträge sind selten dafür da, ein konkretes Forschungsproblem komplett zu lösen. Ihr eigentlicher Wert liegt darin, dass sie:

  • neue Quellen aufzeigen
  • andere Perspektiven eröffnen
  • Denkfehler sichtbar machen
  • frische Ansätze liefern

Oder kurz gesagt: Ein guter Vortrag löst nicht alles, aber bringt dich auf die richtige Spur.

Wenn du danach klarer siehst und einen neuen nächsten Schritt kennst, war der Vortrag bereits erfolgreich.

Kosten vs. Nutzen: Die falsche Rechnung bei Tagungen

Gerade bei Online-Events wie der Genealogica oder der RootsTech vergleichen viele:

Wie viele Vorträge bekomme ich für mein Geld? Aber das ist die falsche Frage.

Die richtige Frage lautet: Welcher Vortrag hilft mir konkret bei meinem aktuellen Forschungsproblem?

Ein einziger guter Impuls kann dir Wochen oder Monate an Umwegen ersparen.

Vorträge als Abkürzung bei genealogischen Sackgassen

Fast jede Forschung kennt diese toten Punkte:

  • das Kirchenbuch endet
  • der Name taucht plötzlich nicht mehr auf
  • der Herkunftsort bleibt unklar

Hier helfen Vorträge besonders gut. Nicht weil sie die Lösung liefern, sondern weil sie:

  • neue Quellentypen zeigen
  • methodische Fehler aufdecken
  • alternative Suchwege eröffnen

Oft reicht eine neue Perspektive, um weiterzukommen.

Noch mehr rausholen: aktiv statt passiv teilnehmen

Der größte Lerneffekt entsteht nicht nur durchs Zuhören, sondern durch:

  • Fragen stellen
  • mitdiskutieren
  • Workshops besuchen
  • praktische Formate nutzen

Besonders hilfreich sind Mitmach-Projekte, bei denen eigene Forschungsprobleme gemeinsam besprochen werden.

Schon das laute Formulieren der eigenen Sackgasse führt oft zu neuen Ideen.

Das gilt nicht nur für große Online-Events, sondern auch für:

  • genealogische Stammtische
  • Vereinsabende
  • Workshops vor Ort
  • Vortragsreihen in Archiven und Museen

Der wichtigste Vorbereitungstipp für jede Tagung

Statt alles sehen zu wollen, geh mit ein oder zwei konkreten Fragen in die Veranstaltung:

Zum Beispiel:

  • Wo hänge ich aktuell fest?
  • Welche Quelle fehlt mir noch?
  • Welche Region oder Zeit verstehe ich nicht gut?

Mit diesem Fokus erkennst du sofort:

  1. welche Vorträge dir wirklich helfen
  2. was du direkt umsetzen kannst
  3. ob sich die Teilnahme gelohnt hat

Erfolg misst sich nicht an der Anzahl der Vorträge, sondern an deinem nächsten konkreten Forschungsschritt danach.

Fazit: Keine Pflicht, aber ein echter Turbo für deine Forschung

Tagungen und Vorträge sind keine Wundermittel. Aber sie sind extrem wertvoll, wenn du feststeckst oder Klarheit suchst.

Richtig genutzt bringen sie:

  • neue Ideen
  • bessere Methoden
  • schnellere Fortschritte

Und genau darum lohnt sich die gezielte Vorbereitung.

Weiterführende Hinweise

Hier findest du noch einen Link zur aktuellen Genealogica sowie zu meinem eigenen Vortrag und Workshop rund um verlorene Dörfer und historische Kartenarbeit. Du kannst übrigens alle Vorträge als Aufzeichnungen bis zum 22.02.2026 auf dem Portal der Genealogica ansehen und musst somit nicht alle Vorträge live verfolgen.

Eintrittskarten für die Genealogica 2026

Programm der Genealogica 2026

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Genealogischer Wochentalk #8: Erfolgreich ins neue Forschungsjahr starten https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/erfolgreich-ins-neue-forschungsjahr/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/erfolgreich-ins-neue-forschungsjahr/#comments Fri, 09 Jan 2026 16:00:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/erfolgreich-ins-neue-forschungsjahr/ Weiterlesen

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... von Kirchenbuchrecherchen über Onlinequellen bis zum Umgang mit Schutzfristen bei der Archivrecherche

Im ersten genealogischen Wochentalk des Jahres 2026 berichten Barbara und Lars von erfolgreichen Forschungserlebnissen rund um Onlinequellen, Standesamtsunterlagen und klassische Archivarbeit. Dabei geht es um schnelle Erfolge mit digitalisierten Beständen bei Ancestry.de, den richtigen Umgang mit Schutzfristen sowie um effiziente Recherchestrategien im Kirchenarchiv.

Zum Jahresauftakt teilen Barbara und Lars persönliche Forschungserfahrungen aus den Feiertagen und den ersten Recherchetagen im neuen Jahr. Lars berichtet, wie eine spontane Recherche mit seinem Schwiegervater mithilfe online verfügbarer Standesamtsunterlagen bei Ancestry.com überraschend schnell mehrere Generationen erschließen konnte. Besonders hilfreich waren dabei digitalisierte Melderegister, Geburts-, Heirats- und Sterberegister aus Frankenberg.

Im Gespräch erklären die beiden anschaulich, was es mit den gesetzlichen Schutzfristen bei Standesamtsunterlagen auf sich hat und wie Forschende dennoch an geschützte Personenstandsunterlagen gelangen können.

Anschließend geht es um praktische Archivarbeit vor Ort. Lars schildert eine erfolgreiche Recherche in einem Pfarrarchiv bei Oschatz, bei der mithilfe von Namensregistern gleich mehrere Generationen bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt werden konnten. Dabei wird deutlich, wie wichtig es ist, Kirchenbücher systematisch zu prüfen, Registerbände gezielt zu nutzen und sich nicht vorschnell nur auf einzelne Einträge zu konzentrieren.

Die Folge zeigt eindrucksvoll, wie sich digitale Quellen und klassische Archivarbeit sinnvoll ergänzen und wie strukturiertes Vorgehen Zeit spart und Forschungserfolge beschleunigt.

Jetzt anhören:

Themen aus dem Gespräch

  • Schnelle Forschungserfolge mit digitalisierten Standesamtsunterlagen bei Ancestry.de
  • Schutzfristen bei Geburts-, Heirats- und Sterberegistern verständlich erklärt
  • welche Nachweise für Standesamtsanfragen hilfreich sein können
  • Namensregister und Kirchenbuchaufbau effektiv auswerten
  • Recherchepraxis im Pfarrarchiv und Zeitmanagement vor Ort
  • Berufliche Vererbung am Beispiel kurfürstlicher Försterfamilien

Zitate aus dem Gespräch

„Sobald Informationen online verfügbar sind, vor allem verschiedene Quellen zusammenkommen, kommt man mit der Forschung oft erstaunlich schnell voran.“ – Lars

Hinweise

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Fallstudie: Gedingemann George Berger und die Grenzen der Kirchenbuchforschung https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/gedingemacher-george-berger-und-die-grenzen-der-kirchenbuchforschung/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/gedingemacher-george-berger-und-die-grenzen-der-kirchenbuchforschung/#comments Fri, 02 Jan 2026 12:00:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/gedingemacher-george-berger-und-die-grenzen-der-kirchenbuchforschung/ Weiterlesen

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich als Blogartikel im Jahre 2022 veröffentlicht und stellt eine Fallstudie zur Person George Berger dar. Die grundlegenden Aussagen zur Quellenlage und zu den Grenzen der Kirchenbuchforschung sind weiterhin gültig. Seit dem Jahr 2022 haben sich insbesondere durch die Digitalisierung und Online-Veröffentlichung zahlreicher sächsischer Archivbestände neue Recherchemöglichkeiten ergeben, die für den beschriebenen Fall und ähnliche Forschungen neue Möglichkeiten eröffnen.  In der Podcastfolge wird die Fallstudie aus heutiger Perspektive weitergedacht, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit fragmentarischer Überlieferung und die Nutzung digitalisierter Gerichtsbücher des Sächsischen Staatsarchivs. Der Beitrag dient somit zugleich als Aktualisierung des älteren Blogbeitrags und als Begleittext zur gleichnamigen Podcastfolge bei Archivbegleiter ON AIR. (Stand: Januar 2026)

„George Berger, Häusler und Gedingemann in Höckendorff, ist 1665 gebohren, starb am 28. May 1743 wurde hierauf am 30. dito mit einer Leichenpredigt und Abdankung begraben. Seines Alters 78 Jahre.“

Dieser Sterbeeintrag zu George Berger ist der bislang älteste Nachweis im Kirchenbuch für die Vorfahren der von mir erforschten Ahnenlinie Berger in der Gegend um Höckendorf im sächsischen Osterzgebirge.

Sterbeeintrag zu George Berger im Höckendorfer Kirchenbuch

Schlecht lesbare Aufzeichnungen als Hindernisse der Familienforschung

Der schlechte Zustand des ältesten Kirchenbuchs zu Höckendorf verhindert leider die Ermittlung weiterführender Informationen zu George Berger, seiner Familie und anderer Vorfahren. Auf den größtenteils durch Tintenfraß zerstörten Seiten konnte lediglich herausgelesen werden, dass George Berger mit Maria Berger (geborene Büttner) verheiratet war. Sie starb 1737 in Höckendorf, fünf Jahre vor ihrem Ehemann George Berger, und hinterließ ihn als Wittwer. Ein Geburtseintrag des gemeinsamen Sohnes, George Christoph Berger (gest. 1761) oder weiterer Kinder war leider nicht mehr ermittelbar.

Trotz allem konnte mit Hilfe eines Heiratseintrages zum Sohn im Traubuch der Kirchgemeinde Höckendorf aus dem Jahr 1718 die Linie der Familie Berger bis George Berger verfolgt werden. Als Beleg hierfür dienen die Kirchenbucheinträge.

Leider liefern die Kirchenbucheinträge des 17. Jahrhunderts in Sachsen erfahrungsgemäß nur wenig weiterführende Informationen über die betreffenden Personen und ihre Familien, sodass die Namen der Mutter oder die Herkunft der Eltern nicht selten im Dunkeln bleiben.

Die Einträge der Kirchenbuchschreiber sind in den von mir eingesehenen Kirchenbüchern häufig sehr kurz gehalten. So enthalten die Sterbeeinträge häufig nur den Namen und den Beruf des/der Verstorbenen. Angaben zur Herkunft und Geburt sind eher selten.

Auch die Traueinträge oder historische Aufzeichnungen zu Aufgeboten enthalten keine vollständigen Angaben zu den Eltern und der Herkunft der Braut oder des Bräutigams.

Ergänzende Quellen für die Familienforschung

Mit den Kirchenbüchern als alleinige Informationsquelle ist eine genealogische Recherche hier kaum weiter möglich. Wenn die schriftlichen Überlieferungen, dann nach 300 Jahren durch Tintenfraß, Verschmutzungen oder andere Beschädigungen kaum mehr lesbar sind, können Namen und Daten nur noch geraten werden.

Die einzige Lösung können hier ergänzende historische Quellen sein, wie beispielsweise Gerichtsbücher. In einzelnen Kirchgemeinden gibt es auch genealogische Zusammenstellung zu den Familien des Ortes. Bei Tagelöhnern und Kleinbauern sind schriftlichen Aufzeichnungen jedoch häufig sehr gering vorhanden, da es aufgrund fehlenden Besitzes, der beruflichen Tätigkeit und der sozialen Stellung kaum die Notwendigkeit für schriftliche Zeugnisse gab. Tätigkeiten im Bergbau oder zunftpflichtigem Handwerk können hingegen durchaus in den betreffenden Archivunterlagen überliefert sein.

Seit der Erstveröffentlichung dieses Beitrags wurden zahlreiche Gerichtsbücher aus Sachsen digitalisiert und online zugänglich gemacht. Dadurch ist es heute möglich, ergänzende Informationen online zu prüfen und zu ermitteln, etwa über Namensnennungen in gerichtlichen Zusammenhängen. Auch wenn solche Einträge nicht zwangsläufig biografische Details liefern, können sie Hinweise auf familiäre Verbindungen oder räumliche Zusammenhänge geben.

Einen Überblick zu den Digitalisaten des Sächsischen Staatsarchivs findest du auf der Folgenden Seite: Digitalisiertes Archivgut

Von Häuslern, Gärtnern und Gedingemännern

Bis ins hohe Alter von 72 Jahren sicherte George Berger scheinbar seinen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Körben. Anhand der Forschungen in den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass George Berger und der Großteil der nachfolgenden Generationen der Familie Berger sich überwiegend als Kleinstbauern, Kleinhandwerker und Tagelöhner verdienten. 

Als Wohnstätte besaßen sie häufig nur ein kleines Haus mit wenig oder keinem dazugehörigen Land. Das wenige Land diente zur Selbstversorgung, war aber wohl nicht ausreichend für den Lebensunterhalt. Aufgrund des wenigen Besitzes waren diese in Sachsen als „Häusler“ oder „Gärtner“ bezeichneten Einwohner eines Dorfes auf einen Nebenerwerb angewiesen. Dazu gehörten unter anderem die Tätigkeiten als Korbmacher, Maurer, Steinhauer oder Kohlehauer.

Der Lohn für die Arbeit wurde bei letzterem gemäß der erarbeitenden Menge an Erz oder der geschaffenen Strecke ausgezahlt. Im Bergbau wurde dies als „Gedinge“ bezeichnet. Bezahlt wurde somit nach Leistung und nicht nach Zeit (Tageslohn). Teilweise wird der Begriff wohl heute noch im Bergbau und der Landwirtschaft verwendet.

Die Bezeichnung Gedingemann bezieht sich hier wohl aber eher auf Leibgedinge. Nach Übergabe oder Verkauf seines Hauses hatte sich George Berger scheinbar für das hohe Alter die Versorgung mit Lebensmitteln und ein Wohnrecht gesichert, indem er den Käufer seines Hauses (wahrscheinlich seinen Sohn) die Verpflichtung zu seiner Versorgung auferlegte. Eine bis in die heutige Zeit hineinreichende nicht ungewöhnliche Praxis. Die Eltern vereinbaren mit der Übergabe von Haus, Hof und Gut an die Kinder ein lebenslanges Wohnrecht im betreffenden Haus sowie ggf. Anteil an den Erträgen des Hofes.

Für mehr Hintergrundwissen lohnt sich immer wieder ein Blick in genealogische Zeitschriften, die du übrigens auch im Sächsischen Staatsarchiv und der Landesbibliothek (SLUB) findest. Historische Lexika und Enzyklopädien sind ebenfalls bei den Forschungen sehr nützlich und zudem online verfügbar.

Auch wenn die Überlieferung zu George Berger fragmentarisch bleibt, bietet die Kombination aus Kirchenbüchern, ergänzenden Archivquellen und digitalen Rechercheangeboten die Möglichkeit, familiäre Zusammenhänge weiter einzugrenzen. Ob sich daraus neue belastbare Erkenntnisse ergeben, bleibt in diesem Fall offen. Doch gerade diese Offenheit ist Teil historischer und genealogischer Forschung.

Johann Friedrich August Berger Ahnentafel


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Warum ich die Genealogica unterstütze und was Aussteller dort erwartet https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-ich-die-genealogica-unterstuetze/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-ich-die-genealogica-unterstuetze/#comments Mon, 15 Dec 2025 16:16:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-ich-die-genealogica-unterstuetze/ Weiterlesen

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 – Podcast: Archivbegleiter On Air | Sonderfolge – 

(Hinweis: Diese Podcastfolge enthält Werbung. Ich unterstütze die Genealogica ideell und erhalte für diese Unterstützung eine kleine Gegenleistung.)

In dieser Sonderfolge von Archivbegleiter On Air spreche ich mit Barbara über die Entstehung und die Mission der "Genealogica" – dem deutschsprachigen Online-Festival für Genealogie. 

Barbara ("Die Welten verbinden") ist gemeinsam mit Anja ("Welt der Vorfahren") Veranstalterin der jährlichen Online-Genealogie-Messe.

Die "Genealogica" ist aus einer ganz konkreten Erfahrung heraus entstanden: Dem Wegfall von Austausch, Begegnung und Sichtbarkeit während der Corona-Pandemie und der Frage, wie genealogische Zusammenarbeit trotzdem möglich bleiben kann.

Barbara erzählt in dieser Folge, warum sie gemeinsam mit Anja den Schritt gegangen ist, ein solches Format online zu denken, umzusetzen und erläutert welche Überzeugung bis heute dahintersteht.

Ich persönlich unterstütze die Genealogica seit 2021 aus Überzeugung heraus, etwas mit gestalten zu können und die Weitergabe von Wissen zu ermöglichen.

Nicht, weil es „ein weiteres Online-Event“ ist, sondern weil ich von Anfang an miterlebt habe, wie aus einer Idee ein tragfähiger Raum für Austausch entstanden ist.

Gerade für kleinere Vereine, Projekte oder Einzelpersonen bietet das Format Möglichkeiten, sichtbar zu werden, ohne laut auftreten zu müssen.

Diese Folge soll deshalb keine bloße Werbung sein, sondern vielmehr Orientierung für interessierte Teilnehmer sein.

Für wen diese Folge interessant ist

  • für genealogische Vereine und Initiativen
  • für Projekte, Autoren und Referenten
  • für Dienstleister im genealogischen Umfeld
  • für alle, die überlegen, ob Ausstellen im digitalen Raum für sie sinnvoll ist

Einladung zum Infoabend für Interessierte und Aussteller

Wer nach dem Hören der Folge Fragen hat oder sich ein eigenes Bild machen möchte, ist herzlich eingeladen zum offenen Infoabend für Aussteller.

📅 Online-Infoabend

  • Mittwoch, 17. Dezember 2025
  • 19:00 Uhr
  • online per Zoom
  • kostenlos & unverbindlich

👉 Über den folgenden Link kommst du direkt zum Zoom-Meeting: Online-Infoabend

Am Infoabend wird die Plattform für die Tagungsteilnehmer und Aussteller gezeigt. Es gibt Raum für Fragen und die Möglichkeit, Erfahrungen bestehender Aussteller zu hören.

Es geht ausdrücklich darum, herauszufinden, ob eine Teilnahme und ein Ausstellungsstand zur eigenen Arbeit, den eigenen Vorstellungen passt. 

Weitere Informationen & Anmeldung zum Genealogica-Newsletter

• Informationen für Aussteller:

👉 https://genealogica.online/aussteller-werden/

• Genealogica-Newsletter (Termine, Programm, Updates):

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Genealogischer Wochentalk #7: Familiengeschichte im Gespräch https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-familiengeschichte-im-gespr-ch/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-familiengeschichte-im-gespr-ch/#comments Sun, 14 Dec 2025 15:30:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-familiengeschichte-im-gespr-ch/ Weiterlesen

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In dieser Wochentalk-Folge bei Archivbegleiter On Air geht es um Familiengeschichte aus den Gesprächen mit Familienmitgliedern, also darum, wie sich Erinnerungen, Erlebnisse und persönliche Geschichten im Austausch mit Eltern, Großeltern und anderen Familienmitgliedern erschließen lassen. Barbara und Lars sprechen darüber, warum Gespräche oft mehr zutage fördern als formale Interviews oder Fragebögen und weshalb gerade die Weihnachtszeit dafür einen besonderen Rahmen bietet.

Ausgehend von persönlichen Beispielen zeigen sie, wie Alltagsgegenstände zu Erinnerungsträgern werden: Barbaras Weihnachtsbaum dient als Erinnerungslandkarte vergangener Reisen und Lebensphasen, während Gespräche über erzgebirgischen Weihnachtsschmuck und Nussknacker Einblicke in die Lebensrealität der DDR-Zeit eröffnen – vom Schlange stehen bis zum Tauschhandel. So bewahrt Dekoration Familiengeschichten.

Im weiteren Verlauf sprechen die beiden Geschichtensammler über praktische Zugänge zur Familiengeschichte. Fotos, Sammlungsstücke und vertraute Objekte erweisen sich als besonders geeignete Gesprächsanlässe. Gleichzeitig wird deutlich, dass gut gemeinte Hilfsmittel wie „Erzähl-mal-Bücher“ nicht immer funktionieren, wenn sie als Pflicht wahrgenommen werden. Offenheit, echtes Interesse und das Erzählenlassen stehen im Mittelpunkt.

Ein wichtiger Aspekt der Folge ist der sensible Umgang mit schwierigen oder schmerzhaften Erinnerungen. Es gibt kein Anrecht auf jede Geschichte. Nicht jede Erfahrung möchte oder kann sofort erzählt werden. Zuhören, Zurückhaltung und das Wahrnehmen von Grenzen sind entscheidend, besonders bei Themen wie Krieg, Nachkriegszeit oder DDR-Biografien. Aufzeichnungen per Sprachnotiz können dabei helfen, im Gespräch präsent zu bleiben und sich ganz auf das Gegenüber zu konzentrieren.

Jetzt anhören:

Themen aus dem Gespräch

  • Familiengeschichte im Gespräch: Lockeres Gespräch, Fragebogen oder Interview?
  • Weihnachten als Gesprächsanlass für Erinnerungen
  • Gegenstände, Fotos und Sammlungen als Türöffner
  • Erzgebirgischer Weihnachtsschmuck und DDR-Alltag
  • Zuhören, Grenzen respektieren und biografische Sensibilität
  • Aufzeichnen statt mitschreiben: Sprachnotizen als Hilfe

Zitate aus dem Gespräch

„„Wir haben kein Anrecht auf jede Erinnerung. Manchmal braucht es Zeit.““ – Barbara

Ausblick auf die nächste Folge

In den kommenden Wochentalk-Folgen sprechen Lars und Barbara unter anderem über Geschenketipps mit genealogischem Bezug sowie über aktuelle Projekte, wie die "Genealogica". Außerdem stehen weitere Gespräche rund um Familiengeschichte, Erinnerungen und Quellen auf dem Plan.

Weiterhören lohnt sich!

Hinweise

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Warum du beim Standesamt mehr als nur die Geburtsurkunde findest https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-du-beim-standesamt-mehr-als-nur-geburtsurkunde-finden-kannst/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-du-beim-standesamt-mehr-als-nur-geburtsurkunde-finden-kannst/#comments Thu, 11 Dec 2025 10:45:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/warum-du-beim-standesamt-mehr-als-nur-geburtsurkunde-finden-kannst/ Weiterlesen

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Die Aufgaben des Standesamtes

Viele von uns verbinden das Standesamt heute hauptsächlich mit der Hochzeit (standesamtlichen Trauung) oder der Geburt eines Kindes. Dabei sind die Aufgaben deutscher Standesämter vielfältiger und beschränken sich nicht nur auf die Ausstellung von Urkunden. Dabei werden zahlreiche Informationen von den Ämtern gesammelt und verwahrt, die für die Ahnenforschung eine wahre Goldgrube sein können.

Höre dir die Podcastfolge zu diesem Beitrag hier an:

Geburtsurkunde, Geburtsregister und Geburtsanzeige

Geburten, egal ob in Krankenhaus oder zu Hause, müssen aktuell innerhalb einer Woche dem am Geburtsort zuständigen Standesamt mit Angabe des Kindesnamens, des Geburtsdatums, Geburtsorts und der Geburtszeit gemeldet werden. In den meisten Fällen übernimmt das Krankenhaus oder die Hebamme die Anzeige der Geburt beim zuständigen Standesamt. Dabei werden in der Regel die Mutter und der Vater des Kindes mit registriert. Ausnahmen zu den Pflichten bei der Geburtsanzeige sind übrigens genau im deutschen Personenstandsgesetz (PStG) geregelt.

Heirat, Heiratsregister und Aufgebot

Seit dem 1. Januar 1876 ist eine offiziell gültige Eheschließung und deren Beurkundung in Deutschland nur noch durch deutsche Standesämter möglich. Somit müssen geplante Eheschließungen beim Standesamt angemeldet werden. Die Anmeldung muss in der Regel beim zuständigen Standesamt des Wohnortes erfolgen. Der Ort der Eheschließung kann häufig auch außerhalb des Wohnortes erfolgen. Mit der Anmeldung prüft das Standesamt, ob es für die beabsichtigte Heirat Hindernisse gibt. Im Zweifelsfall fordert der/die Standesbeamte/in entsprechende Nachweise ein und führt Befragungen durch. 

Die Prüfung, ob eine Ehe geschlossen werden darf oder nicht, erfolgte lange Zeit durch ein kirchliches oder später ein ziviles Aufgebot (Ankündigung zu einer bevorstehenden Heirat). Seit 1998 werden jedoch keine Ankündigungen zur beabsichtigten Eheschließung mehr von Standesämtern ausgehängt. In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde schon ab 1956 die öffentliche Ankündigung des Standesamtes durch die formale Anmeldung zur Eheschließung beim Standesamt abgelöst.

Sterbeurkunden, Sterberegister und Sterbefallanzeigen

Neben den Geburten und Trauungen registriert das örtliche Standesamt auch das Ableben von Personen im zuständigen Amtsbereich und stellt Sterbeurkunden aus.

Der Tod eines Menschen muss in Deutschland laut Gesetz spätestens am dritten Werktag schriftlich oder mündlich beim zuständigen Standesamt angezeigt werden.

Zur Anzeige verpflichtet sind dabei alle Personen, die zusammen mit dem/der Verstorbenen gewohnt haben, in deren Wohnung der Todesfall passiert ist sowie jede Person, die beim Tod zugegen war oder selbst vom Tod weiß. Bei Sterbefällen in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen erfolgt die Sterbefallanzeige in der Regel durch die betreffende Einrichtung. Bei unbekanntem Aufenthaltsort der verstorbenen Person oder Ermittlungen zum Tod übernimmt die zuständige Behörde die Anzeige.

Zusätzlich zu den Daten, die daraufhin beim Standesamt in das Sterberegister eingetragen werden, finden sich somit in den Standesamtsaufzeichnungen zahlreiche ergänzende Informationen zum/zur Verstorbenen.

Im Großen und Ganzen hat sich an den zentralen Aufgaben der Standesämter über die Jahrzehnte wenig geändert. Immer mal wieder wurden Form und Umfang der Datenerfassung sowie der Auskünfte durch Gesetzesänderungen angepasst. Insbesondere in der Zeit von 1933 bis 1945 gab es durch die Rassen- und Familienpolitik etliche Veränderungen für die praktische Arbeit der Standesämter.

Einen ersten Überblick zur Geschichte des Personenstandsgesetzes auf dessen Grundlage jedes deutsche Standesamt arbeitet, findest du natürlich bei Wikipedia.

Mit der amtlichen Ausstellung von Urkunden zu Geburten, Heiraten und Sterbefällen erfüllt das Standesamt eine für jeden Bürger wichtige Aufgabe. Jeder benötigt im Lauf seines Lebens entsprechende beglaubigte Nachweise zu seiner Person und der eines direkten Verwandten für Anträge unterschiedlicher Art. Beispiele hierfür sind u.a. die (erstmalige) Beantragung von Reisepass/Personalausweis oder der notwendige Nachweis für die geplante Hochzeit.

Die Aufzeichnungen der Standesämter haben darüber hinaus besonderen Wert für die Erforschung der eigenen Familiengeschichte.

Als historische Quellen der Standesämter kannst du neben Urkunden und Registereinträgen auch Sammelakten oder Beiakten finden. Darin befinden sich im besten Fall Anzeigen von Geburten und Sterbefällen, Anmeldungen zur Hochzeit oder Aufzeichnungen zu Prüfungen (Aufgebotsverhandlungen) im Zusammenhang mit einer Eheschließung. Darin finden sich nicht selten für die Forschung wertvolle Zusatzinformationen zum sozialen Umfeld und weiteren Verwandten.

Beim Forschen in den Standesamtsunterlagen solltest du Folgendes beachten:

Laut offizieller Regelung ist die zeitliche Zuständigkeit der Standesämter auf die Registrierung und Bearbeitung „aktueller“ Fälle begrenzt.

Das heißt, dass alle Registereinträge, die sich auf Zeiträume innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Schutzfristen beziehen, unterliegen der Zuständigkeit des deutschen Standesamtes und können nur dort abgefragt werden. Die zeitlichen Fristen für die Aufbewahrung beim Standesamt für die jeweiligen Register sind:

  1. Geburtsregister: 110 Jahre nach Geburt (gezählt ab dem Jahr der Geburt bis zum aktuellen Jahr)
  2. Trauregister: 80 Jahre nach Hochzeit (gezählt ab dem Jahr der Trauung bis zum aktuellen Jahr)
  3. Sterberegister: 30 Jahre nach Tod (gezählt ab dem Jahr des Todes bis zum aktuellen Jahr)

Innerhalb der genannten Zeiträume kannst du als Familienforscher nur Einblick in die Register beim Standesamt erhalten (oder Kopien daraus bekommen), wenn dich die Einträge selbst betreffen oder du eine direkte Verwandtschaft mit der registrierten Person nachweisen kannst. In anderen Fällen (z. B. Erbenermittlung oder Auftragsforschungen) musst du ein sogenanntes rechtliches Interesse nachweisen.

Im Zweifelsfall erkundige dich am besten telefonisch beim zuständigen Standesamt, ob du Auskunft erhalten kannst.

Im Regelfall werden die Register nach Ablauf der Fristen an das zuständige Archiv abgegeben und können dann dort von jeder Person eingesehen werden. Hier gelten dann die Archivgesetze.

Recherche sicher und effizient selbst durchführen

Die Personenstandsunterlagen der Standesämter können wertvolle Informationen liefern, aber nur, wenn die Anfragen an die Ämter und Archive präzise gestellt sind. Mit meinem individuellen Rechercheplan erhältst du eine klare Struktur, erprobte Formulierungen und alle notwendigen Hinweise für eine erfolgreiche Recherche sowie Archivanfragen. So sparst du Zeit, vermeidest unnötige Rückfragen und erhältst vollständige Auskünfte.

👉 Hier geht's zum Angebot meines Rechercheplans für deine Forschungen: Dein individueller Recherchplan

Ein Hinweis zum Abschluss

Frage bei deinem nächsten Archivbesuch oder der nächsten schriftlichen Anfrage doch einfach mal nach Sammelakten zum gesuchten Registereintrag. Vielleicht findest du so wichtige und weiterführende Informationen für deine Forschungen.

Viel Erfolg beim Forschen in den historischen Aufzeichnungen der Standesämter!


Rechercheplan und Checkliste


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Genealogischer Wochentalk #6: Traditionen, Plätzchen und Familiengeschichten https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-traditionen-und-familiengeschichten/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-traditionen-und-familiengeschichten/#comments Sun, 07 Dec 2025 22:49:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-traditionen-und-familiengeschichten/ Weiterlesen

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In dieser Adventsfolge wird es heimelig: Barbara und Lars sprechen über Weihnachtsrituale, Familienbräuche und Erinnerungen, die sich über Generationen weitertragen.

Vom Plätzchenbacken mit alten Familienrezepten über das gemeinsame Singen und die Frage nach DEM Weihnachtslied der Kindheit bis hin zu selbstgebackenem Stollen und eigenen, neuen Familientraditionen.

Dabei wird deutlich: Weihnachten ist gelebte Familiengeschichte.

Alles, was wir an Ritualen, Gerüchen, Liedern und kleinen Gewohnheiten weitergeben, wird irgendwann Teil der eigenen Familienkultur. Genau darum geht es in dieser Folge: persönliche Erinnerungen, regionale Besonderheiten, ein bisschen Nostalgie und viel Adventsgefühl.

Jetzt anhören:

Themen aus dem Gespräch

In dieser Folge sprechen wir u. a. über:

  • Welche Rituale aus der Kindheit bis heute überlebt haben
  • Plätzchenrezepte, die nur in der Familie existieren (oder existieren sollten)
  • Das legendäre Dr. Oetker Schulkochbuch und warum es bei Barbara noch immer im Einsatz ist
  • Das Aufkommen neuer Familientraditionen (wie der erste selbstgebackene Stollen)
  • Musikalische Erinnerungen
  • „Wir singen erst, dann gibt’s Bescherung“: Was Familienbräuche auslösen können
  • Regionale Unterschiede zwischen Norddeutschland und Sachsen
  • Weihnachtszeit als Gesprächsanlass für Familienforschung
  • Lars’ Vorgeschmack auf eine Geschichte über einen Nussknacker aus DDR-Zeiten und warum solche Gespräche oft der perfekte Einstieg in die Familiengeschichte sind

Das von Barbara erwähnte Weihnachtslied ist tatsächlich „Hymne an die Nacht - Heil'ge Nacht, o gieße du... (Ludwig van Beethoven). Barbara's Familie singt es wohl etwas schneller ;-) 

Hier findest du eine Choraufnahme: https://youtu.be/LmEjab7B1hE?si=C96WZPQmA6MKcMtr 

Zitate aus dem Gespräch

„Bevor wir dieses eine Lied nicht gesungen haben, ist Weihnachten bei uns nicht zu Ende.“ – Barbara
„Ich mag eigene Traditionen zu starten und auch mal etwas anders zu machen“ – Lars

Ausblick auf die nächste Folge

In der kommenden Episode knüpfen wir an dieses Gespräch an. Dann gehen wir der Frage nach:

Wie kommt man eigentlich mit der eigenen Familie über frühere Zeiten, Erinnerungsstücke und Weihnachtsgeschichten ins Gespräch?

Lars erzählt die Geschichte eines alten Nussknackers aus DDR-Zeiten und Barbara zeigt ihre Methode, wie man Familienkultur und Erinnerungen „ans Tageslicht“ holt.

Bleib also dran und eine schöne Adventszeit!

Hinweise

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Genealogischer Wochentalk #5: Genealogische Forschungsergebnisse bewahren und weitergeben https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/genealogische-forschung-bewahren-und-weitergeben/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/genealogische-forschung-bewahren-und-weitergeben/#comments Sat, 01 Nov 2025 12:00:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/genealogische-forschung-bewahren-und-weitergeben/ Weiterlesen

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Was passiert eigentlich mit jahrzehntelanger genealogischer Arbeit, wenn wir sie nicht rechtzeitig ordnen, sichern oder weitergeben?

In dieser Folge sprechen Barbara und Lars über ein Thema, das viele Forschende verdrängen bis es plötzlich akut wird: Wie bewahren wir unsere Forschung sinnvoll auf und wohin geben wir Unterlagen, damit sie nicht verlorengehen?

Der Anlass könnte praktischer kaum sein: Lars war in dieser Woche als Dokumentenkurier unterwegs und hat Aufzeichnungen zur Dresdner Frauenkirche ins Archiv gebracht. Daraus entwickelten sich Fragen, die jede genealogisch arbeitende Person früher oder später betreffen.

Jetzt anhören:

Themen aus dem Gespräch

  • Warum private Aufzeichnungen für Archive wertvoll sind
  • Vorlässe: Unterlagen zu Lebzeiten weitergeben. Aber wohin und wie?
  • Was Archive überhaupt annehmen und nach welchen Kriterien sie entscheiden
  • Kapazitätsprobleme: Warum Nachlass-Angebote abgelehnt werden
  • Zeitzeugendokumente zur DDR-Friedensbewegung und warum diese in den Archiven kaum zu finden sind
  • Backups, Datenverlust & Papierunterlagen
  • Publikationen und aufgeschriebene Familiengeschichten als dauerhafte Formen der Bewahrung

Mehr zum Inhalt dieser Folge

Viele Forschende arbeiten Jahrzehnte an ihrer Familiengeschichte. Sammeln Namen, Daten, Dokumente und so manche spannende Geschichte zu den Vorfahren. Aber was passiert eigentlich mit den Sammlungen, wenn wir mal nicht mehr auf dieser Erde wandeln. Genau hier setzt das Gespräch an: Ein Vorlass muss nicht kompliziert sein, aber er sollte bewusst geplant und gestaltet werden.

Lars beschreibt, wie er private Unterlagen zur Frauenkirche ins Archiv brachte und warum solche Sammlungen, gerade wenn sie aus persönlicher Mitarbeit entstanden sind, für Archive ein echter Gewinn sein können.

Barbara und Lars sprechen darüber, wie Archive entscheiden, welche Dokumente sie übernehmen: Passt das Material zum Sammlungsprofil? Ergänzt es eine bestehende Überlieferung? Ist es geordnet genug, um tatsächlich verarbeitet zu werden?

Gleichzeitig machen beide klar, dass Archive – vor allem kommunale – aus Kapazitätsgründen oft die Verlass- oder Nachlassangebote nicht annehmen können.

Ein wichtiger Punkt: Einige gesellschaftliche Themen und historische Aufzeichnungen sind in offiziellen Archiven kaum dokumentiert, wie etwa die der ökumenischen Friedensbewegung in der DDR. Gerade hier können private Notizen, Fotos und Erinnerungsdokumente historische Lücken schließen.

Das Gespräch ruft dazu auf, Lücken in bestimmten Archivbestände zu füllen und historische Überlieferungen durch Aufzeichnungen aus dem Privatarchiv zu ergänzen.

Ein weiteres Thema, dass angesprochen wird betrifft ebenfalls nahezu alle Forschenden: digitale Sicherung bzw. Sicherungskopien.

Lars stellt fest, dass ein Teil seiner Ordner plötzlich leer war. Eine Erinnerung daran, dass Backups, Papierdubletten und klare Ablagestrukturen nicht optional sind, sondern unbedingt regelmäßig angefertigt werden sollten.

Zum Abschluss des Gespräch wird der Blick geweitet: Nicht jeder möchte Kartons ins Archiv geben. Publikationen, ob als Blog, Buch, Artikel oder Audio können eine eigenständige Form der Bewahrung sein. Eine Familiengeschichte, strukturiert aufgeschrieben, hat deutlich bessere Chancen, bei den eigenen Nachkommen anzukommen als ein ungeordneter Aktenberg.

„Unsere Nachfahren wollen keine Ordner voller Zettel. Aber eine erzählte Familiengeschichte kann etwas sein, das wirklich weitergegeben wird und Zugang zur genealogischen Forschung bieten kann.“
„Viele wichtige Informationen liegen ausschließlich in privaten Händen und sind in Archiven nicht auffindbar. Wenn wir sie nicht sichern, bleiben diese Kapitel der Geschichte ungeschrieben.“

Ankündigungen und Hinweise

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Genealogischer Wochentalk #4: Endlich wieder nächtelanges Forschen https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-naechtelanges-forschen/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-naechtelanges-forschen/#comments Wed, 29 Oct 2025 12:00:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-naechtelanges-forschen/ Weiterlesen

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Barbara ist ganz aufgeregt. In dieser spontanen Wochentalk-Ausgabe treffe ich sie persönlich in Gotha. Zwischen Vorträgen, Gesprächen und Tagungskaffee erzählt sie, warum sie es gerade nicht erwarten kann wieder nach Hause zu kommen.

Jetzt anhören:

Themen aus dem Gespräch

Freude über neue Digitalisate

Barbara berichtet von der Veröffentlichung neuer Sammlungen bei FamilySearch, unter anderem Lübecker Kirchenbücher, die ihr neue Zugänge zu bisher unerforschten Vorfahren eröffnen. Die Veröffentlichung weckt bei ihr die Forscherleidenschaft und sorgt für geplante lange Nächte voll Forschung.

Forschungsorganisation und Methodik

Sie erklärt, wie sie ihre historischen Recherchen strukturiert: mit Research Logs in Evernote, in denen sie für jede untersuchte Person notiert, was sie bereits gefunden und auch was sie nicht gefunden hat. Diese sogenannten Negativ-Ergebnisse verhindern ebenso doppelte Arbeit und erleichtern späteres Anknüpfen an alte Recherchen.

Arbeiten mit Digitalisaten

Auch wenn viele Kirchenbücher heute indexiert sind, empfiehlt Barbara immer den Blick ins Originalbild: Randnotizen, Korrekturen oder Nachträge werden in Indizes oft nicht erfasst. Für eine saubere Dokumentation gehören daher Screenshots, Quellenangaben und Belegdateien zur persönlichen Ordnung einer Forscherin dazu.

Technik, Digitalisierung und Dank an die Freiwilligen

Wir sprechen über die enorme Arbeit hinter den Digitalisierungsprojekten von FamilySearch, Archion und anderen Plattformen. Hinter jeder durchsuchbaren Seite stehen Menschen, die Kirchenbücher scannen, transkribieren und kontrollieren. Diese Arbeit macht moderne Ahnenforschung erst möglich und verdient Wertschätzung.

Zukunft der Forschung

Trotz KI- und Texterkennung bleibt menschliches Mitdenken unersetzlich. Genealogie braucht weiterhin neugierige Forschende, die Strukturen erkennen, Quellen kritisch prüfen und die Geschichten hinter den Namen sichtbar machen.

Fazit

Die neue Folge zeigt, wie sehr Digitalisierung die Familienforschung erleichtert und dass sorgfältige Dokumentation, Geduld und Begeisterung weiterhin entscheidend bleiben. Zwischen Tagungstrubel und Forscherleidenschaft entsteht so ein ehrlicher Einblick in den Alltag einer aktiven Familienforscherin.

„„Auch wenn alles digital und online verfügbar ist – Forschen heißt, selbst genau hinschauen.“

Ankündigungen und Hinweise

Der Wochentalk will regelmäßig Einblicke in die aktuelle genealogische Szene geben mit Kolleginnen, Kollegen und engagierten Forschenden aus Deutschland und der Welt.

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Genealogischer Wochentalk #3: Genealogische Vereine (Teil II) https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogievereine-2/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogievereine-2/#comments Wed, 22 Oct 2025 12:00:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogievereine-2/ Weiterlesen

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In dieser Ausgabe des Genealogischen Wochentalks setzen wir das begonnene Gespräch aus dem letzten Wochentalk über Vereine in der Genealogie fort.

Im zweiten Teil unseres Gesprächs sprechen wir über die Zukunft genealogischer Vereine. Wir schauen darauf, wie sich Publikationen verändert haben, warum die aktive Mitarbeit oft auf wenigen Schultern ruht, und welche neuen Wege Vereine gehen können, um jüngere Forschende einzubinden. Außerdem geht es um internationale Zusammenarbeit und darum, wie sich Gemeinschaft auch jenseits klassischer Vereinsstrukturen gestalten lässt.

Diese Episode ist Teil 2 des Gesprächs, denn beim Thema Vereine gibt es so viel zu sagen.

Barbara ist vielen bekannt als Bloggerin von Die Welten verbinden, als Mit-Organisatorin der Genealogica und als Präsidentin der International German Genealogy Partnership (IGGP). 

Jetzt anhören:

Themen aus dem Gespräch

Publikationen und Engagement

Manche genealogische Vereine veröffentlichen regelmäßig neue Schriften und Mitteilungshefte, andere haben ihre Publikationstätigkeit fast eingestellt. Gedruckte Hefte werden zunehmend durch digitale Formate ersetzt, aus Kostengründen und vielleicht auch aus Nachhaltigkeitsbewusstsein. Entscheidend bleibt die Aktivität der Mitglieder: Wo viele mitarbeiten, entstehen neue Inhalte.

Freiwillige gewinnen

In den meisten Vereinen tragen rund zehn Prozent der Mitglieder die Arbeit. Um neue Engagierte zu gewinnen, braucht es niedrigere Einstiegshürden: geteilte Ämter, kürzere Amtszeiten, klare Aufgabenbeschreibungen und persönliche Ansprache. Wer weiß, was auf ihn zukommt, lässt sich eher auf Verantwortung ein. So unser Fazit im Gespräch. 

Einarbeitung und Weiterbildung

Viele potenzielle Vorstandsmitglieder zögern, weil sie nicht wissen, was rechtlich und organisatorisch auf sie zukommt. Eine bessere Begleitung in die Vereinsarbeit, Schulungen zu Vereinsrecht und Erfahrungsaustausch können hier viel bewirken.

Kommunikation und Ansprache

Vereine, die ihre offenen Positionen konkret ausschreiben – inklusive Aufgaben, Zeitaufwand und Ansprechpartner – bekommen deutlich mehr Rückmeldungen. Auch direkte Gespräche oder Anrufe helfen, Hemmschwellen abzubauen und Interessierte zu gewinnen.

Vereinslandschaft im Wandel

Überalterung und fehlende Nachfolge führen dazu, dass sich in einigen Regionen genealogische Vereine bereits aufgelöst haben. Gleichzeitig entstehen neue Formen: lose Stammtische, Arbeitsgemeinschaften und Online-Initiativen, die flexibel und themenbezogen arbeiten.

Beispiel IGGP

Barbara gibt Einblicke in ihre Arbeit bei der International German Genealogy Partnership – einem weltweiten Netzwerk genealogischer Gesellschaften. Ziel ist es, Forschung über Ländergrenzen hinweg zu verbinden, Projekte zu koordinieren und den Austausch zwischen Vereinen zu fördern.

Beispiel Stammtisch Unna

Als positives Gegenbeispiel nennt Barbara den genealogischen Ahnenforscher Stammtisch Unna: keine Vereinsstruktur, aber hohe Aktivität, technische Offenheit und einem zentralen genealogischer Veranstaltungskalender für Deutschland.

Fazit

Genealogische Vereinsarbeit steht unter Druck, aber sie kann sich neu erfinden. Wer Aufgaben teilt, Wissen offenlegt und Menschen konkret anspricht, stärkt das gemeinsame Forschen. Und oft reicht schon ein kleiner Schritt, um aus passiver Mitgliedschaft aktives Mitmachen zu machen.

„Es ist manchmal einfacher als gedacht. Aktive Vereinsarbeit kann erlernt werden. Wichtig ist: Kontakt aufnehmen und einbringen oder anbieten – einfach anfangen.“

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Genealogischer Wochentalk #2: Genealogische Vereine (Teil I) https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogievereine/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogievereine/#comments Wed, 15 Oct 2025 00:00:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogievereine/ Weiterlesen

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In der zweiten Ausgabe des Genealogischen Wochentalks spreche ich mit Barbara Schmidt über Vereine in der Genealogie – über ihre Bedeutung, ihre Arbeit und darüber, warum sich eine Mitgliedschaft lohnen kann.

Wir reden über große und kleine Vereine, über den Verein für Computergenealogie, über regionale Gruppen und darüber, warum sie selbst vielleicht nicht die typischen „Vereinsmitglieder“ sind, uns aber trotzdem gern in die Vereinsarbeit einbringen.

Außerdem geht es um die Überschneidungen zwischen genealogischen Vereinen, Geschichtsvereinen und Ortschronisten und darum, wie diese Netzwerke für die Forschung hilfreich sind.

Diese Episode ist Teil 1 des Gesprächs, denn beim Thema Vereine gab es einfach zu viel Spannendes zu erzählen. Teil 2 folgt in einer der nächsten Folgen des Podcasts.

Barbara ist vielen bekannt als Bloggerin von Die Welten verbinden, als Mit-Organisatorin der Genealogica und als Präsidentin der International German Genealogy Partnership (IGGP). 

Jetzt anhören:

Themen aus dem Gespräch

  • Der Deutsche Genealogentag als Schaufenster der genealogischen Vereinslandschaft
  • Die Vielfalt der Vereine: regional, nach historischen Gebieten, unterschiedlich groß
  • Der "Verein für Computergenealogie": Datenbanken, Crowdsourcing, weltweite Mitgliedschaft
  • Gründe für eine Mitgliedschaft: Angebote nutzen, Austausch, regionale Expertise, Mitmach-Projekte
  • „Vereinstyp“ vs. projektbezogenes Engagement: Vorträge halten, fachlich unterstützen statt Ämter
  • Regionale und historische Spezialisierung: warum das für Forschung entscheidend ist
  • Stammtische & Vortragsabende als Orte für Wissenstransfer, Austausch und Vernetzung
  • Überschneidungen zwischen genealogischen Vereine, Geschichtsvereinen und Ortschronisten
  • Zusammenarbeit der verschiedenen Vereine in gemeinsamen Projekte (z. B. Guts- und Häuserforschung)
  • Herausforderung: "Verjüngung", Zusammenschlüsse oder Auflösung der Vereine

Zitat aus dem Gespräch:

„Die Vereine wissen oft genau, wo welche Quelle liegt. Diese regionale Expertise ist für die Forschung Gold wert.“

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Genealogischer Wochentalk #1: Eindrücke vom 75. Deutschen Genealogentag in Frankfurt https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogentag/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogentag/#comments Sat, 04 Oct 2025 20:18:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/der-genealogische-wochentalk-genealogentag/ Weiterlesen

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In der ersten Ausgabe des Genealogischen Wochentalks spreche ich mit Barbara Schmidt über den 75. Deutschen Genealogentag in Frankfurt / Main.

Wir blicken zurück auf drei volle Tage Austausch, Workshops und Begegnungen und sprechen über neue Trends, die wachsende Online-Community und die Verbindung zwischen Präsenz- und Digitalformaten.

Barbara ist vielen bekannt als Bloggerin von Die Welten verbinden, als Mit-Organisatorin der Genealogica und als Präsidentin der International German Genealogy Partnership (IGGP). 

Jetzt anhören:

Themen aus dem Gespräch

• Wie sich der Deutsche Genealogentag entwickelt hat, von der reinen Vereinsmesse zum offenen Treffen für Familienforscher, Genealogische Vereine, Verlage/Buchhändler, Genealogischer Softwareanbieter, Genealogische Plattformen, Dienstleister zum Thema Familienforschung ...

• Warum Workshops so wichtig sind und „Frontbeschallung“ der Vergangenheit angehört

• Neue Gesichter, Familien mit Kindern, internationale Gäste

• Rückblick auf den Ortsrecherche-Workshop und Vortrag/Workshop zum Deutschen Zeitungsportal

• Ausblick: Genealogentag 2026 in Göttingen und Genealogica 2026

Zitat aus dem Gespräch:

„Workshops schaffen mehr echten Austausch ... das wünsche ich mir für alle künftigen Veranstaltungen.“

— Barbara Schmidt

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Mikrofilme lesen leicht gemacht – Deine Anleitung für den richtigen Umgang mit Lesegeräten https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/mikrofilme-lesen-leicht-gemacht/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/mikrofilme-lesen-leicht-gemacht/#comments Mon, 29 Sep 2025 12:45:00 +0000 Archivnutzung Archivtechnologie Mikrofilmlesegeräte https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/mikrofilme-lesen-leicht-gemacht/ Weiterlesen

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Diese Woche hatte ich im Archiv eine interessante Erfahrung: 

Ein Nutzer war unsicher im Umgang mit den vorhandenen Mikrofilmgeräten und wusste nicht, wie er den Film korrekt einlegen und das Bild vergrößern konnte. 

Ich konnte helfen und erklären, wie das Gerät funktioniert, und es hat mich gefreut, mein Wissen weiterzugeben. Dabei kam mir die Idee zu diesem Blog-Beitrag. 

Auch ich kenne nicht jedes Gerät zum Lesen von Mikrofilmen auswendig und lerne bei jeder Nutzung und durch den Austausch mit den Archivmitarbeitern dazu. Daher möchte ich hier eine Anleitung geben, die dir den Einstieg erleichtert. 

Mikrofilmlesegeräte sind unverzichtbare Werkzeuge für Historiker, Familienforscher und andere Archivnutzer, die alte Akten, Dokumente oder Zeitungsarchive einsehen wollen. 

In diesem Blogartikel erkläre ich dir die verschiedenen Typen von Mikrofilmlesegeräten, stelle ausgewählte Modelle vor und gebe dir praktische Tipps zur effizienten Nutzung.

1. Die verschiedenen Typen von Mikrofilmlesegeräten

Es gibt eine Vielzahl von Mikrofilmlesegeräten, die sich in ihren Funktionen und ihrer Handhabung unterscheiden. Die hier vorgestellten Modelle sind nur Beispiele und repräsentieren typische analoge und digitale Geräte. Die grundlegende Funktionsweise ist jedoch bei den meisten Modellen ähnlich, sodass die hier beschriebenen Anleitungen dir bei der Nutzung unterschiedlicher Geräte helfen können.

microfilmlesegeraet Coswig Stadtarchiv


Analoge Mikrofilmlesegeräte

Diese klassischen Modelle benötigen eine Lichtquelle und eine Vergrößerungslinse, um Mikrofilme sichtbar zu machen. Sie sind oft in Bibliotheken und Archiven zu finden und ermöglichen das manuelle Durchsehen von Mikrofilmrollen. 

  • Beispielmodell:  Canon MS-400 Digital Microfilm Reader Printer 

(siehe https://www.microfilmworld.com/canonms-400microfilmreaderprinterscanner.aspx)

Digitales Mikrofilm Lesegeraet Zuerich


Digitale Mikrofilmlesegeräte

Diese modernen Geräte bieten Scanfunktionen, mit denen Mikrofilme digitalisiert und am Computer angezeigt werden können. Sie erleichtern das Arbeiten mit historischen Dokumenten, da sie digitale Speicherung und Bearbeitung ermöglichen. Beliebte Modelle sind:

  • Beispielmodell: e-ImageData ScanPro 2200/3500

(Siehe: https://e-imagedata.com/scanpro-all-in-one/) 

2. Anleitung zur Nutzung von Mikrofilmlesegeräten

Achtung: Mikrofilmlesegeräte sind empfindliche und wertvolle Geräte, die sorgfältig behandelt werden sollten. Falls du unsicher bist, wie du ein Gerät bedienst oder Probleme auftreten, wende dich bitte an das Archivpersonal. Ich empfehle, besonders vorsichtig mit den Geräten umzugehen, um Schäden an wertvollen Archivalien zu vermeiden. Die unsachgemäße Handhabung kann sowohl den Mikrofilm als auch das Lesegerät beschädigen.

Anleitung für analoge Mikrofilmlesegeräte

(Hinweis: Falls du Dokumente ausdrucken möchtest, informiere dich vorab über die Druckmöglichkeiten im Archiv. Nicht alle Mikrofilmlesegeräte haben eine Druckfunktion, und in manchen Archiven ist das Drucken nur mit Zustimmung des Archivpersonals erlaubt.)

  1. Gerät einschalten – Stelle sicher, dass die Lichtquelle funktioniert und das Gerät ordnungsgemäß auf einer stabilen Oberfläche steht. Manchmal benötigen ältere Geräte eine kurze Aufwärmzeit.
  2. Mikrofilm einlegen – Öffne den Filmhalter oder Spulenbereich und setze den Film korrekt ein. Achte darauf, dass der Film richtig ausgerichtet ist, sodass der Text lesbar ist. Führe den Film durch die vorgesehenen Rollen und Spulen, um ein gleichmäßiges Abspielen zu gewährleisten. Falls das Bild später spiegelverkehrt oder verkehrt herum erscheint, kann es notwendig sein, den Film erneut einzulegen.
  3. Film transportieren – Nutze die Drehknöpfe oder Hebel, um den Film in die gewünschte Position zu bringen. Achte darauf, den Film nicht zu schnell zu bewegen, um Beschädigungen oder Verklemmungen zu vermeiden.
  4. Schärfe, Helligkeit und Kontrast einstellen – Justiere die Vergrößerungslinse vorsichtig, um eine klare und lesbare Ansicht zu erhalten. Viele analoge Geräte bieten zudem eine Möglichkeit, die Helligkeit der Lichtquelle einzustellen. Falls das Bild zu dunkel oder zu hell erscheint, passe die Beleuchtung entsprechend an, um eine optimale Lesbarkeit zu erreichen. Besonders beim Drucken ist die richtige Helligkeit entscheidend, da zu dunkle oder zu helle Ausdrucke oft unlesbar werden. Es kann nötig sein, mehrere Ausdrucke mit unterschiedlichen Helligkeitseinstellungen zu machen, um ein brauchbares Ergebnis zu erzielen. Falls du nur eine Arbeitskopie für dich benötigst, kannst du – falls im Archiv erlaubt – alternativ eine Fotoaufnahme des Bildschirms mit deinem Smartphone machen.
  5. Manuelle Navigation – Durch langsames und gleichmäßiges Drehen der Spulen kannst du präzise durch das Material blättern. Falls du eine Seite ausdrucken möchtest, stelle sicher, dass sie gut lesbar ist. Einige Geräte bieten eine Drucktaste oder sind mit externen Druckern verbunden, die den aktuellen Bildausschnitt auf Papier ausgeben. Falls du dir unsicher bist, wie das Drucken funktioniert, frage das Archivpersonal um Hilfe.
  6. Film entnehmen – Nach der Nutzung den Film vorsichtig entfernen, um ein Zerreißen oder Zerknittern zu vermeiden. Falls du dir unsicher bist, wie der Film korrekt entnommen wird, frage einen Archivmitarbeiter um Hilfe.

Anleitung für digitale Mikrofilmlesegeräte

  1. Gerät starten – Die meisten digitalen Mikrofilmlesegeräte müssen mit einem Computer verbunden sein. Falls das Gerät nicht reagiert, prüfe, ob es eingeschaltet ist und die Verbindungen korrekt sind.
  2. Mikrofilm einlegen – Öffne den Halter und lege den Mikrofilm flach ein, damit er sich ohne Widerstand bewegen lässt. Einige Geräte verfügen über eine automatische Einzugsfunktion oder zeigen in der zugehörigen Software Bilder/Videos zum richtigen Einlegen des Films. 
  3. Software starten und Einstellungen anpassen – Öffne das zugehörige Programm (z. B. PowerScan oder ScanPro-Software). Falls das Bild nicht sofort erscheint, überprüfe die Anzeigeeinstellungen oder justiere den Bildbereich.
  4. Schärfe, Helligkeit und Kontrast optimieren – Nutze die Softwareeinstellungen, um das Bild klar und gut lesbar zu machen. Digitale Geräte bieten oft zusätzliche Filter zur Verbesserung von verblassten oder schwer lesbaren Texten.
  5. Navigation per Software – Bewege den Film mithilfe der Bildschirmsteuerung oder den Navigationstasten des Geräts. Einige Modelle bieten eine Zoom-Funktion oder automatische Erkennung von Textfeldern.
  6. Speichern oder Drucken – Falls du eine Seite speichern möchtest, nutze die Scan- oder Export-Funktion. Die meisten Geräte ermöglichen das Speichern als PDF oder Bilddatei. Falls du drucken möchtest, überprüfe die Druckvorschau, um sicherzustellen, dass alle relevanten Inhalte erfasst sind.
  7. Film entnehmen und Gerät abschalten – Entferne den Mikrofilm vorsichtig aus dem Gerät, um Kratzer oder Risse zu vermeiden. Falls du unsicher bist, frage einen Archivmitarbeiter nach Hilfe.

Fazit und weitere Tipps für den Umgang mit Mikrofilmlesegeräten

Die Arbeit mit Mikrofilmlesegeräten erfordert etwas Übung, bietet jedoch wertvolle Einblicke in historische Dokumente. Mit den richtigen Kenntnissen und Techniken kannst du effizienter arbeiten und wertvolle Informationen gewinnen. 

Nutze die hier genannten Tipps und Ressourcen, um das Beste aus deinem Mikrofilmlesegerät herauszuholen!

Falls du regelmäßig mit Mikrofilmen arbeitest, könnte es sich lohnen, vorab einen Termin mit dem Archivpersonal zu vereinbaren, um eine Einführung in die spezifischen Geräte zu erhalten. 

Jedes Archiv kann unterschiedliche Geräte und Vorschriften haben. Durch eine gute Vorbereitung kannst du deine Recherchezeit effektiver nutzen und bessere Ergebnisse erzielen.

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Fallstudie: Von der Festung Königstein in den Steinbruch – Vom Leben eines sächsischen Tagelöhners https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/fallstudie-von-der-festung-koenigstein-in-den-steinbruch-das-leben-eines-saechsischen-tageloehners/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/fallstudie-von-der-festung-koenigstein-in-den-steinbruch-das-leben-eines-saechsischen-tageloehners/#comments Sun, 21 Sep 2025 12:36:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/fallstudie-von-der-festung-koenigstein-in-den-steinbruch-das-leben-eines-saechsischen-tageloehners/ Weiterlesen

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Johann Friedrich August Berger wurde im Mai 1792 als Sohn des Tagelöhners Christian Gottlieb Berger und seiner Frau Eva Rosina, geb. Richter in Höckendorf bei Dippoldiswalde geboren. 

Im Alter von 22 Jahren wurde er zum Militärdienst in die sächsische Armee eingezogen. Nach Napoleons Niederlage bei der Völkerschlacht zu Leipzig war das sächsische Militär 1813 auf die Seite der verbündeten Staaten (Preußen, Russland, Österreich …) gewechselt und wurde dann zum Kampf gegen Napoleon neu formiert. So dürfte auch Friedrich August zu den neu rekrutierten Soldaten gehört haben, die 1814 und 1815 (erneut) gegen Napoleon ins Feld zogen. Nach den Kämpfen in Westdeutschland und Frankreich wurde der einfache Soldat der Festungsdivision Königstein zugeteilt, wo er bis zum Ende seines Militärdienstes im Jahr 1825 blieb.

In Königstein an der Elbe fand der Festungssoldat dann wohl auch sein zukünftige Frau Johanna Juliane Hartitzsch. Einen Tag vor der offiziellen Entlassung aus dem Militärdienst (am 27.11.1825) war bereits ein erster Sohn, Friedrich August, geboren worden. Das Paar wurde schließlich im Juni 1826 in der Kirche zu Königstein getraut und blieb in dem kleinen Ort Hütten, dem Geburtsort Johannas, wohnen. 

Soldat Berger Seite 4


Militärakten im Sächsischen Staatsarchiv

„verabschiedeter Gemeiner von der Garnison - Division der Festung Königstein, und derzeit Einwohner in den Hütten“

Dieser Eintrag zum Stand des Bräutigams im Traubuch der evangelischen Kirchgemeinde Königstein/Sachsen bildete den Ansatz für Recherchen zum Soldatenleben des Johann Friedrich August Berger.

Das Sächsische Hauptstaatsarchiv in Dresden verwahrt Aufzeichnungen zum sächsischen Militär aus den unterschiedlichen Jahrhunderten. Darunter auch Musterungslisten der militärischen Verbände aus der Zeit Napoleons. Musterungslisten sind Auflistungen von Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten sowie sonstiger zugehöriger Personen der jeweiligen Einheiten im betreffenden Musterungsjahr. Die Akten können zwischen 1 cm und 20 cm dick sein, je nach Umfang der Einheit. Die Listen sind nach Kompanien aufgeteilt. Die Namen der aufgenommenen Militärs sind nicht alphabetisch sortiert, sondern innerhalb der Einheit mit laufender Nummer und nach Rang geordnet. Eine Suche nach Namen erfordert somit nicht selten die vollständige Durchsicht der Musterungslisten.

Gattung und Namen militärischer Einheit sowie eine Jahresangabe zur Militärzeit ist für eine Suche in den Musterungslisten unbedingt nötig und sollte bei Beginn der Recherche bekannt sein! Die Anzahl der Musterungslisten zu den einzelnen Einheiten ist einfach zu groß, um diese alle durchsehen zu können.

Weitere Infos zu diesem militärischen Bestand können in der Einleitung und Geschichte des Bestandes „11241 Musterungslisten“ beim Sächsischen Staatsarchiv nachgelesen werden.

Hintergrundwissen aus der Handbibliothek

Jedes gut ausgestattete Archiv bietet dem Archivnutzer eine frei zugängliche Handbibliothek. Auch das sächsische Hauptstaatsarchiv Dresden verfügt über ausgewählte Publikationen und Standardwerke zur Geschichte Sachsens.

Wichtiges und notwendiges Hintergrundwissen zur Geschichte der sächsischen Armee und zur Festungsdivision Königstein fand ich in den Standardwerken:

  • "Geschichte der Sächsischen Armee von deren Errichtung bis auf die neueste Zeit" von O. Schuster und A. F. Francke (1885). 
  • "Stammregister und Chronik der Kur- und Königlich-Sächsischen Armee von 1670 bis zum Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts" von Heinrich August und Franz Verlohren (1910)

Alle 3 Bände der "Geschichte der Sächsischen Armee" sind übrigens als Bestandteil der Digitalen Sammlung der Landesbibliothek Dresden (SLUB) online verfügbar.

Aus den historischen Beschreibungen bekam ich Informationen zur Festungsdivision, dem Standort Königstein, Berichte zu den wichtigen Feldzügen des gesuchten Zeitraums und wertvolles Wissen zur Rekrutierung bzw. Entlassung sächsischer Soldaten. Das erworbene Wissen half bei der Ermittlung der richtigen Musterungslisten und beim Deuten der gefundenen Inhalte.

985px Bielatalbahn

Das Leben eines Tagelöhners

Am Fuße der Festung Königstein fand Friedrich August Berger wohl nach seinem Militärdienst Arbeit als Steinbrecher. Zu dieser Zeit wurden noch in schwerer Handarbeit Steine mit einfachen Mitteln aus dem Fels geschlagen und gespalten. Später verdiente sich Friedrich August scheinbar seinen Lohn als Tagearbeiter an der Elbe. Die Schifffahrt auf der Elbe hatte natürlich auch in Königstein eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, welche mit Beginn der Dampfschifffahrt in den 1830er Jahren weiter zunahm.

Zum Zeitpunkt der Geburt ihres fünften und letzten Kindes, Johann Karl Gottlieb, im Oktober 1836, wohnte das Paar Berger in Elbhäuser, einer kleinen Siedlung in unmittelbarer Elbnähe. Als Unterkunft eines Handarbeiters und Tagelöhners diente Friedrich August und Johanna Juliane wahrscheinlich lediglich ein kleines Haus ohne größeres Grundstück, wo das Paar und teilweise vier Kinder Platz finden mussten.

676px Quarryman 1833

Akten zur Innung der Steinbrecher im Sächsischen Staatsarchiv

Die Tätigkeit in einem Handwerkerberuf war und ist bis heute in den meisten Fällen auch immer mit einer Mitgliedschaft in einer Vereinigung verbunden. Diese ist je nach Region und Handwerk die Mitgliedschaft in einer Zunft oder Innung. In den besten Fällen sind Aufzeichnungen zu Mitgliedern erhalten geblieben. Zur Steinbrecherinnung fand ich im sächsischen Staatsarchiv ein „Verzeichnis der zur Königsteiner Innung gehöriger Steinbrecher“. Die im Bergarchiv Freiberg verwahrte Originalakte ist als Digitalisat über die Website des Staatsarchivs verfügbar und kann direkt online eingesehen werden.

Mit dem Wissen zum Jahr der Entlassung aus dem Militärdienst und der bekannten Tätigkeit als Steinbrecher, dem Namen und der Herkunft des Friedrich August Bergers durchsuchte ich das Verzeichnis. Unter der Nummer 191 fand ich den Eintrag zu ihm. Der 1792 in Höckendorf geborene Friedrich August Berger war am 27. Juni 1827 eingeschrieben worden. Er wohnte in Hütten und arbeitete im Steinbruch „Oberleithe“ in Königstein. Mit Überraschung las ich in der Spalte „Gestorben oder abhanden gekommen“ die Angaben zum Tod des Friedrich August Berger: "erfroren 1840". Damit hatte mir das Verzeichnis der Innung nicht nur die Tätigkeit als Steinbrecher bestätigt, sondern auch den bis dahin nicht bekannten Verbleib geklärt.

Innungsverzeichnis

Krankheiten und Kindersterblichkeit

Von den zwischen 1825 und 1836 geborenen fünf Kindern (fünf Söhnen) des Paares Friedrich August Berger und Johanna Juliane, geb. Hartitzsch verstarben ein 3-jähriger Sohn an Keuchhusten und ein 4-jähriger Sohn an der „englischen Krankheit“.

Keuchhusten, auch als Pertussis oder Stickhusten bekannt, ist bis heute eine ernst zunehmende Erkrankung der Atemwege. Immer wieder verursachte Keuchhusten Epidemien, so auch 1815/1816 in Deutschland. Erst mit der 1933 in Deutschland eingeführten Impfung konnte diese bis dahin häufige Kinderkrankheit eingedämmt werden. Die Lungenkrankheit kann darüber hinaus bei Menschen aller Altersgruppen gefährlich werden und war in den Jahren 2008 bis 2012 Auslöser von Epidemien in Australien. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Keuchhusten#Geschichte)

Die „englische Krankheit“ oder Rachitis ist eine Erkrankung der Knochen oder des Knochenwachstums. Als Folge können höhere Anfälligkeiten für Infektionskrankheiten aller Art oder schmerzhafte Knochenverformungen auftreten. Im 19. Jahrhundert wurde sie vor allem durch Mangelernährung und Vitamin-D-Mangel verursacht. Die Krankheit trat am häufigsten in den (industrialisierten) Städten Englands auf, wo viele Kinder zur Arbeit in dunklen Bergwerken und Fabriken eingesetzt wurden. Das ist wohl auch der Ursprung für die bekannte Bezeichnung als „englische“ Krankheit. Der Mangel durch unzureichende Ernährung und fehlendem Sonnenlicht konnte schließlich durch die gezielte Verabreichung von Vitamin-D und UV-Bestrahlung gemindert und beseitigt werden. Erste erfolgreiche Behandlungen wurden bereits 1918 von englischen Ärzten durchgeführt. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rachitis)

Bei dem Sohn Friedrich August Bergers könnte mangelhafte Ernährung oder aber auch eine Erberkrankung die Ursache für die Rachitis gewesen sein.

Eine bewegte Familiengeschichte

Johanna Juliane Berger, geborene Hartitzsch starb am 28.4.1866 mit 64 Jahren an den Auswirkungen eines Geschwulstes als Witwe. Sie wurde auf dem Höckendorfer Friedhof beigesetzt. Ihr Ehemann, Friedrich August, war bereits 1840 gestorben. Das Paar erlebte weder die Heirat des jüngsten Sohnes noch den Tod des ältesten Sohnes im Jahr 1867.

Im Januar 1867 beging der 41-jährige Handarbeiter und Junggeselle, Friedrich August Berger, Selbstmord. Der Leichnam des ältesten und gleichnamigen Sohnes des ehemaligen Festungssoldaten wurde für Untersuchungszwecke an das anatomische Institut nach Leipzig überstellt.

Im April 1867 heiratete Johann Karl Gottlieb (1836-1903), als jüngster Sohn Friedrich August Bergers in Höckendorf seine 7 Jahre jüngere Frau Emilie Alwine Lohse. Bei der Geburt ihres elften Kindes, Ernst Emil (1881-1924), starb die Mutter Emilie Alwine an Herzlähmung mit nur 37 Jahren.

Im Juli 1897 ertrank der 70-jährige Johann Karl Leberecht Berger. Der ledige Tagearbeiter (zweitgeborener Sohn des Friedrich August und der Johanna Juliane Berger, geb. Hartitzsch) wurde auf dem Königsteiner Friedhof bestattet.

Die Rückkehr ins Osterzgebirge

Die genauen Umstände zum Tod und der Ort der Bestattung des Steinbrechers Friedrich August Berger selbst konnte bisher nicht ermittelt werden. Weder in den Kirchenbüchern zu Königstein noch in Höckendorf fand sich ein Eintrag zu seinem Tod. Den Angaben im Verzeichnis der Steinbrecherinnung folgend kann davon ausgegangen werden, dass er in Königstein verstarb. Johanne Juliane Berger zog scheinbar gemeinsam mit zwei Söhnen nach Höckendorf, dem Herkunftsort ihres Mannes. Vermutlich hatte der Tod ihres Ehemannes und das extreme Elbehochwasser im Jahr 1845 der Frau mit Kindern die Lebensgrundlage genommen.

Der jüngste Sohn Friedrich August Bergers, Johann Karl Gottlieb, gründete als einziger der Söhne eine Familie und wurde als Schneider in Höckendorf sesshaft. So führte er die Stammlinie der Familie Berger schließlich in Höckendorf fort. Diese Linie wurde im Rahmen von Auftragsrecherchen von 2017 bis 2020 erforscht.

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ArchivBegleiter ON AIR: Ein Podcast für Ahnenforschung und Archivrecherche https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/archivbegleiter-on-air-ein-podcast-fuer-archivrecherche/ https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/archivbegleiter-on-air-ein-podcast-fuer-archivrecherche/#comments Sun, 14 Sep 2025 11:13:00 +0000 https://www.archivrecherche-dresden.de/blog/archivbegleiter-on-air-ein-podcast-fuer-archivrecherche/ Weiterlesen

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Familienforschung und Genealogie: Tipps, Quellen und Gespräche

Bei ArchivBegleiter ON AIR erfährst du alles, was du wissen musst, um die Schätze vergangener Zeiten zu entdecken und damit die Geschichte deiner Vorfahren weiter zu ergründen.

Lars Thiele, Historiker und Berufsgenealoge aus Dresden, und seine Gäste teilen ihre besten Tipps, Tricks und Erfahrungen, damit deine genealogischen Forschungen erfolgreich sind und vor allem Freude bringen.

Von den Grundlagen der Archivrecherche, über den Umgang mit historischen Dokumenten bis hin zur professionellen Informationssuche: Hier findest du Anleitung, um bei deiner Reise in die Vergangenheit erfolgreich zu navigieren. 

Erfahre, wie du relevante Quellen findest, Aktenbestände und Online-Portale effizient durchsuchst, wertvolle Dokumente und Aufzeichnungen findest und deine Forschungsergebnisse am Besten sicherst.

Lerne, wie du Ergebnisse interpretierst, um spannende Erkenntnisse über die Vergangenheit und deine Familiengeschichte zu gewinnen.

Egal, ob du gerade anfängst oder schon lange forschst:  ArchivBegleiter ON AIR bietet dir wertvolle Einblicke und Inspiration für bekannte und unbekannten Bereiche der genealogischen Forschung.

Du findest den Podcast bei Apple Podcasts und Spotify sowie überall es Podcasts gibt. Alle Folgen kannst du dir auch direkt hier im Blog anhören.

Hier eine Übersicht zu den bisher veröffentlichten Folgen (inkl. Links zu den Folgenseiten)

Folge 1: Ein Podcast für die Archivrecherche

Folge 2: Von der Festung Königstein in den Steinbruch

Folge 3: Mikrofilme lesen leicht gemacht

Folge 4: Genealogischer Wochentalk #1: Rückschau zum 75. Deutschen Genealogentag

Folge 5: Genealogischer Wochentalk #2: Genealogische Vereine - Teil I

Folge 6: Genealogischer Wochentalk #3: Genealogische Vereine - Teil II

Folge 7: Genealogischer Wochentalk #4: Endlich wieder nächtelanges Forschen

Folge 8: Genealogischer Wochentalk #5: Genealogische Forschungsergebnisse bewahren und weitergeben

Folge 9: Genealogischer Wochentalk #6: Traditionen, Plätzchen und Familiengeschichten

Folge 10: Mehr als nur die Geburtsurkunde

Folge 11: Genealogischer Wochentalk #7: Familiengeschichte im Gespräch

Folge 12: Warum ich die Genealogica unterstütze und was Aussteller dort erwartet

Folge 13: Fallstudie: Gedingemann George Berger und die Grenzen der Kirchenbuchforschung

Folge 14: Genealogischer Wochentalk #8: Erfolgreich ins neue Forschungsjahr starten

Folge 15: Mehr aus Vorträgen und Tagungen herausholen

Folge 16: Genealogischer Wochentalk #9: Warum wir Ahnenforschung betreiben

Folge 17: Was dich in einem Archiv erwartet: Einblick in die praktische Archivrecherche

Folge 18: Genealogischer Wochentalk: Historische Zeitungen als Quelle für Familienforschung und Regionalgeschichte

Folge 19: Genealogischer Wochentalk: Deutscher Genealogentag 2026 in Göttingen

Folge 20: Ortsfamilienbuch erstellen mit Heredis

Folge 21: Unterwegs in Borna: Mein Besuch im neuen Dokumentationszentrum

Folge 22: Genealogischer Wochentalk: Genealogiesoftware und Online-Stammbäume

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Ich erhielt eine E-Mail von Rüdiger(*), einem Ahnenforscher. Rüdiger suchte nach einem Traueintrag im Kirchenbuch einer sächsischen Kirchgemeinde. Mit seiner Anfrage übersandte er mir die Namen und die Sterbedaten der gesuchten Brautleute und bat mich um Hilfe im Zusammenhang mit einer Archivrecherche.

Nun hätte ich bei meinem nächsten Besuch im Kirchenarchiv einfach das betreffende Kirchenbuch durchsuchen können. Vielleicht ließe sich der Eintrag auch einfach finden. Oder ich würde Rüdiger ohne Ergebnis zurückschreiben müssen.

Erfahrungsgemäß lohnt es sich, in solchen Fällen genauer hinzuschauen. Denn: Wenn du andere Forscher, auch professionelle Recherchedienstleister wie mich, lediglich als "verlängerten Arm" betrachtest, verschenkst du möglicherweise wertvolle Möglichkeiten und zahlst am Ende womöglich doppelt.

Das heißt nicht, dass du alles aus der Hand geben musst. Natürlich bin ich Dienstleister. Ich übernehme Aufträge, arbeite nach deinen Vorgaben und stelle meine Zeit und mein Wissen zur Verfügung.

Oft wird dabei angenommen, dass es einfach darum geht, etwas nachzuschlagen oder ein bestimmtes Dokument zu finden. Das ist auch völlig in Ordnung, wenn es genau das ist, was du brauchst.

Aber in vielen Fällen lohnt es sich, etwas weiter zu denken: Was soll am Ende wirklich erreicht werden? Und wie kann man gezielt dorthin kommen?

(*verwendete Namen sind geändert)

Was du wirklich suchst

Häufig steht am Anfang einer Recherche eine konkrete Frage oder ein bestimmter Wunsch, dem man auf den Grund gehen möchte:

  • Du brauchst Informationen aus einem bestimmten Dokument.
  • Du möchtest eine Überlieferung aus der Familie überprüfen.
  • Du willst herausfinden, was mit einem Vorfahren wirklich passiert ist.
  • Du suchst Belege für ein Ereignis oder Daten zu einem Haus oder Ort.

Vielleicht fehlt dir das letzte Puzzlestück in der Familiengeschichte. Vielleicht hoffst du auf einen Hinweis, der alles in ein neues Licht rückt. In jedem Fall willst du nicht nur "irgendetwas" finden, sondern etwas, das dir weiterhilft.

Nicht jede Anfrage ist gleich – und das ist völlig in Ordnung

Manche Anfragen erreichen mich mit sehr konkreten Vorstellungen: Ein bestimmter Eintrag soll gesucht werden, das Ziel ist klar umrissen. In anderen Fällen bleiben Informationen vage oder lückenhaft. Manchmal liegt das daran, dass anfragende Forscher nicht wissen, welche Angaben hilfreich sind. Mitunter aber werden Daten auch bewusst weggelassen – etwa aus Sorge um Datenschutz oder aus schlechten Erfahrungen heraus.

Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar. 

Gleichzeitig gilt: Je mehr Kontext mir zur Verfügung steht, desto gezielter kann ich recherchieren. Auch vermeintlich nebensächliche Informationen können entscheidend sein, um den richtigen Quellenbestand zu identifizieren oder unnötige Umwege zu vermeiden.

Verlässliche Zusammenarbeit beruht auf gegenseitigem Vertrauen und einem gemeinsamen Verständnis des Forschungsziels. Deshalb lohnt es sich, auch bei scheinbar einfachen Rechercheaufträgen einen Moment Zeit für die Abstimmung zu investieren.

Am besten: Experten auf Augenhöhe

Du kennst deine Familie, dein Thema und deinen bisherigen Weg am besten. Du kennst deine bisherigen Recherchen, weißt, was dich voran bringt und welche Fragen offen sind.

ICH bin geübt darin, Informationen in Archiven zu finden, insbesondere in Sachsen. Ich habe viele Recherchen durchgeführt, kenne typische Fallstricke, weiß, wie Bestände aufgebaut sind, und kann helfen, gezielt vorzugehen. Ich bringe Erfahrung in historischen Themen, in genealogischer Recherche und im Umgang mit Archivsystemen mit.

Ich kenne nicht jede Quelle, nicht jeden Namen, nicht jeden Aktenbestand – aber ich kann mich schnell einarbeiten. Und ich lerne mit jedem Auftrag weiter.

Wenn du mir die Möglichkeit gibst, mit- und vorauszudenken, kann ich dir oft mehr liefern als erwartet: nicht nur Daten, sondern auch Kontext, Zusammenhänge und Perspektiven.

Warum nicht immer ein Treffer möglich ist

Auch mit Erfahrung, guter Planung und klarem Ziel bleibt eine Archivrecherche ein Prozess mit Unsicherheiten. Das ist keine Ausrede, sondern Realität. 

Mögliche Hindernisse können sein:

  • Es existieren keine Aufzeichnungen zum gesuchten Ereignis.
  • Die Unterlagen sind nicht überliefert oder gingen verloren.
  • Die Akten sind nicht erschlossen, schlecht verzeichnet oder in den Findmitteln nicht auffindbar.
  • Der Zustand der Quelle ist zu schlecht für eine Einsichtnahme oder kaum lesbar
  • Es greifen Schutzfristen oder Datenschutzregelungen.
  • Die Suche ist zu allgemein, um in kurzer Zeit erfolgreich zu sein.

Dennoch: Auch eine erfolglose Recherche kann wichtige Erkenntnisse liefern. Zum Beispiel über Lücken, alternative Quellen oder neue Fragestellungen.

Es ist wichtig, realistische Erwartungen an Umfang und Ergebnis einer Recherche zu haben. Eine gute Vorbereitung und enge Abstimmung können dabei helfen.

Was du von mir erwarten kannst

Wenn du mich mit einer Recherche beauftragst, kannst du mehr erwarten als nur "Bitte finden Sie diesen Eintrag". Du bekommst:

  • Ein klares Rechercheziel – entweder vorgegeben oder gemeinsam entwickelt.
  • Einen Vorschlag für die Recherche: Vorgehen, Quellen, Archivorte.
  • Sorgfältige Dokumentation der Recherche mit Quellenangaben.
  • Einschätzungen zum Ergebnis – auch, wenn es kein Fund war.
  • Hinweise auf alternative Wege oder ergänzende Quellen.
  • Empfehlungen für die nächsten Schritte in deiner Forschung.
  • Hinweise auf hilfreiche Veröffentlichungen oder Literatur.
  • Ein besseres Verständnis für Archivlogik, Quellenarten und Zugang.
  • Mehr Sicherheit im Einschätzen von Aufwand und Erfolgschancen.

Kurz gesagt: Du bekommst nicht nur Ergebnisse, sondern Erkenntnisse.

Was die Zusammenarbeit für dich einfacher macht?

Du gewinnst Zeit, Klarheit und einen strukturierten Blick auf deine Forschung. Du musst dich nicht selbst durch Findbücher, Verzeichnisse und Archivregeln arbeiten, sondern kannst dich auf deine Fragen und das Verstehen der Ergebnisse konzentrieren.

Du sparst nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Und du bekommst eine Rückmeldung, ob deine Fragestellung so praktikabel war oder ob sie verfeinert werden sollte.

Was du dafür tun kannst

Damit ich dir wirklich helfen kann, brauche ich:

  • alle Informationen, die du hast (auch wenn sie dir unwichtig erscheinen),
  • dein konkretes Ziel oder deine Hauptfrage,
  • einen realistischen Rahmen, was Aufwand und Erwartungen betrifft.

Natürlich kann ich keine Wunder versprechen – aber ich arbeite mit Sorgfalt, Erfahrung und einem geschulten Blick für das Wesentliche.

Fazit: Gemeinsam besser suchen

Recherchedienstleister sind im besten Fall nicht einfach nur Auftragnehmer, die Listen abarbeiten und Anweisungen entgegennehmen. Sie bringen Erfahrung mit und helfen dabei, selbst unscheinbare Details richtig einzuordnen – oft liegt genau dort der entscheidende Hinweis. Sie können helfen, schneller ans Ziel zu kommen – oder die nächste Frage überhaupt erst zu erkennen.

Gerade bei kniffligen Fragen kann es hilfreich sein, (professionelle) Unterstützung einzubeziehen, um gezielter voranzukommen. Es geht nicht nur darum, Daten und Arbeit abzugeben. Sondern darum, gemeinsam besser zu finden.

Lass dir beim Finden helfen!

Dein persönlicher Archivbegleiter


Eine Schlussbemerkung: Es gibt Anfragen, die sehr klar und konkret gestellt sind: „Ich suche diesen einen Eintrag – bitte schauen Sie nach.“ Solche Aufträge sind absolut legitim und oft besonders effizient, gerade wenn Entfernung, Zeit oder Zugang ein Hindernis sind. Dieser Text richtet sich nicht gegen solche Anliegen. Vielmehr geht es mir um die Fälle, in denen durch etwas mehr Kontext, Offenheit oder Zusammenarbeit deutlich mehr erreicht werden kann – und genau dort möchte ich zum Nachdenken anregen.

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